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Darf ich FREMDGEHEN?

Fremdgehen - keiner redet drüber!??

Das Wort "Fremdgehen" hört sich bereits schlimm an. Aber ist Fremdgehen wirklich so schlimm? Sollte man seine Lüste unterdrücken und über dieses Thema schweigen?

Es gibt ausgesprochene und unausgesprochene Regeln in einer Beziehung und vor allem in der Ehe. Keiner hält sich gerne an Regeln, denn schon das Wort "Regel" nervt. Aus "Liebe" erklärt man sich bereit diese Regeln zu beachten. Zum Beispiel, die Regel treu zu sein, das Vertrauen nicht zu brechen. Den Partner nicht zu enttäuschen. Bekommt man nun Lust auf Fremdgehen ist man in seinen Gedanken schon "böse". Man denkt darüber nach, ob man Fremdgehen sollte und bekommt angst. angst davor, die Beziehung ist danach befleckt, angst vor Streit, angst davor die richtige oder falsche Entscheidung zu treffen. angst vor einem Leben "danach".
Hauptsächlich sprechen gegen das Fremdgehen also meist Ängste? Ein angsterfülltes Leben ist nicht erstrebenswert. Verkriechen und seine wahren Wünsche im Verborgenen halten ist aber auch nicht das Wahre.

Jetzt ist die Frage: Kann man so dann überhaupt noch glücklich sein? Und will man einen Partner, der im inneren unglücklich ist?

Klar ist dieser eine aufregende „Fick“ nicht unbedingt wert dafür seine Beziehung zu riskieren. Aber riskiert man die Beziehung nicht viel mehr, wenn man sich nicht mehr wohl fühlt? Wenn etwas fehlt?

Vielleicht hat der ein oder andere das Glück in einer Beziehung zu sein, in der man genau diese Probleme offen ansprechen kann. Keiner mag jeden Tag sein Lieblingsessen aufgetischt bekommen. Das heißt ja nicht, dass er es nicht mehr mag, nur weil er mal was anderes essen will ;-)

Also ist es das Beste, wenn diese Erfahrungen in gemeinsamer Absprache gemacht werden können, wenn man nicht mehr nur "gucken" darf, sondern endlich auch mal die Chance bekommt anzufassen. Das kann so manche Beziehung neu entflammen lassen und Gefühle wieder neu erwecken. Anregungen bekommt man ja überall.

Was aber tun, wenn der Partner nicht offen für so etwas ist? Das ist ja dann doch ehr das „normale“ in einer Beziehung. Werden dann nicht unterbewusst negative Gedanken projiziert, die die Beziehung erschweren?

Wenn ich mir heimlich meine Wünsche und Sehnsüchte erfülle und dadurch ein viel besserer Partner sein kann, ist es dann wirklich Fremdgehen? Schließlich kann dadurch ja auch das Beziehungsleben sehr viel vereinfacht werden …

Keiner redet darüber, aber glaubt mir: Viele machen es ;-)

Ich persönlich bin für einen lockeren Umgang mit dem Thema und ich befürworte die offene Aussprache. Etwas zu unterdrücken oder zu verurteilen, was nun doch eigentlich jeder von uns will, kann nicht der richtige Weg sein :-*

Hast du den Schritt gewagt? Hast du "fremd"-gefickt ;-) ? Wie hast du dich danach gefühlt ^^? Hat es deine Beziehung bereichert oder belastet? Schreib mir deine Erfahrungen :-)

