Der Kaufmich-Escort-Guide: Sicherheit

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Informationen zum Thema SICHERHEIT

Jede Anbieterin im Erotik-Gewerbe macht im Laufe der Zeit ihre ganz persönlichen Erfahrungen, ob im Umgang mit Behörden, mit Kunden und Kolleginnen.
Eine Ausbildung wie in anderen Berufen gibt es nicht; zumeist lernt man erst durch Ausprobieren „on the Job“ und durch Erfahrungsaustausch mit Kolleginnen.Wichtig ist, dass man im Joballtag klar kommt und gesund bleibt. In der Sexarbeit ist der Körper das Kapital und deshalb sollte man gut auf sich achten, ausreichender Schlaf, frische Luft, gesunde Ernährung ist wichtig, wie in anderen herausfordernden Jobs auch.
Leider ist die bezahlte Lust auch mit gewissen Risiken behaftet und man tut gut daran, sich darüber zu informieren. Insbesondere Neueinsteigerinnen. Daher haben wir einmal Hinweise zu den Themen Sicherheit, Gesundheit sowie Recht und Steuern zusammengestellt, die uns sinnvoll erscheinen; natürlich mit weiterführenden Links und Adressen.Unser Guide erfüllt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und ist auf der Grundlage von Erfahrungen aktiver und ehemaliger selbstständiger Sexarbeiterinnen aus allen Bereichen des Erotik-Gewerbes erarbeitet worden und sicherlich ausbaufähig. Entsprechenden Input von Euch werden wir gerne hier einarbeiten.Bitte beachtet: dieser Guide beinhaltet keine Rechtsauskünfte, zu denen wir nicht befugt sind.
Der Leitfaden beinhaltet Informationen, die in der Escort-Praxis gesammelt wurden und ersetzen keine professionelle Rechtsauskunft oder ärztlich-medizinischen Rat.
Seid informiert, achtet auf Euch und genießt unbeschwerte Stunden mit lieben Kunden!
Euer Kaufmich-Team

 

Inhaltsverzeichnis

WAHL DER ARBEITSSTÄTTE | COVER & NOTFALLPLAN | KUNDENSCREENING | SPERRBEZIRKE & SONDERVERORDNUNGEN | GELD | STALKING-RISIKEN | HEIMLICHE VIDEOAUFNAHMEN | GEWALT | LINKS & SICHERHEITSTIPPS


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DIE WAHL DEINER ARBEITSSTÄTTE

Arbeite, wo Du Dich am sichersten und wohlsten fühlst und informiere Dich über die Rechtslage und was Du vor Ort beachten musst.

Viele Escorts empfangen ihre Kunden zu Hause, fühlen sich hier geschützt und sicher.
Viele Kunden schätzen diese Diskretion und meiden daher Bordelle oder Clubs. Aus dem gleichen Grund bevorzugen viele die Arbeit in Clubs und Bordellen.

Escorts nutzen eine Arbeitswohnung für den Empfang von Kunden, alleine oder geteilt mit anderen Kolleginnen, viele bieten nur Haus- und Hotelbesuche, manche bieten die ganze Palette an.
Andere schätzen ein Campingmobil und an der Strasse zu arbeiten.Eine Arbeitswohnung, insbesondere eine mit Kolleginnen geteilte Wohnung, verspricht keinen 100% Schutz, aber ist hilfreich, Privat- und Arbeitsleben zu trennen und die Identität besser zu schützen.

Grundsätzlich sind bei allen Arbeitsweisen die gleichen Sicherheitshinweise zu bedenken.Wenn Du in einem Mietshaus wohnst, musst Du entscheiden, ob es sicher ist, alleine Kunden zu empfangen, insbesondere zu Zeiten, wenn Deine Nachbarn zuhause sind.

