Erkenntnis des Tages: Es gibt nicht nur Dum Doms auf dieser Welt!
Der Beweis: Die E-Mail eines Doms, der mich für Stuttgart/München anfragt, explizit meine Homepage und mein Social Media referenziert, UND SEINE EIGENE KINK LISTE MIT SCHICKT.
Gahhh wann ist April?!
Denn im April bin ich wieder in Stuttgart und es klappt wohl ein Treffen.
Aber seriously... wie häufig bekommt ihr – wenn ihr devot/passiv arbeitet – Anfragen von angeblich dominanten Menschen, die keine Ahnung haben, was "Dom sein" überhaupt umfasst?
Ich switche und arbeite viel dominant.
Für mich bedeutet Dom/Top sein...
- fürsorglich mit meinem Sub umzugehen
- genau zu verstehen, was mein Sub kickt
- klar zu wissen, was soft und hard limits sind
- die nötige Recherche zu betreiben, ggf durch Nachfragen/Vorgespräch oder durch Social Media falls vorhanden
- genau zu wissen, was gewünscht ist, was möglich und was "vielleicht" passieren kann
Zudem wichtig: Beim ersten Treffen geht es ums KENNENLERNEN.
Auch, wenn Geld im Spiel ist.
So gern ich auch "consentual non-consent" mag, das ist beim ersten Treffen ein NO-GO.
Denn dafür brauche ich Vertrauen.
Mein Bauchgefühl und ein Telefnonat hilft, aber ich hatte auch schon Doms, die am Telefon super waren und dann vor Ort sofort eine Grenze überschritten haben (habe ihn rausgeworfen).
Also, liebe dominanten Herren...
Fragt nach. Informiert euch. Redet mit uns, die auch devot spielen oder passive Treffen anbieten.
Sonst werdet ihr als Dum Dom in unseren Erzählungen eingehen und kein Treffen bekommen.


Vielleicht ist es deswegen relativ neu, im P6 überhaupt devote und masochistische Dienstleistungen anzubieten. Vor 10 Jahren gabe es so etwas nur in einigen Studios und auch nur in einer Kombination aus drei Personen. Da würde ich ehrlich gesagt auch so gut wie irgendwie möglich kommunizieren und wahrscheinlich 90% aller Kandidaten ablehnen. Stellt sich nur die Frage ob es wirklich sinnvoll ist, alles anzubieten, auch Dinge die eigentlich nicht möglich sind? Vor 10 Jahren wäre auch keine Dame auf die Idee gekommen GFS anzubieten, oder ZK. Nicht weil es dafür keine Nachfrage geben würde, sondern weil eine Dienstleistung mit so viel Intimität, nicht auch noch Freundschaft anbieten sollte, völlig egal ob gut oder schlecht gespielt. Aber wahrscheinlich bin ich inzwischen auch zu alt für P6. Würde mir komplett merkwürdig vorkommen, wenn ich für den dominanten Part, der ja eigentlich Erfahrung, einige Fachkenntnisse, Geschicklichkeit, ein paar fundierte anatomische/medizinische Kenntnisse, Sensibilität, Feingefühl, Aufmerksamkeit und nicht zuletzt sehr viel Konzentration erfordert, auch noch Geld bezahlen sollte. Wer weiß was es im Jahr 2034 alles zu kaufen gibt, UWA (Unterwasser-Anal) und WRS (Weltraumsex). Vielleicht hat sich dann P6 mit, dummen und dominanten Menschen genauso etabliert, wie lange Fingernägel oder ein großer UND künstlicher Busen?
Die Anfragen von angeblich dominanten Menschen hält sich seit einiger Zeit, zumindest hier bei KM in Grenzen. In meinem Mailfach von einer anderen Seite erhalte ich auch oft diese Listen der Schwachmaten mit irrsinnigen Vorstellungen. Aber die kann man ja zum Glück ignorieren. Ich heb sie auf und amüsiere mich oft über soviel Dummheit. Es treiben sich zuviele Dumm-und -Möchtegerndoms rum, die von alldem so fast garkeine Ahnung haben. Die haben nur irgendwann mal ein schlechtes Filmchen gesehne und wollen unbedingt dieses verwirklichen. Dass da aber auch Empathie und ein sehr hohes Verantwortungsbewusstsein vorhanden sein müssen, lassen sie ausser Acht. Egal ob im P6 oder im realen Leben, ist es schwierig, einen Dom zu finden, dem das alles keine Fremdwörter sind und in erster Linie immernoch ein Mensch gegenüber steht. Manche meinen, nur weil da ein devoter Mensch ist, können sie sich aller Zügel entledigen und loslegen. Dem ist aber nicht so. Wenn ich so eine Anfrage erhalte, hinterfrage ich sehr viel, schreibe länger und natürlich ist telefonieren sehr wichtig. Wer am Telefon dann immernoch solchen Unfug erzählt, der werd nicht mit mir spielen. Auch als ich im Studio gearbeitet habe, hab ich nicht mit jedem, der sich "dominant" genannt hat, und nach einem Termin gefragt hat, gespielt. Die meisten "Doms" kamen mit soviel Selbstbewusstsein nicht zurecht. Denen missfällt, wenn eine devoet Frau sich nicht alles bieten lässt, bevor das Spiel überhaupt beginnt. Nicht alle sind Dummerchen. Sowas wählt man sehr sorgfältig aus. Nunja, Sex mit dummen wäre nicht meins. Ich bevorzuge eher gebildete Menschen mit Empathie, die wissen, dass man mehr als 3 Worte wechseln kann und die nicht jeden für dumm hinstellen und glauben, die Weisheit allein für sich gepachtet zu haben.