Jana :-*

Hallo Jana, ich bin seit 26 Jahren mit meiner Frau zusammen und irgendwann hatte ich das Gefühl mir fehlt etwas. Ich hatte einfach das Bedürfnis neue Dinge zu probieren die in meinem Kopf herum geisterten, nun weis ich aus Erfahrung das in der Praxis nicht alles so geil ist wie in der Fantasie. Das verlangen wuchs und wuchs und vor 7 Jahren habe ich es dann gewagt, habe mich auf diesem Portal angemeldet und kurz darauf folgte das erste Treffen. Auch ich hatte diese Ängste....wie komme ich damit klar....wie fühle ich mich hinterher? Also fuhr ich mit meinen Wünschen und Fantasien zur auserwählten Dame und nichts von dem geschah, ich war so verkrampft das ich mich nicht getraut habe das was ich mir vorgenommen in die Tat umzusetzen. Das einzig Gute war ich hatte kein schlechtes Gewissen und fühlte mich auch nicht schlecht außer das ich mich über mich selbst ärgerte. Aktuell gönne ich mir so 6-8 treffen im Jahr wo ich meine Fantasien auslebe und es geht mir sehr gut damit, ich bin deutlich ausgeglichener und entspannter. Auch die Angst das ich mich dadurch von meiner Frau entferne hat sich nicht bestätigt und ich Denke das auch die Beziehung mit meiner Frau davon profitiert. Eine Suchtgefahr sehe ich auch nicht, also ich für mich kann nur sagen Daumen hoch und schön des es Euch gibt. LG Ralf

23. Sep 2019Antworten

Die Beruhigungspille für den Mann, wenn ich meine Partnerin betrüge und hintergehen kann auch die Beziehung davon profitieren. Auf solch eine Logik musst du erst einmal kommen! Zumindest aber die hier tätigen Frauen sehen das bestimmt zum großen Teil ähnlich. Und wenn's letztendlich nur gut fürs eigene Geschäft ist!

23. Sep 2019Antworten

Ich bin darauf erst vor 2 Jahren gekommen. Klapt prima. Wenn es nicht hätte sein sollen, hätte der Herr mich ja auch schwul werden lassen können. Hat Er aber nicht.

23. Sep 2019Antworten

Ich denke nicht das es da so etwas gibt wie eine Beruhigungspille, und was bei mir funktioniert kann bei anderen in die Hose gehen. Ich habe einen Kollegen der erzählt ständig wie gern er mal AV hätte, aber er hat Frau und Kinder will nichts riskieren. Und so träumt er ständig weiter vom sagenumwobenen Analverkehr und geht mir weiter auf den Keks. Er hat seine Entscheidung getroffen und ich meine. Jeder muss seine Entscheidungen für sich selbst treffen, jedenfalls werde ich nicht irgendwann im Altenheim sitzen und sagen ich hätte gern dieses oder jenes getan aber ich mich nicht getraut. Ich tue es jetzt und ich hoffe das meine Frau sich nicht eines Tages ärgert weil sie etwas verpasst hat. Es ist wie Askgard sagt, man kann keine Besitzansprüche an einen Menschen stellen.

23. Sep 2019Antworten

In einer Beziehung bin ich nie fremd gegangen, denn der andere ist immer extrem verletzt wenn er davon durch irgend welche Umstände erfährt. Gerade viele Männer reden sich das ganze schön aber wenn ihre Frau oder Freundin erfahren würde das sie zu Huren gehen oder eine private Affäre haben wäre auch Schicht im Schacht und der Koffer vor der Tür oder ewiges großes Misstrauen.

23. Sep 2019Antworten

Für mich beginnt das Fremdgehen bereits wenn ein Partner sich hier auf diesen Seiten tummelt und Blogs bzw. Kommentare schreibt. Mag altmodisch klinken, entweder steh ich zu meinem Partner, so kann ich auch mit ihm über alles sprechen. Da lässt sich vieles klären ohne fremdzugehen. @Askgard, da kann ich Deine Meinung in Teilen nicht teilen. --- @Sensibelchen10983 (Berlin)23.09.2019 09:11 ### So sehe ich es auch.