Nachbarn haben den Vorteil, dass sie bei Notfällen gerufen werden können, allerdings auch den Nachteil, dass sie Vermieter oder Polizei über die Arbeit in Deiner Wohnung informieren könnten, sofern Du Deine Selbständigkeit nicht angemeldet hast und dein Vermieter nicht informiert ist. Es kann manchmal mit einer Kündigung enden.

Im entsprechenden Teil des Kaufmich-Guides zu Recht und Gesetz findest Du dazu Hinweise.

Grundsätzlich ist es so, dass die Orte der Prostitutionsausübung als Selbständige in den Städten und Bundesländern nach lokalen Verordnungen unterschiedlich geregelt werden.
Empfehlenswert ist es also, Dich bei einer Beratungsstelle in Deinem Bundesland über die lokalen Besonderheiten zu informieren, bevor Du mit dem Job als Escort beginnst. Ob Du hauptberuflich arbeitest oder nur gelegentlich nebenbei ist egal.
Bedenke auch, dass die Rahmenbedingungen, legal Escort auszuüben, abweichen und häufig von Stadt zu Stadt, Bundesland zu Bundesland unterschiedlich sind.

Wer Escort-Touren anbietet, ist im Regelfall darüber im Bilde und sollte es auch sein, um sich unliebsame Überraschungen vor Ort zu ersparen.
Das gleiche gilt für Touren ins Ausland.

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COVER UND NOTFALL-PLAN

Schutz- und Sicherheitsvorkehrungen sind des Escorts Brot und keine Not.
Stichwort Arbeitsschutz.

Wenn Du alleine in einer Wohnung empfängst oder Haus- und Hotelbesuche anbietest, solltest Du einen Notfall-Plan vorbereitet haben und Dich covern lassen.
Ein Cover ist eine Vertrauensperson, die u.a. über Ort, Zeit und Dauer des Termins, Name und Adresse des Kunden informiert wird. Dies funktioniert bei anonymen Empfang in einer Wohnung schwieriger, es sei denn, Du arbeitest nicht alleine, sondern mit einer Kollegin zusammen.

Zu Deiner Sicherheit: solltest Du ganz alleine arbeiten, lass den Kunden trotzdem glauben, dass Du nicht alleine arbeitest. Solltest Du keine Vertrauensperson in Deine Arbeit einweihen wollen, vernetze Dich mit KollegInnen und gründe einen Cover-Circle, wo Ihr Euch gegenseitig über Eure Kundentermine, Kundenadressen informiert, Euch vor und nach jedem Date zurückmeldet.

Es gibt u.a. dafür eine App für das Mobiltelefon (circleof6), das man unterstützend einsetzen kann, inkl. Notruffunktion. Wenn Du Haus- und Hotelbesuche anbietest, stelle beim Betreten des Hauses oder Hotelzimmers sicher, dass der Kunde alleine ist, z.B. indem Du das Bad des Hotelzimmers kurz checkst.
Auch hier gilt: für den Notfall sollte man immer an Sicherheitsmassnahmen gedacht haben und Hilfe verständigen können.

  • Stelle immer sicher, dass jemand weiß, wo Du bist.
  • Rufe Deinen Cover vor und nach dem Termin persönlich an (auch im Beisein des Kunden), es reicht keine SMS, selbst nicht mit einem Code-Wort.
  • Hinterlasse Deiner Vertrauensperson bspw. bei einem Hotelbesuch auch die Zimmernummer, Namen des Kunden und Durchwahl zum Zimmer, idealerweise seine Handynummer.
  • Verifiziere den Gast vorab nach gemeinsamer Absprache durch einen Rückruf über das Festnetztelefon des Hotelzimmers, alternativ und nach gemeinsamer Absprache mit dem Kunden kannst Du auch die Anwesenheit Deines Gastes im Hotel nach erfolgtem Check-In an der Rezeption überprüfen.
    Aufgrund der Fake-Gefahr ist dieser Hinweis zusätzlich angebracht.

 

Dem Kunden sollte bewusst sein, dass Du zwecks Deiner Absicherung eine Kontaktperson hast.
Telefoniere zu Beginn und am Ende des Dates im Beisein des Kunden mit Deinem Cover. Jeder seriöse Kunde hat dafür vollstes Verständnis.