Du setzt in Deinem Blog diverse Kenntnisse aus der Szene voraus und unterscheidest zwischen "echten Doms" und "Möchtegern (Dum) Doms". Das mag in der Szene passen (wobei es auch dort diverse Diskussionen gibt, z.B., ob ein "echter Dom" seine Sub z.B. lecken darf), aber nicht unbedingt hier: KM und generell P6 sind aus meiner Sicht Bereiche, wo "man" sich auch mal ausprobieren und Erfahrungen sammeln kann. Das bedeutet natürlich nicht, dass Du Dich diesen Kunden als Versuchskaninchen anbieten müsstest, aber irgendwann ist auch für den (Möchtegern) Dom das erste Mal und auch die Benutzung diverser Toys will gelernt sein. Klar ist aber natürlich auch, dass es insbesondere im D/S-Bereich sehr wichtig ist, dass Vorlieben und vor allem Grenzen und Tabus nicht nur besprochen, sondern vor allem auch respektiert und eingehalten werden. SS,C, gute Absprachen und ein gutes Vertrauensverhältnis (und nicht zuletzt: Bauchgefühl) sind Voraussetzungen für ein gelungenes Date. Andererseits ist es aber auch ein generelles Problem im P6: Wie viele Männer wünschen z.B. "ao", obwohl auf dem Profil eindeutig steht, dass dies nicht angeboten wird? Umgekehrt, wie Rodekamp auch schon schrieb: Bei vielen SDL, die "devot" angeben, habe ich das Gefühl, dass sie nicht einmal ansatzweise wissen, was dies bedeutet, geschweige denn, dass sie auch nur ansatzweise solche Dienste anbieten. Daher bevorzuge ich einen ausführliche vorherigen Mail-Kontakt (und gern ein Telefonat), auch wenn ich damit Gefahr laufe, in der Kategorie der Tastenwichser abgespeichert zu werden.
@Rodekamp, ein guter Dom sollte vielleicht ein wenig überlegter schreiben und gewissenhafter lesen, bevor er hier den Stempel "Sparfuchs" verteilt. Zumal dies auch wenig mit dem zu tun hat, was ich geschrieben habe. Nur der Verständlichkeit halber: ich halte P6 und BDSM für eine relativ schwer zu vereinbarende Sache. Deswegen hat der BDSM im P6 auch nur am Rande etwas mit BDSM zu tun. Um die ein oder andere Praktik mal kurz zu erproben, zu testen wie sich die anfühlt, ist P6 schon tauglich. Ein für mich wichtiger Grundgedanke von BDSM: einen anderen Menschen in seiner Persönlichkeit anzunehmen und zu stärken, ihn kennenzulernen, zu ergründen und mit ihm gemeinsam auf eine Reise zu gehen, ist im P6 definitiv nicht möglich. Da könnte ich jetzt den Sparfuchs einfach umdrehen und fragen, wie viele Stunden wohl erforderlich sind, um ein wirklich tiefes Tease and Denial zu betreiben? Klar gibt es bestimmt auch zwei oder drei Leute die ein Studio gleich für zwei Wochen anmieten und die Dame dazu aus der Portokasse zahlen. Für mich haben doch sehr viele Angebote im P6 kaum etwas mit BDSM zu tun, auch wenn sie unter dieser Fahne fahren. Am Ende können sehr viele Dinge im BDSM nur gelingen, wenn ich mir sehr viel Zeit nehme. Es geht ja nicht darum einen anderen Menschen nur körperlich zu ficken, sondern mit viel Wissen über diesen Menschen, seinen Körper und seinen Verstand zu ficken. In der Praxis wird dies bei denen, die zumindest ein wenig BDSM verstanden haben, auf ein mehr oder weniger gründliches Vorgespräch herauslaufen. Wohl dem der in der Lage ist in kurzer Zeit einen Menschen zu lesen, weil ein nicht ganz unwichtiger Aspekt von BDSM ja auch wäre, etwas über einen Menschen herauszufinden, was dieser selbst noch gar nicht weiß. Ich halte es für extrem schwierig diese Aufgabe an den zahlenden Kunden zu vergeben, wobei nichts ist unmöglich...und was wäre wohl schöner, als einen anderen Menschen staunen zu lassen, nicht darüber wie hart und brutal die letzte Session war, sondern wie leicht und spielerisch guter Sex sein kann, wie Dinge entstehen die man im positiven Sinne nie mehr vergessen wird. Aber schon guckt der P6 wieder um die Ecke und schreit mich an, welche Berufsgruppe wohl am häufigsten ***t wird? Eine einvernehmlich ***ung wäre aber BDSM? Ich finde es wirklich schwierig und zwar nicht weil ich anderen etwas ausreden möchte, oder weil ich der Meinung bin, viel über BDSM zu wissen. Für BDSM ist es immer eine gute Einstellung sich als Anfänger zu sehen, weil jede Intimität, mit einem fremden Menschen, uns im Idealfall auf Anfängerniveau zurück setzen sollte. Im P6 ist es wichtig möglichst schnell kein Anfänger mehr zu sein. Es gibt aber natürlich auch ein paar gemeinsamer Nenner die ich nicht unterschlagen möchte: Wenn ich auf mich und auf mein Gegenüber achtgebe, wenn ich Sorge trage, spielerisch vorgehe, gut beobachte, einen Körper schnell lesen lerne und Respekt gebe und einfordere, könnte die ein oder andere Sache möglich sein, meinen Unkenrufen zum Trotz.
