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Die Macht der Presse & der tote kleine Junge

Haben diese Bilder euch erschreckt? Ist es scham- und pietätlos, sie unzensiert in all ihrer Grausamkeit zu zeigen? Wird nun ein empörter Aufschrei durch die ganze Welt gehen?

Um es salopp auszudrücken: Flüchtlinge sind in der Welt der Presse ein Reißer, den es solange auszuschlachten gilt, wie der (vermeintlich) geneigte Leser es haben "will." Wenn ein Flüchtling auf der Insel Lesbos ertrinkt, weiß das die ganze Welt. Wenn ein kleiner Junge ertrunken an den Strand gespült wird, ergießt sich global eine Welle der Empörung über unsere Köpfe und auf einmal muss man (politisch) "aktiv" werden und "was dagegen unternehmen." Wobei es sich jüngsten Meldungen zufolge bei dem kleinen Jungen nicht einmal um einen Kriegsflüchtling gehandelt haben soll - wenn man den Berichten Glauben schenken darf.

Tatsache ist jedoch, dass die Presse einen unglaublichen Einfluß auf den Mainstream nimmt, was wann wo und wie an Informationen an die Menschen geht - eine unsägliche Diktion, die mir mehr als sauer aufstößt und mich leicht paranoid macht, da ein Informationsfluß dieser Art an den "gesteuerten" Mainstream vergangener Tage erinnert. ("Wochenschau" läßt grüßen)

Natürlich ist das Schicksal des kleinen Aylan tragisch und natürlich kann (soll) darüber berichtet werden. Erschreckend ist jedoch, wie leicht es den jeweiligen Medien fällt, den Mainstream zu beeinflussen und in eine bestimmte Richtung zu lenken - mit WISSENTLICH vorprogrammierten Reaktionen.

Ist es also scham- und pietätlos, die Bilder unzensiert in all ihrer Grausamkeit zu zeigen? - Das möge der geneigte Leser selbst entscheiden.

Wird nun ein empörter Aufschrei durch die ganze Welt gehen? - Das bleibt abzuwarten.

Wird sich an der Art der Berichterstattung etwas ändern? - wahrscheinlich nicht; zu fett ist der Kuchen, von dem man (auch politisch) profitiert.

Ich für meinen Teil finde es abartig und geschmacklos dem toten Jungen und seiner Familie gegenüber ... Ruhe in Frieden kleiner Mann ...
in der Hoffnung, daß das grausame en bald ein Ende haben möge ......

Allen KM Mitgliedern einen guten Start in die neue Woche,

LG Eure Josey

„Erschreckend ist jedoch, wie leicht es den jeweiligen Medien fällt, den Mainstream zu beeinflussen und in eine bestimmte Richtung zu lenken - mit WISSENTLICH vorprogrammierten Reaktionen.“ Dies ist ein bemerkenswerter Satz. Auch ich teile deine Meinung. Es ist schon erstaunlich wie die öffentliche Meinung manipuliert werden kann. Vor kurzem waren noch alle Menschen „Je suis Charlie“. Dann kam der Flugzeugabsturz in den Alpen mit dem Selbstmordpiloten. Tagelang gab es kein anderes Thema. Aber wie viele Menschen erinnern sich überhaupt noch an diese beiden Ereignisse? Ich denke nicht sehr viele. Nun ist dieses Bild von Aylan bei allen im Gedächtnis und die Menschen rennen zum Bahnhof und verteilen Hilfsgüter an die Flüchtlinge. Was natürlich sehr positiv ist. Aber wie lange hält dies an? Es zeigt aber eben auch wie leicht sich ein "Hype" entfachen lässt. Irgendwie auch eine beängstigende Vorstellung.

7. Sep 2015Antworten

Manche meinen zu erkennen, dass eine Wende im Umgang mit dem Thema "Flüchtlingen" zu spüren sei, ich hoffe es auch.