Es ist ja auch in seinem Interesse, dass Du Dich sicher und wohl fühlst. Lege Deine Kleidung, Tasche etc. an einem Platz ab, damit im Notfall alles schnell greifbar ist und Du unverzüglich den Ort verlassen kannst und Dein Handy in Reichweite ist, um Hilfe zu rufen.

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KUNDENSCREENING / AUSWAHL VON KUNDEN

Unterscheide seriöse von unseriösen Kunden durch ein ausgefeiltes Kunden-Screening.
Reduziere das Fake-Risiko.

Die Zahl von Fake-Anfragen lässt sich minimieren, wenn Du Dir die Telefonnummer des Kunden im Handy anzeigen lässt und anonyme Anfragen für eine verbindliche Terminvereinbarung nicht akzeptierst.

Du solltest eine persönliche, idealerweise mehrstufige Kunden-Auswahl entwickeln, um zu überprüfen, dass Du es mit einem seriösen Kunden zu tun hast. Du musst zügig lernen, gute und seriöse Kunden von unseriösen Kunden zu unterscheiden. Das Bauchgefühl alleine reicht nicht aus, ist jedoch eine wesentliche Grundlage. Zur Auswahl gehört die Einschätzung des Kunden, seiner Absichten, seines Charakters: Ansprache, Tonfall, Inhalt der Mail und des persönlichen Telefonats.

Ein Vorgespräch ist immer sinnvoll, insbesondere bei Neukunden.
Persönliche und nachprüfbare Daten wie Name und Adresse sollten zeitnah und unkompliziert an Dich vermittelt werden, damit einem Rückruf und Überprüfung von Deiner Seite nichts im Wege steht, bevor Du Dich auf den Weg zum Kunden machst.
Für die Überprüfung der Anwesenheit, ob bei Haus- oder Hotelbesuch, reicht die Mobilfunknummer oft nicht aus, ausser Du kalkulierst ein Fake-Risiko mit ein.

Du solltest auf Festnetznummer und bei Hotelbesuch auf die Durchwahl zum Zimmer, Zimmernummer und Namen bestehen, zum Abgleich der Info und für ein besseres Gefühl vor einem Date.
Einige Kunden behaupten, dass sie über keinen Festnetzanschluss verfügen.
Das mag sein, muss aber nicht. Viele verfügen über einen Internetzugang zuhause, der häufig noch an eine Festnetznummer gekoppelt ist.

Leider gibt es Leute, die Escorts gerne ins Blaue fahren lassen. Gutmütigkeit ist beim Kunden-Screening nicht angebracht, es ist ein Job, der viel Fingerspitzengefühl verlangt.
Deine Sicherheit ist davon abhängig, in kürzester Zeit zu einer realistischen Einschätzung der Situation vor Ort zu gelangen und das notwendige Vertrauen zu einem Fremden aufzubauen.

Auf Treu und Glauben, insbesondere bei einem Dir noch völlig fremden Kunden, solltest Du Dich keinesfalls verlassen. Tausche Dich auch mit Kolleginnen aus und frage sie nach ihren Erfahrungen und wie sie die Einschätzung eines Kunden vornehmen. Austausch in dafür vorgesehene Foren bieten dafür eine Grundlage, auch Warnungen über negativ aufgefallene Kunden auszutauschen.

Vieles ist in diesem Job Erfahrungswissen, aber man lernt jeden Tag neu dazu und muss sich auf jeden Termin neu einstellen und vorbereiten.
Dank der Verbreitung von Informationen und Ratschlägen, sollte man sich keinesfalls auf die Versuch-und-Irrtum-Methode einlassen.
Dies wäre grundfalsch. Professionell in diesem Job bedeutet, dass man achtsam ist und Vorsicht walten lässt.
Dies zu Deinem eigenen Schutz.
Schliesslich willst Du ein Date ja entspannt angehen.
Dies sind die Grundlagen dazu.