23. Sep 2019Antworten

@ Hagen.v.T ....schön das Dir mein Nickname gefällt, bei meinem ursprünglichen Profil hatte ich ein weniger geschickte Händchen aber das ist eine andere Geschichte. Zu Deiner Frage.... nein ich sage meiner Frau nicht das ich z.B. am Freitag nach Essen fahre um dort eine SDL zu treffen aber ich sage ihr ich fahre nach Essen. Da ich das in den ersten 19 Jahren nicht getan habe gehe ich davon aus das ihr klar ist das ich das nicht tue weil es mir am Baldeneysee so gut gefällt. Meine Frau und ich wir kennen uns sehr gut....sie fragt nicht was ich mache wenn ich ab und zu allein irgendwo hinfahre und ich frage sie nicht was sie macht während ich arbeiten gehe. Grundsätzlich gebe ich Dir recht das man über alles reden sollte, aber ich denke bei der Geschichte hier sollte man auf Details verzichten.

23. Sep 2019Antworten

Ich kann verstehen, dass Liebe einen Absolutheits - Anspuch impliziert & es etwas seltsam ist, zu wissen, dass man den Geliebten "teilen" muss. Es sind halt schlimme VERLUST - ÄNGSTE, die mit "Sex mit anderen Teilnehmern, & ihn ggf. zu verlieren dabei, weil es dort etwaig besser ist" getriggert werden. .. Aber wenn man sich dann mal bewusst macht, dass wir Menschen sowie IMMER etwas teilen (müssen): Der Edeka offeriert seine Bröthen nicht nur für mich allein, ggf. kauft mir gerade jemand meinen Lieblingspudding weg *autsch*. .. Wir teilen uns unsere Traumjobs in dem wir - zum Glück - in Schichten arbeiten & daher manchmal in Kauf nehmen müssen, dass die Kollegin uns bei Dienstantritt den Laden nicht so perfekt wie wir die Tätigkeiten erledigt hätten, übergibt. Eltern "teilen" sich die Erziehung ihrer Kinder & keiner kann nur seinen Erziehungsstil 100 %ig durchsetzen. Als Geschwister buhlt man um aber teilt sich in jedem Fall die Eltern. .. Am schlimmsten ist es als Besitzer von Katzen, denn diese schlauen Viecher haben IMMER 3 "Teilzeit - Besitzer", weil die oft irgendwo noch ins Haus mit rein dürfen oder beim Nachbarn Futter erbetteln --> gabs sogar mal eine Reportage auf - glaub RBB - darüber, wo man das "Fremdgehen" der Katzen mit Tracker wissenschaftlich bewies & dann auch die Nachbarn interviewte, wo die fremde Mietzi mit im Bett lag oder auch noch nebenher durchgefüttert wurde). .. Man hat also nie im Leben irgendwo den Absolutheitsanspruch. Punkt 1. .. Punkt 2: Wer wirklich (bedingungslos) liebt, sollte eigentlich WOLLEN; dass es dem Geliebten gut geht --> selbst wenn das im schlimmsten Falle hieße, dass er sich trennt & man trotz eigener Trauer weiß, dass er mit einer anderen Frsu glücklich(er) ist & sich aus wahrer Liebe für ihn freuen sollte. Aber da ist nunmal unser menschliches Ego im Weg. Wir sind keine Götter, die so stark lieben können. Leider! Würde uns & anderen den Schmerz der Rache ersparen. .. Punkt 3: Ich staune immer wieder, dass noch so viele Menschen heiraten, weil es letztendlich ein EID / SCHWUR / Gelübde ist, das man mit seinem romantischen Ja - Wort da gedankenlos ablegt. Es heisst: BIS dass der ***Tod*** uns scheidet!" --> Scheidung per Gerichtsurteil ist da also gar nicht vorgesehen, das ist wie ein Blanko - Scheck oder ein Blutsbrüder - Ritual. Ich finde sotwas gruselig & könne es nicht (eben weil ich spirituell bin & man sowas nicht immer gut wieder auflösen kann). .. Ich kann es durchaus verstehen, dass man eine Familie gründen, steuerliche Erleichterungen etc. haben möchte & somit heiratet, nicht zuletzt auch aus einer gewissen aktuellen romantischen Laune heraus. Man ist frisch verliebt und kann gar nicht glauben, dass es jemals anders werden KÖNNTE. Mir würde bei diesem Eid "Bis dass der TOD (und nur dieser, also ein Leben lang zusammen bleiben, auch wenn der andere