7. Sep 2015Antworten

@ PaulHorst Wenn du lange Zeit in der Presse gearbeitet hast, dann dürfte dir ja bekannt sein, dass es nicht darum geht objektiv über ein bestimmtes Thema zu berichten, sondern das es Aufgabe der Journalisten ist, die Wahrheit so zurechtzubiegen damit sie in die politische oder gesellschaftliche Ausrichtung des jeweiligen Mediums hineinpasst. Dies geschieht durch selektive Auswahl der Fakten, durch bewusstes Weglassen von nicht genehmen Fakten oder der geschickten Auswahl von Bildern. Damit soll bewusst und vorsätzlich eine bestimmte Stimmung erzeugt und die öffentliche Meinung beeinflusst werden. Jedes Medium egal ob Presse, Fernsehen oder Internet hat eine bestimmte politische Ausrichtung. Ich nenne mal bewusst zwei sehr extreme Beispiele. Wenn das „Neue Deutschland“ und die „Nationalzeitung“ über die Flüchtlingsproblematik berichten, dann kommen beide zu völlig unterschiedlichen Ergebnissen. Beide Medien suggerieren, dass nur sie die Wahrheit berichten. Die Anhänger beider politischer Lager sehen sich dadurch in ihrer Weltsicht bestätigt. Bei Medien die nicht ganz so extrem einseitig ausgerichtet sind, geschieht dies subtiler. Aber auch die „SZ“ und die „Welt“, um mal zwei Beispiel zu nennen, sehen Themen aus einer ganz bestimmten Perspektive. Da sie aber ein seriöseres Image haben, sind die Menschen geneigt ihnen eher zu glauben und lassen sich dadurch besser beeinflussen. Auch die öffentlich rechtlichen Fernsehsender (ARD, ZDF) berichten aus einem ganz bestimmten Blickwinkel. Da die etablierten politischen Parteien in den Gremien maßgeblich vertreten sind, dominieren natürlich auch sie die Berichterstattung beider Fernsehsender. Noch problematischer ist das Internet, weil hier für den Nutzer nicht ersichtlich ist, wer eigentlich dahintersteckt. Deshalb haben viele das Internet auch als Propaganda-Medium entdeckt. Ein extremes Beispiel ist hier Russia-Today, ein von Putin und dem Kreml installiertes Sprachrohr zur Beeinflussung der Meinung in den westlichen Demokratien. Aber auch in den sozialen Medien sind viele im Auftrag des Kremls unterwegs um Stimmungen zu erzeugen. So ist zum Beispiel bekannt, dass die Foren von politischen Talksendungen im Internet wie z. B. von Günther Jauch oder Maybritt Illner maßgeblich von gekauften Lohnschreibern des KGB, die sich als einfache Bürger tarnen, dominiert werden. Auch hier ist gezielte Meinungsmanipulation das Ziel.

8. Sep 2015Antworten

@ PaulHorst Ja, die Wahrheit kann manchmal wehtun, aber genau so läuft das Geschäft.

8. Sep 2015Antworten

@ PaulHorst Ich glaube sehr wohl mir durch persönliche Erfahrung ein Urteil erlauben zu dürfen. Wenn dir niemand reingeredet hat, so glaube ich dir dies natürlich auch. Dann hattest du sicher Überzeugungen, die sich inhaltlich mit der Ausrichtung der Zeitung bzw. der Agentur gedeckt haben. Du warst dann quasi ein „Überzeugungstäter“ im positiven Sinne. Dann gibt es natürlich keine Probleme. Schwierigkeiten gibt es aber immer dann, wenn du eine der politischen Ausrichtung des Mediums gegenteilige Meinung publizieren möchtest. Versuche z. B. mal als Journalist in der „taz“ einen Artikel zu veröffentlichen, der eine gewisse inhaltliche und programmatische Nähe zum Parteiprogramm der „AfD“ aufweist, selbst wenn dieser inhaltlich den objektiven Tatsachen entspricht. Da wird dir dann schon der Chefredakteur oder Herausgeber auf nachdrückliche Art und Weise darlegen, welche Meinung du in dieser Zeitung zu vertreten hast. Auch sind z. B. kapitalismuskritische Artikel in einer Börsenzeitung nicht möglich. Auch da wird dir dann sehr schnell klar gemacht werden was und wie du zu schreiben hast. Wenn du dazu nicht bereit bist, wirst du sehr schnell den Arbeitgeber verlassen müssen. Ich bin der festen Überzeugung, dass es bei allen Medien nicht in erster Linie um Aufklärung und Wahrheitsfindung geht, sondern um Meinungsmache und Meinungsmanipulation im Sinne der Herausgeber und Geldgeber des Mediums. Diese Sichtweise hat aber nichts mit der im Zusammenhang mit den Pegida-Demonstrationen aufgekommenen Schlagworte wie „Lügenpresse“ zu tun. Hier wird ja suggeriert, dass die Mehrzahl der Medien in Deutschland von einer unsichtbaren Hand im Hintergrund gesteuert werden und gleichgeschaltet sind. Derartige Verschwörungstheorien halte ich auch für Unfug. Ich denke aber sehr wohl, dass in Deutschland konkurrierende Medien mit gezielten Kampagnen bestimmte Meinungen lancieren und steuern wollen. Die Journalisten sind da nur bezahlte Lohnschreiber um dieses Ziel zu erreichen. Das klingt vielleicht etwas hart, entspricht aber meiner Meinung nach den Regeln dieses Geschäftes.

9. Sep 2015Antworten
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