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SONDERVERORDNUNGEN / SPERRBEZIRKSZONEN

Erspare Dir und Deinen Gästen Kontrollen und informiere Dich ausreichend über Sonderverordnungen in Deiner Stadt.

Du solltest immer über die rechtlichen Gegebenheiten vor Ort informiert sein, d.h. im Zusammenhang mit örtlichen Regelungen von Prostitution.

Verkehrszone Bayern, aufgepasst!
Nach der hiesigen Hygieneverordnung sind unsafer Sex Services verboten und die Werbung dafür wird aufmerksam verfolgt. Dies wird häufig über Ermittler, die sich als Kunde ausgeben, überprüft, nicht nur bei telefonischer Auskunft nach Services, auch vor Ort, wenn die Kontrollfalle zuschnappt. Seit 2014 gilt die Kondompflicht auch im Saarland!

In Deinem Interesse solltest Du keine Hinweise zu unsafen Praktiken anführen, sofern du das praktizierst. Generell solltest Du Dich vor Einstieg in diesem Job mit sämtlichen Sonderverordnungen in dem jeweiligen Bundesland und in der Stadt, wo Du arbeitest, auseinander setzen.
Du musst einfach sehr gut informiert sein. Deine nächste erreichbare Beratungsstelle für SexarbeiterInnen berät Dich anonym und gibt alle notwendigen Hinweise.

Wichtig sind bspw. auch Sperrbezirksverordnungen in den verschiedenen Städten zu berücksichtigen, die noch dazu selten vergleichbar sind.
Während manche Verordnung die Arbeit auf dem Strassenstrich in einer bestimmten Sperrzone strafbar macht, aber die Arbeit in der Wohnung oder Bordell in der gleichen Strasse oder Gebiet billigt (z.B. Dortmund), kann es, wie in München, alle Bereiche der Sexarbeit betreffen.

Wenn Du dort also bei einem Hausbesuch einen Kunden im Sperrbezirk besuchst oder in seinem Hotel innerhalb der Sperrzone, machst Du Dich als Escort strafbar, Bußgelder drohen.
Genauso, wenn Du beim Finanzamt offiziell (nicht-erotische) Massagen als Gewerbe anmeldest und Dich in einem Sperrbezirk niederlässt, aber tatsächlich erotische Dienstleistungen anbietest.
Dies fliegt früher oder später meist auf. Auch ist eine rückwirkende Steuerschätzung möglich.
Das Bewerben erotischer Dienstleistungen wird über Kontaktanzeigen in lokalen Tageszeitungen und im Internet von den Kontrollbehörden aufmerksam verfolgt.
Es ist nicht darauf zu vertrauen, dass es einen Ermessensspielraum der jeweiligen Finanzbehörde gibt, ob sie Deine Angabe der Berufstätigkeit unter nicht der Prostitution zuordbaren Bezeichnungen akzeptiert, also eine „harmlose“ Ersatz-Bezeichnung wie Modell, Massage und die darunter versteuerten Einnahmen akzeptieren oder nicht.

Bei Vorgesprächen, insbesondere mit ausländischen oder anreisenden Kunden, mache sie auf die hiesigen Sondergesetze aufmerksam, damit sie Bescheid wissen und verstehen (z.B. über Deine Sedcard, Blog oder Website), warum Du sie in einem speziellen Stadtbezirk nicht besuchen kannst oder dass Du telefonisch keine Details zu Deinem Service machen willst.
Empfehle Deinen Gästen, sichere Hotels ausserhalb des Sperrbezirks zu buchen.

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GELD

Das liebe Geld. Gehe zur Bank, ohne über Los zu gehen.
Tipps und Hinweise zur Geldübergabe und bitte keine falsche Scheu, Dein Honorar einzufordern.

