Anschließend an meinen letzten Blogeintrag möchte ich mich hier mit der Frage beschäftigen, was denn ein "echter Sklave" ist. Was heißt es, Sklave zu sein, anstatt nur Sklave zu spielen?
Um Unklarheiten zu vermeiden, möchte ich betonen, dass ich mich hier ausschließlich auf den Begriff "Sklave" in einem BDSM-Kontext beziehe. Weiterhin will ich nochmal erwähnen, dass es sich hier nicht um eine Abhandelung, sondern um einen Blogeintrag handelt - also weder wissenschaftlich, noch objektiv.
Nichtsdestotrotz, wenn ich mich hier an eine Definition wagen will, schadet es sicher nicht, mal eine bereits bestehende zurate zu ziehen. Was sagt uns denn Google zu dem Thema?
Skla̱•ve, Skla̱•vin
Substantiv [der]
1.
ein Mensch, der als das Eigentum von jmdm. lebt, für diesen arbeitet und selbst keine Rechte hat.
"die römischen Sklaven der Antike"
Hm... Das bringt uns hier wohl nicht weiter. Auch der ergebenste Sklave, muss sich eingestehen, dass ein Mitglied unsere Gesellschaft zu sein, ihm automatisch Rechte verleiht, die ihm nicht so einfach rechtsgültig genommen werden können. Nach dieser Definition wäre es also ausschließlich möglich, einen Sklaven zu spielen.
Zum Glück bietet diese kurze Suche noch eine zweite Definition.
2.
übertr.
jmd., der ausschließlich für eine Sache lebt.
"ein Sklave der Arbeit/seines Ehrgeizes"
Aha! Hier haben wir schonmal eine Definition, die sich in den modernen Zeiten anwenden lässt. Wenn wir das Wort Sklave im übertragenen Sinne betrachten, sind wir plötzlich gar nicht mehr bei einem so unmöglichen Konzept. Das hört sich jetzt viel mehr nach einem suchtartigen Verhalten an. Als Beispiel wird hier der Workaholic genannt - jemand der kein Maß findet, was seine Arbeit angeht und über den Punkt hinaus schuftet, an dem es gesund für ihn wäre... Und schon sind wir bei der nächsten Problematik. Wenn man das Ganze auf BDSM bezieht, müsste man davon ausgehen, dass ein echter Sklave nur derjenige ist, der dem dominanten Part kompromisslos dient, ungeachtet körperlicher und psychischer Gesundheit. Ich hoffe doch stark, dass ich nicht die einzige bin, der sich bei diesem Gedanken der Magen umdreht.
Also halten wir fest, Die Weisheit von Google bieten uns zu diesem (zugegebenermaßen sehr speziellen) Thema keine befriedigende Definition. Ich gehe auch davon aus, dass niemand das wirklich erwartet hat. Dennoch sind wir so zu einem sehr wichtigen Aspekt gekommen: Ein vernünftiger Sklave hat Grenzen. Ob diese Grenzen durch Körper, Geist oder unser Rechtssystem diktiert werden, ist erstmal zweitrangig, dass viele dieser Grenzen von Sklave zu Sklave unterschiedlich definiert werden unumstritten. Absolute willenlose Unterwerfung kann man schon einmal von niemandem erwarten. Aber wo müssen die Grenzen des einzelnen liegen, um ihn zu einem echten Sklaven zu machen?
Weiter gehts im nächsten Teil...


Danke. Ich würde dir da erstmal zustimmen und zu einem späteren Zeitpunkt nochmal darauf zurückkommen.
Ist das wirklich so? Mal angenommen, ein Sklave hat eine sadistische Herrin, die ihren Lustgewinn daraus schöpft, ihren Sklaven zu quälen. Darf ein solcher Sklave wirklich selbst einen Lustgewinn haben, oder würde dies seine Rolle nicht schon in Frage stellen? Denn bei der Sache geht es doch einzig und allein um den Lustgewinn der Herrin. Und weiter: darf ein Sklave schauspielern? Darf er so tun, als ob er fürchterlich leiden würde, um seine Herrin zu befriedigen, oder ist das unehrlich und ein Betrugsversuch?
Ich finde die Grenzen liegen bei jedem selber (bezugnehmend auf die letzte Frage), sofern davon ausgegangen werden kann, dass die Person geistig gesund ist und weiß, worauf sie sich einlässt. Einer der wichtigsten Parameter sind meines Erachtens nach der gegenseitige Respekt zwischen den Spielpartnern. Ich wähle bewusst den Terminus Spielpartner, da ein Aufgeben des eigenen Lebens in dem System, in dem wir leben,sprich übergeben der Eigenverantwortung an andere, ein respektloser Missbrauch eines Schwächeren wäre. Ich freue mich schon auf den zweiten Teil!