Da hat der Wort-Troll leider zwei Wörter, mit der selben Bedeutung verschlungen. Ist ja auch kein schönes Wort, welches NICHT einvernehmlichen Sex beschreibt.
@Rodekamp, jetzt wird es etwas kompliziert, weil der Begriff BDSM, erst in den 90er Jahren entstanden ist. Ein weiteres Problem wäre die klare Abgenzung der im P6 agierenden Dominas. Sie sehen sich, nicht als Prostituierte, weil sie ja weder Sex noch Berührbarkeit anbieten. Der Gesetzgeber sieht dies übrigens anders, allerdings gibt es da Unterschiede, je nach Bundesland. Ich persönlich finde Unberührbarkeit unvereinbar mit BDSM, ist aber nur meine ganz persönliche Meinung. Klar gab es damals auch schon Zofen, aber eine Zofe allein buchen??? Also ein Studio wo man "nur" die Zofe buchen konnte, in den 80er Jahren??? Ich würde mal vermuten dieses erste Date, in Berlin, Ende der 80er, war bestimmt kein Date wo Rodekamp schon als Dom unterwegs war. Ist aber auch gar nicht wichtig, viel wichtiger wäre ja wie ich heraus finden kann, ob ein Dom auch zum spielen tauglich ist. Die "echten" und "harten" Doms, würden dies sicher verneinen, womit doch schon relativ klar wird, wer kaum geeignet ist. Mir ist trotzdem etwas unwohl dabei, jetzt nicht dieses Unwohl als Fetisch, wo man etwas wackelige Knie hat vor Aufregung und Ungewissheit, weil man vielleicht schon einknickt, wenn es gut gespielt wird, weil man Angst davor hat, zu viel Angst zu haben...immerhin gelten nicht der Norm entsprechende sexuelle Neigungen, seit 2013 nicht mehr automatisch als krankhaft. Die Frage im Jahr 2024 wäre: wie viele Kranke dies noch nicht mitbekommen haben und sich unbefugter Weise noch im BDSM bewegen?
Der Begriff "Dom" ist für mich persönlich problematisch. Obwohl ich gerne eine dominante Rolle in der Interaktion mit einer Dame einnehme, würde ich mich selbst nicht als "Dom" bezeichnen. Wie bereits erwähnt, erfordert jede Art von Session eine sorgfältige Absprache und Feingefühl. Dies beginnt bereits beim Lesen des Profils. Es gibt bestimmte Anzeichen, wie das wahllose Ankreuzen (fast) aller Dienste, das Fehlen eines individuellen "Über mich"-Textes oder eine Aufpreisliste, die mich sofort von einer Kontaktaufnahme abschrecken. Das Gleiche gilt, wenn die Antwort auf meine Nachricht nur aus einem Einzeiler besteht. Ich bevorzuge zwar keine endlosen Chats, aber 2-3 aussagekräftige Nachrichten sollten ausgetauscht werden, um Vorlieben und Tabus zu klären. Das erste Treffen sollte dazu dienen, das Kennenlernen zu vertiefen; dabei sollten Aktivitäten wie Bondage, Knebeln oder CNC (Consensual Non-Consent) definitiv vermieden werden. Erst wenn genügend Vertrauen aufgebaut ist, können in weiteren Treffen gemeinsame Fantasien erkundet werden. Bin ich deshalb ein "Dom"? Nein, denn eigentlich fühle ich mich sehr wohl in der Rolle des Sub-Wunscherfüllers. Ich kann mir bereits die Stirnrunzeln der "echten Doms" und "wahren Doms" aus der Szene vorstellen. Doch das ist nicht wichtig; Hauptsache ist, dass sowohl ich als auch die Dame unseren Spaß haben.