Die Geldübergabe sollte zu Beginn des Dates diskret verlaufen; am besten nachzählen im Beisein des Kunden, falls sich die abgesprochene Summe in einem Umschlag befindet.
Falls Dein Kunde nicht unmittelbar zu Beginn des Dates das Geld überreicht, habe keine Scheu, es einzufordern.
Womöglich hat er es vergessen.
Leider gibt es auch Fälle, wo Escorts gutmütig darüber hinweg schauen und das Thema Geld erst zum Ende des Dates ansprechen, weil sie die Atmosphäre nicht durch eine persönliche Nachfrage zu Beginn beschweren wollen.

Sei Dir bewusst, dass es Dein Geschäft ist und es auch vorkommt, dass Kunden das ausnutzen und hinterher nicht zahlen wollen oder weniger als die abgesprochene Summe in den Briefumschlag gelegt haben bzw. Dir eine geringere Summe überreichen.
Sollte der Termin vor Ort verlängert werden, bitte den Kunden immer um Vorauskasse, um auf der sicheren Seite zu sein. Wenn der finanzielle Aspekt erledigt ist, kann man sich entspannt den vergnüglichen Seiten eines Dates widmen.

Im Übrigen gibt es keine Geldzurück-Garantie für eine erbrachte Leistung.
Wenn Du oder der Kunde ein Date vorzeitig abbricht, einigt Euch auf einen Kompromiss, mit dem Ihr beide leben könnt und der Deinen Zeitaufwand und Fahrtkosten berücksichtigt.
Dies ist nur ein Vorschlag, der für beide Seiten fair ist.
Letztlich entscheidet das jedes Escort für sich persönlich und hat ihre eigenen Regeln, mit solch einer Situation umzugehen.

Viele Escorts veranschlagen bei langen Anreisen eine Anzahlung.
Schau Dir Websiten von Kolleginnen an, wie sie diese Summe kalkulieren und informiere Dich dazu in Foren, wo Escorts sich untereinander dazu austauschen.
Bedenke, dass, wenn ein Kunde sich weigert für Deine erbrachte Leistung zu zahlen, rechtlich die Möglichkeit besteht, es einzuklagen.
Das Prostitutionsgesetz hat die Möglichkeit der Einklagbarkeit des „Dirnenlohns“ geschaffen. Wende Dich an die Polizei und/oder drohe mit rechtlichen Schritten.

Wenn Du Aggressionen befürchtest, verlasse zuerst Hotelzimmer oder Haus.
Polizei macht Sinn, um die Personalien des Kunden vor Ort feststellbar zu machen und kurzfristig zu vermitteln.
Das Recht ist auf Deiner Seite.
Dies gilt auch für Fake-Termine, nicht nur, wenn Du andere Termine für den abgesprochenen Zeitraum geblockt hast und dadurch Einkommensausfälle entstanden sind.

Über eine Anzeige lässt sich die Identität des Kunden über seine Rufnummer bestimmen, sofern du seine persönlichen Daten nicht vorliegen hast.
In diesem Fall solltest Du sämtliche Kommunikation mit dem Kunden gespeichert und verfügbar halten.
Es gibt Sexworker, die diesen Weg gegangen sind.
Viele Fake-Kunden rechnen damit, dass Sexworker sich nicht gegen diese Verarsche wehren.
Im Sexworker Forum haben einige Sexarbeiterinnen diesen Weg dokumentiert und so für ihre KollegInnen zugänglich gemacht.

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STALKING-RISIKEN

Cyber-Mobbing, Zwangsouting und Stalking – unschöne Begleiterscheinungen im Biz.

Wenn Du telefonisch oder online belästigt wirst oder Dir mit Outing gedroht wird, z.B. mit Weitergabe Deiner persönlichen Daten und Identität im Netz oder umgekehrt jemand droht, Dein „Hobby“ an Familie oder Arbeitgeber zu verraten, wende Dich sofort an die nächste Beratungsstelle für SexarbeiterInnen und stelle mit ihrer Hilfe einen Strafantrag.
Durch eine Anzeige ist es leichter, die eindeutige Identität des Erpressers oder Stalkers zu ermitteln.
Speichere vorsichtshalber alle SMS und E-Mails im Zusammenhang mit diesen strafbaren Handlungen, um Beweise zu sammeln und Dich erfolgreich wehren zu können.