zum hochgradigen Kotzbrocken mutiert, Dich schlägt etc.) Euch scheidet, die Simme versagen, ich würde mich "verkauft" & ein Leben lang ausgeliefert fühlen, wie auf dem Sklavenmarkt. Mi "Den anderen lieben & ehren" hätte ich kein Problem, aber der Spruch müsste irgendwie umformuliert werden, dass die Schärfe dort heraus kommt, er aber immer noch liebevoll & positiv klingt --> nicht leicht. Wer sich also auf dieses Gelöbnis einlösst, dem müsste in der Kirche / im Standesamt zeitgleich klar sein, dass er nie wieder eine fremde Frau wird anrühren dürfen sexuell! .. Und wenn man dann bedenkt, dass z.B. die Heirat für Männer (wenn sie sich zumindest weltlich wieder scheiden lassen können) oft 20 000 € + X "Strafe" in Form von Unterhalt bedeutet, dass nicht selten Männer sich suizidieren vor / in der Trennungsphase, weil sie danach pleite sind oder dass ein gemeinsames Kind Dich IMMER mit dem längst Verflossenen verbinden wird, in dem Sinne, dass er immer Mitsprache darüber hat, wo Du ggf. mal hinziehen willst (einfach mal auswandern ist dann nicht mehr möglich), dann kann ich nur sagen, es ist kein Eid, der "einfach so" mal schnell mit der Scheidung wieder zu lösen ist. .. Seltsam finde ich, dass man in der Ehe selbst jemanden nicht mal restlos kennt (sonst gäbe es ja auch keine böse Überaschungen) & man sich von einem schönen, gemeinsamen Interessengebiet her, wo man sich blind versteht, sich nicht selten total konträr "auseinander" entwickelt sodass nur das Haus, die Kinder etc, noch zusammen halten anstatt sich gegenseitig zu beflügeln & gut zu tun. An dieser Stelle wäre ein neuer Partner / neuer sexueller wie geistiger Input eine Wohltat fürs Leben, das eh kurz ist! .. Und: Oft kommt mir die Ehe eher wie eine Versorgungs - Institution vor, fast wie Lebensmittelgeschäfte, die die Großstadt am Laufen halten. 2 Gehälter = mehr Möglichkeiten auf Hauskredit, ein größerer Urlaub wird möglich etc. Der eine putzt, der andere repariert das Auto. Wahrscheinlch gehört es dazu, dass somit die "Liebe" / Sexualität sich am Alltsg zerreibt & einschläft. Die Devise: "ICH habe keine Lust mehr auf Sex (mit Dir?), also musst Du auch dem Sex für immer abschwören, finde ich fast schon ein Verstoß gegen das Menschenrecht auf körperliche Unversehrtheit. Aus falsch verstandener Loyalität vesuchen Eheleue aber eine Art perfekt aufeinander abgestimtes Uhrwerk zu werden, Ergo : Was der Eine schlecht findet, darf der Andere auch nicht mehr. Mir als Frau gäbe es z.B. zu denken, wenn ich spüre, mein Mann versucht immer wieder Sex mit mir zu haben, aber ich will das (mit ihm ggf. nur) nicht mehr...dann könnte ich nicht erwarten, dass nur weil ***ich*** nicht mehr will, er es auch nicht mehr zu wollen hat. Wäre ja fast so, als nur weil ich satt bin, darf ein anderer, der gerade von der Arbeit heim kommt, auch nicht mehr essen & muss sein hungrig- Sein als Satt sein mir vorlügen, des lieben Friedens willen. .. Da sowieso fast jeder heimlich "lustwandelt" ergo sich klammheimlich in die Kollegin verliebt oder mal Lust auf Spontansex hat, der im fest gezurrten Altag und Müdigkeit daheim oft nicht möglich ist, sollte man einsehen, dass das Ideal von "Bis dass der Tod Euch scheidet, ewiger Treue etc." gerade auch sexuell einfach nicht 40 Jahre plus gut gehen kann & man sollte sich Ausflüchte erlauben. .. Letztendlich kann man auch mit zwanghafter Monogamie jemanden, der nicht mehr zu mir gehört, nicht aufhalten zu gehen. Dann trennt er sich halt erst von der Gattin & hat danach erst Sex mit der neuen "Braut" .. Ich finde oft schad, dass wir Menschen nur den Kummer des Abschieds sehen, aber nicht die tollen Abenteuer, die jede neue "Liebe" / Verändeung in unser Leben bringt.

