Hach WIE WUNDERSCHÖN doch der Historien - Zweiteiler "In bester Gesellschaft - das Sacher" war
;-)))))))))))))))))
Hab den 1. Teil am Montag leider verpasst da ich den ganzen Abend anderweitig beschäftigt war *grins* ABER genau dafür hat der moderne Mensch des 21. Jarhunderts die viel gerühmte "ZDF - Mediathek"...
So konnte ich mich heute sehr zum späten Abend als meine Termine vorüber waren gleich 3.5 Stunden der Historie des ehrenwerten Hotels widmen.
Ich verehre diese "Historien - Filme": schon der Zweiteiler über das Adlon, über die Manns oder Tannenberg haben mir glückliche Tv - Abende beschert. Zu genau diesen Zeitpunkten wusste man WOZU man Fernsehgebühren bezahlt *Jippie Jippieh Yeah*.
Ins Wien um 1900 einzutauchen, das hat schon was - dieser Wiener Schmäh - genial.
Da mir 3 unvergessliche Jahre in Wien zu leben vergönnt waren, steigt sofort die Erinnerung wieder in mir auf: Diese Österreicher haben schon was an sich. Nie vergesse ich wie mir in meiner 1. Wien - Woche die Doktrin eingeschärft wurde "Nun hetzen`s doch net so, wir sand doch net bei den Preißn!" Eile mit Weile & der Wiener Schmäh, ein kleiner Zauber aus der längst unmodern gewordenen "alten schule", schmeichelten meiner Seele.
Die Wiener wissen zu genießen & haben ausserdem eine besondere Beziehung (wie ich auch ) zu dem Tod; es gibt zig Redewendungen und Wortspiele über den Gevatter wie z.B. "Hauptsach, es war a schene Leich" das bedeutet "Hauptsache es war eine geschmackvolle bzw. ehrerwürdige Beerdigung". Das ist dem "Aussie" sehr wichtig.
Da ich mich gerade in dieses Metier einarbeite, war ich erstaunt darüber dass es auf dem Wiener Zentralfriedhof zig verschiedene Gewerke rund um die Bestattungen gibt: den Pompfüneberer z.B. der sich nur um die Abholung der Leiche bzw. um die Verbringung des Sarges in die Trauerhalle kümmert, der Arrangeur der nur die Kränze abnimmt & die Angehörigen nur von Anfang bis Ende der Trauerfeier betreut, den klassischen Totengräber der wirklich nur eine Gruft nach der anderen aushebt, wieder andere Angestellte tragen nur den Sarg von der Aussegnungshalle zur Gruft, dann den Friedhofsgärtner der mit der Trauerfeier ansich überhaupt nix zu tun hat sondern nur von Grabstelle zu Grabstelle geht um den Blumenschmuck am Grab hübsch aufzustellen - diese feinsinnigen Unterscheidungen hat man bei uns in Deutschland nicht - hier ist der Bestatter ein Allrounder der sowohl die Gruft aushebt und die Trauerfeier betreut als auch die Kränze an die Gruft bringt. Aber das nur am Rande.
Zurück zum Film: Ich liebe diese "alte Zeit", ein Hauch Nostalgie tut einfach gut: Die Frauen früher in ihren Gewändern: oben eine enge Bluse und unten ein weiter werdender Rock - sie sahen irgendwie weiblicher aus als heute in den männlichen Hosen. Und diese dezente Andeutungen der weiblichen Silhouetten fand ich irgendwie sinnlicher weil sie viel Raum für das erotische Kopfkino ließen anstatt der heutzutage "aufdringlichen Bauchfrei - Tops und ähnlichem". Ich weiß, es ist makaber dass gerade eine Hure dies beanstandet. Aber Dinge die mir z.B. Freitag abends in der Bahn nahezu permanent aufgedrängt werden - aus der Bluse springende Möpse oder beim Bücken des Disko - Gilies aus der zu engen Jeans raus fallende String - Tangas - erreichen mich irgendwie (nicht) mehr. Hingegen so eine feine Gewandung des frühen 20. Jahrhunderts - mmhhh prickelnd(er). Der Mensch lebt von der Abwechslung.
Dazu diese heimlichen Sünden, Ehe - Untreuen die hinter vorhehaltener Hand belächelt wurden & die gerade im Reiz des Verborgenen lagen - denn "so sittsam" ging es auch früher nicht zu. Man schwieg über vieles & führte augenscheinlich die brave Ehe aber nachts wurde man umso verwegener um in fremde Betten zu flüchten & ein Stück vom Himmel zu genießen.
Dazu diese zauberhaften alten Häuser - verziert mit Stuck und Putten. Heutzutage hat keiner mehr das Geld und die Zeit diese protzigen Bauten erstehen zu lassen wo jedes Detail zum Entdektwerden einlädt und die Bauten auch gleichsam Kunstwerke waren.
Die Gebäude um die Wiener Ringstrasse laden zum Eintauchen ins "ruhigere" Zeitalter ein, ruhig nicht im Sinne von friedlich (siehe 1. W.K.) sondern ruhig eher im Sinne von bedächtig denn die Herrschaften früher hatten weder Handys noch Internet - und lebten doch irgendwie ;-)
Und man nahm sich die Zeit um mit dem Nachbarn zu plaudern, der Sonntags - Kuchen war ein Fest statt heute alltäglicher "Luxus" und die Herren sahen ganz männlich aus in ihren feschen Zylindern.
Mein Dank gilt dem ZDF für wieder mal beste Fernseh - Unterhaltung & kurze Realitätsflucht ;-)
Der Intendant der Öffentlich - Rechtlichen hat eine Massage deluxe & noch etwas mehr bei mir gut ;-)
Jessy, die noch immer Verzauberte & Teilzeit - Wienerin


@Jessika Schön geschrieben und dargestellt. Ich hab den Zweiteiler auch gesehen, allerdings gleich live im TV. Du hast recht, für derartig gute Filme sind die Gebühren zu Recht von uns eingezahlt worden. ... Kennst Du das Film-Epos "Amadeus" (1984), von Roman Polanski? Auch dort ist, mal abgesehen von der erzählten Mozart-Geschichte, das seinerzeitige Wien sensationell dargestellt, einschließlich Mozart's Bestattung im Massengrab am Schluss, ergreifend traurig.
... übrigens, für mich unvorstellbar, solche anspruchsvollen Film-Epen fortlaufend werbeunterbrochen im Privat-TV zu sehen.
@Herzdame Wenn historische Serien was für Dich sind, dann kannst Du ja mal "Babylon-Berlin"(nicht das Kino!!!)googeln. Könnte so recht nach Deinem Geschmack sein.... Wird aber wohl erst 2018 im öffentlich-rechtlichen TV ausgestrahlt. Tolle Kostüme, tolle Musik, geile Atmosphären mit der Kamera eingefangen.