Vogel Strauss hilft in vielen Fällen nicht weiter. Du kannst durch diese psychische Belastung krank werden.
Das gleiche gilt bei Erpressung mit Outing, wenn Du anonym arbeitest. Wende Dich an kompetente Berater, suche Schutz, bleib stark!
Viele Stalker oder Männer, die penetrant belästigen, gehen davon aus, dass man sich aus Angst wegduckt und nicht wehrt, dann geht der Psychoterror ewig weiter.

Es sind ausreichend Fälle im Sexworker Forum dokumentiert und es sind Hinweise zu finden, wie man sich wehren kann und welche Massnahmen andere Escorts in solchen Fällen ergriffen haben.
Du kannst Dich dort anonym registrieren und jederzeit Hilfe anfragen.

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HEIMLICHE VIDEOS

Outingrisiko: heimliche Filmaufnahmen!

Sei vorsichtig, dass Du während eines Kundentermins nicht heimlich gefilmt wirst.
Achte in einer fremden Umgebung auf ein kleines rotes Lämpchen, das meist ein Hinweis auf eine laufende Kamera am Computer oder im Handy ist.
Wenn Du ein bestimmtes Objekt siehst, das Du nicht einordnen kannst, werfe ein Kleidungsstück darüber.
Wenn Du eine Kamera entdeckst, fang keine Diskussionen an. Falls möglich, nehme die Aufzeichnung an Dich und verlasse sofort den Ort.
Falls Du derlei Filmaufnahmen im Netz findest, wende Dich an den Administrator der entsprechenden Website, wo die Bilder oder Video einsehbar sind.
Drohe mit rechtlichen Schritten. Häufig werden die Aufnahmen sofort aus dem Netz genommen.
Falls nicht, solltest Du rechtliche Schritte einleiten, auch gegen die Person, die die Bilder eingestellt hat.

Falls Du Dir unsicher bist, suche Dir dazu zunächst Beratung, anonym im Netz, im erwähnten Sexworker Forum, oder bei einem Anwalt.
Idealerweise ein Fachanwalt für Medienrecht, Internetrecht.

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GEWALT

Du wirst mit Gewalt konfrontiert. Was ist zu tun?
Trigger-Warnung bei folgenden Hinweisen.

Wenn Du eine Waffe bei Dir trägst, sei es ein Messer oder Tränengas etc., sei Dir bewusst, dass ein Täter sie an sich nehmen und gegen Dich richten kann.
Mache vorsorglich einen Selbstverteidigungskurs. Dadurch fühlst Du Dich selbstbewusster.
Ein (Schnell) Kurs ist jedoch kein ausreichender Schutz für den Fall der Fälle, da es Dir an Training und Übung mangelt oder Du diese Fähigkeiten nicht einsetzen kannst.

Du solltest immer die Arme frei haben, also auch beim Sex in jedweder Stellung.
Idealerweise solltest Du vermeiden, mit Kunden zu verkehren, die unter Drogen oder Alkoholeinfluss stehen, da diese die Hemmschwellen sinken lassen und Aggressionen auslösen können.
Versuche, Dich unmittelbar und geschickt frühzeitig aus einer Gefahrenzone zu entfernen, sobald Dich erste Anzeichen hellhörig werden lassen.

Wenn Du den Ort nicht verlassen kannst, nehme eine Risikoeinschätzung vor, rufe ggf. laut um Hilfe, am besten „Feuer, Feuer“, da manche Menschen sonst nicht reagieren, selbst wenn sie in unmittelbarer Umgebung sind.