23. Sep 2019Antworten

@JessianeuinderStadt.....dieses Gelübde bis das der Tod euch scheidet gibt es meines Wissens nach nur in der Kirche. Auf dem Standesamt bleibt man davon verschont, oder ich habe es verdrängt, kann mich jedenfalls nicht daran erinnern.

23. Sep 2019Antworten

sorry, k vergessen.

23. Sep 2019Antworten

Ich gehe überhaupt nicht fremd. Ich kenne alle "meine" DSLs.

23. Sep 2019Antworten

@Sensibelchen da bin ich deiner Meinung! @Romantikstunde - was hat das mit Schwul zu tun? Schwule gehen ihren Partnern bestimmt auch mal Fremd. Sei mal nicht so Homophob :)

25. Sep 2019Antworten

@ Jana - so schön das "Fremgehen" für manche sein mag - aber sich den Betrug und das Lügenmärchen an dem Partner schön zu reden ist bestimmt nicht der Weisheit letzter Schluss.

25. Sep 2019Antworten

Was ist "Fremdgehen".. Seiner Lust Lauf zu lassen und mit jemand anderem Vögeln? Oder ist Fremdgehen in jemand anderes verliebt zu sein, ohne ihn jemals berührt zu haben? Oder bereits die Lust auf jemand anderes? Oh, diese niveauvollen Diskussionen hier rauben mir den Schlaf. Gute Nacht, bin müde

25. Sep 2019Antworten

Warum ist Vögeln oder Sex das einzige menschliche Bedürfnis, das im Leben reglementiert werden muss? Was hat vögeln mit lieben zu tun und warum sind die beiden Dinge so oft untrennbar miteinander verbunden.....? Macht euch eure eigenen Schranken in euren Köpfen und lebt danach, wenn es euch glücklich oder/und unfrei macht oder seit offen und gesteht euch und eurem Partner mehr zu als eure eigene Wenigkeit.....

