Einladung zur 3. Frankfurter ProstitutionsTage – 7. bis 9. November 2014
Die Große Koalition von CDU und SPD plant für Ende 2014 ein neues Gesetz zur Reglementierung von Prostitution.
Versprochen wird eine „Gleichbehandlung“ mit anderen Gewerben. Bessere Arbeitsbedingungen durch Standards für Prostitutionsstätten werden in Aussicht gestellt. Tatsächlich jedoch geht es um einen repressiveren Umgang mit Prostitution, auf Kosten der rechtlichen Gleichstellung von Sexarbeit mit anderen Berufen:
- die nach wie vor bestehende strafrechtliche Sondergesetzgebung zu Prostitution wird
zementiert;
- behördliche und polizeiliche Kontrollbefugnisse gegenüber Sexarbeiter/innen und
Betreiber/innen von Prostitutionsstätten sollen ausgeweitet werden.
Vieles spricht dafür, dass die geplante Politik einer „Erlaubnispflicht für Prostitutions-stätten“ ein tiefgreifender Einschnitt wird. Die Abwicklung des Prostitutionsgesetzes und der bewusst in Kauf genommene, schrittweise Generalangriff auf die legalisierte Prostitution könnten sich als Vorbote eines weitergehenden gesellschaftlichen Rollbacks im Umgang mit Sexualität erweisen. Denn wohlgemerkt: Prostituiertenrechte sind Frauenrechte!
Schwere Zeiten dürften bevorstehen. Kein Grund, den Kopf in den Sand zu stecken! Vielmehr gilt es, das grundgesetzlich geschützte Recht von Sexarbeiter /innen auf ungehinderte Berufsausübung zu verteidigen!
Die 3. Frankfurter Prostitutionstage sind ein Forum der Auseinandersetzung, wie Rechte von Sexarbeiter/innen gestärkt und das Grundrecht auf freie Berufsausübung in der Prostitution verteidigt werden können. Interessierte sind herzlich eingeladen, sich an diesen Diskussionen und Beratungen zu beteiligen.
3. Frankfurter ProstitutionsTage
- P R O G R A M M -
Doña Carmen e.V.
Begrüßung & Organisatorisches
Professor Dr. Volkmar Sigusch, Sexualwissenschaftler, Frankfurt
Nein zur Kriminalisierung von Prostitution!
Fraences, Sexarbeiterin, Frankfurt
Kontrolle, Überwachung, Sanktionen –
Was auf Sexarbeiter/innen mit der neuen Prostitutionsgesetzgebung zukommt
Vortrag & Diskussion
Melanie, Sexarbeiterin (voice4sexworkers), NRW
Warum ‚normalen‘ Bürgern die Anti-Prostitutions-Kampagnen nicht egal sein sollten
Vortrag & Diskussion
Pieke Biermann, Aktivistin der Hurenbewegung der 80er Jahre, Berlin
„Wir sind Frauen wie andere auch!“ –
Was wir von der ‚alten Hurenbewegung‘ lernen können
Vortrag & Diskussion
Dr. Philipp Thiée, Rechtsanwalt, Frankfurt
Prostitution und ‚Organisierte Kriminalität‘ – Mythos oder Realität?
Vortrag & Diskussion
Prof. Dr. Katja Sabisch, Ruhr-Universität Bochum
„Gefährliche Körper“ – Vom infizierten Weib zur Prostituierten als Versuchsperson in medizinischen Menschenexperimenten
Dr. Susanne Dodillet, Universität Göteborg, Schweden
Das „Schwedische Modell“ – Konservative Prostitutionspolitik zwischen Schein und Sein
Vortrag & Diskussion
Juanita Henning, Doña Carmen e. V., Frankfurt
Prostitutionsgesetzgebung und Große Koalition –
Herausforderungen für die Sexarbeiter/innen-Bewegung
Vortrag & Diskussion
Johannes Mahn, Colectivo Hetaira, Madrid
Aktuelle Entwicklungen der Prostitutionspolitik in Spanien
Vortrag & Diskussion
Dr. Helga Amesberger, Institut für Konfliktforschung, Wien
Prostitutionspolitiken in Europa – Wandel im internationalen Vergleich
Vortrag & Diskussion
Percy McLean, Rechtsanwalt, ehem. Richter am Verwaltungsgericht Berlin
Das deutsche Prostitutionsgesetz – ein Auslaufmodell?
Bordellbetreiber (angefragt)
Neues Prostitutionsgesetz und Prostitutionsstätten
Clemens Meyer, Schriftsteller, Leipzig (angefragt)
„Hört den Huren endlich zu!“
Abschlussrunde
Kleiner Umtrunk in den Räumlichkeiten von Doña Carmen e.V.
Anmeldung an [email protected]
donacarmen.de/?p=491