Nach einer erlebten Gewalterfahrung suche Hilfe bei der Polizei (Rufnummer 110) oder bitte andere darum.
Dies ist eine schockierende, traumatische Erfahrung. Begebe Dich in professionelle Hände, anstatt es zu verdrängen oder die Schuld bei Dir zu suchen.

Du bist das Opfer einer Gewalttat geworden.
Wenn es während eines Kundentermins passiert ist und Du Sorge hast, Dich bei der Polizei mit Deinem Nebenjob zu offenbaren:
Das Recht ist auf Deiner Seite und es gibt einschlägige Gerichtsurteile, wo Sexworker ihr Recht bekommen haben und erfolgreich gegen den Täter vorgegangen sind.
Soweit man das sagen kann, auch wenn man keine echte Wiedergutmachung erfährt, die das Geschehen rückgängig machen kann.

Die Strafverfolgung ist ein mühsamer Weg, vor dem viele zurückschrecken.
Bedenke, dass es für Dein weiteres körperliches und seelisches Befinden hilfreich ist, sich zu wehren und den Täter dafür haftbar zu machen. Auch als Schutzmassnahme für andere Escorts.
In jedem Fall solltest Du möglichst schnell das Erlebte genau aufschreiben, Datum, Uhrzeit, Ort, wie viele Personen beteiligt waren, besondere Merkmale des Täters.
Solche Aufzeichnungen dienen im Falle einer Anzeige als Beweismittel. Eine Anzeige kannst Du sofort oder später erstatten.

Wenn Du Bedenken hast (z. B. weil Du keinen sicheren Aufenthaltsstatus in Deutschland hast), kannst Du Dich auch erst bei einer Beratungsstelle für SexarbeiterInnen oder einer Beratungsstelle für MigrantInnen beraten lassen (siehe Adress-Auswahl im Anhang).

Gehe möglichst schnell zu einer Ärztin/einem Arzt oder ins Krankenhaus, um Dich und Deine Kleidung auf Spuren des Täters wie Sperma oder Blut untersuchen zu lassen.
Sie dienen als Beweismittel, auch wenn Du erst später Anzeige erstattest. Möglicherweise ist eine HIV-PEP sinnvoll, die innerhalb von 24 Stunden begonnen werden sollte.
HIV-PEP ist eine medizinische Sofortmaßnahme, die dann ergriffen werden kann, wenn man einem HIV-Infektionsrisiko ausgesetzt wurde (ungeschützter Verkehr).

Bleib nicht allein, sondern hole Dir Unterstützung.
Falls niemand erreichbar ist, dem Du vertraust, wende Dich an eines der Projekte, die Frauen in Deiner Situation helfen, an eine erfahrene Kollegin oder wende Dich an die Notfallnummer des Sexworker-Forums, die Du dort auf der Startseite findest, wenn Du auf das Bild „Hilfestellung in Notsituationen“ klickst.

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3 Kommentare

  1. Spermaluder43 on

    Ich melde mich immer bei einer Vertrauens Person .Wenn ich ein Date habe …
    Sage wo ich mich aufhalte ,von wann bis wann. .. Und rufe gleich nach dem Date an ,damit sie wissen ,es geht mir gut …
    So sicher ich mich ab ….
    Es gibt aber auch in vielen Handys schon ,
    Für Notfälle, egal um welche es filleicht mal gehen sollte .
    Eine Einstellung. …
    Wo man die Person angibt ,Die dann eine SMS erhält. Und weiß Wo sie sich momentan aufhält.ist Topp sicher .und immer gut ,für egal was sein sollte …
    Nutzt sie .so schützt Ihr euch auch .lg

  2. „[V]ernetze Dich mit KollegInnen und gründe einen Cover-Circle, wo Ihr Euch gegenseitig über Eure Kundentermine, Kundenadressen informiert, Euch vor und nach jedem Date zurückmeldet. Es gibt u. a. dafür ein gleichnamiges App für das Mobiltelefon […].“

    Wie heißt diese App? Unter der Suche „Cover Circle App“ oder dergleichen ist nichts zu finden.

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