25. Sep 2019Antworten

Was ist „Fremdgehen“? Im Allgemeinen versteht man darunter die sexuelle Untreue in einer Beziehung. Wie aber kommt es zu dieser häufigen Dissonanz in Beziehungen (ich glaube, man geht von mindestens 30% aus)? Warum sind die Geschlechter von der Natur nicht so konstruiert, dass Untreue gar nicht erst entsteht? Dann gäbe es das Problem gar nicht. Im Tierreich, dem wir nun mal angehören, gibt es bei den verschiedenen Arten die unterschiedlichsten Formen von Treue und Untreue. Weder Promiskuität noch lebenslange Treue sind ungewöhnlich, und dazwischen gibt es noch graduelle Abstufungen. Es kommt nur auf die Tierart an. Falls der Treue-Typ also artspezifisch ist: Zu welcher Gruppe gehören wir Menschen? Die Antwort darauf ist nicht einfach. Die meisten Befragten würden zwar sofort und ohne zu überlegen, antworten: „Ich bin natürlich treu“ - aber stimmt das? Für die meisten Mitglieder der Kaufmich-Community - egal, ob Männlein oder Weiblein - würde die Antwort wohl eher lauten: „Wir sind eher promiskuitiv“. Und zwar unabhängig vom offiziellen Beziehungsstatus. Männer und Frauen der Community befinden sich in einer m:n-Beziehung, das heißt: Jede mit jedem und jeder mit jeder ist möglich - und zwar auch dann, wenn sich hier langfristige P6-Beziehungen entwickeln können. Für die natürliche Veranlagung der Menschen zur Promiskuität spricht auch, dass unsere (Primaten-)Verwandtschaft in der Mehrzahl ebenfalls dorthin tendiert (besonders sympathisch sind mir dabei die Bonobos, die den ganzen Tag nichts anderes als Sex im Kopf haben :-)). Unter einem Evolutionsaspekt ist es ja auch durchaus von Vorteil, durch möglichst viele Erbgut-Rekombinationen eine möglichst große Vielfalt an Nachkommen zu zeugen. Obwohl also die KM-Community (und vermutlich ebenso der Rest der Menschheit) eher wie die Bonobos als wie die Graugänse tickt (ich entschuldige mich direkt bei den „Graugänsen“ unter den Lesern - die löblichen Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel!), würden das die wenigsten in ihrem Freundeskreis, in der Öffentlichkeit, oder nur gegenüber dem eigenen, dem offiziellen Partner zugeben (s.o.: „Ich bin natürlich treu“). Wieso nicht? Warum bringt uns unsere Trieb- bzw. Gefühlswelt in so eine Zwickmühle? Weil es unmoralisch ist; es ist also ein kulturelles Problem! Im Gegensatz zu anderen Tieren haben wir ein Bewusstsein entwickelt, mit Hilfe dessen wir uns unsere Sexualität ein Bisschen verkompliziert haben. Das hat durchaus einen gewaltigen Vorteil, nämlich gesellschaftliche Stabilität. Die Monogamie ist die Basis der Sesshaftwerdung der Menschheit und damit der Zivilisation. Sie führte zur Gründung von übersichtlichen Familienstrukturen, ermöglichte damit ein einfaches Erbrecht und damit wiederum die Bildung von Vermögen und Wohlstand über Generationen hinweg. Die Familie ist die Keimzelle von Gemeinschaften und Staaten. Mit Absicht verhängte der Staat in den Anfängen der Zivilisation - und je nach Staat auch heute noch! - aus Eigeninteresse drakonische Strafen fürs Fremdgehen - immer ideologisch abgesichert durch die gerade aktuelle Staatsreligion. Als Mittel zum Zweck diente dabei auch der unsichtbare Deal zwischen den Geschlechtern. Traditionell lag im Patriarchat die Macht in den Händen von Männern. Frauen bot das Konstrukt der Monogamie existentielle Sicherheit für sich und ihre Kinder, was zu Festigung der Männermacht führte; eine Win-Win-Situation also: „Du (Frau) lässt mir die Macht, dafür sichere ich (Mann) dich ab!“. Das ist heutzutage natürlich archaisch, zumindest im westlichen Kulturkreis. Der Deal wurde früher in der Regel durch die Hochzeitszeremonie besiegelt. Der Preis: Man musste nur die eigenen Triebe unterdrücken. Blöderweise zählt der Sexualtrieb zu unseren stärksten Trieben; direkt nach dem Bedürfnissen zu essen, zu trinken und zu schlafen. Triebunterdrückung funktioniert aber in der Regel nicht; meistens wird man krank davon. Funktioniert der Sex innerhalb einer Beziehung nicht mehr, hört der Körper nicht auf, die betreffenden Hormone zu produzieren. Selbstbefriedigung hilft zwar für den Moment, ist aber im Vergleich zum Liebesakt nur Symptomlinderung. Fremdzugehen, um nicht psychisch krank zu werden, ist jedenfalls ein sehr kleines „Übel“ (ist es angesichts der obigen Überlegungen überhaupt ein Übel?), verglichen mit anderen möglichen „Ventilen“, die hier nicht Gegenstand der Betrachtung sein sollen. Ehe und Monogamie haben in unseren Tagen als staatstragendes Verhalten ausgedient. Nicht einmal die Heterosexualität wird noch gegenüber anderen Sexualitätsformen bevorzugt (ich habe den Überblick verloren, was es da mittlerweile alles „queeres“ gibt). Ich könnte mir vorstellen, dass es die moralische Bewertung „Fremdgehen“ für die ausgelebte genetische Promiskuität in ein paar Jahrzehnten auch nicht mehr gibt.

15. May 2023Antworten
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