...oder BDSM-Schmonzette für die gelangweilte Hausfrau.
Zu erst muss ich gestehen, dass ich es nur geschafft habe ein Buch der "Shades of Grey" Reihe zu lesen. Ich bin eine begeisterte Leserin, aber dieses Buch hat mich zu Tode gelangweilt, oder aber aufgeregt mit seinem Möchtegern BDSM Getue.
Das Positive ist ganz gewiss die gesellschaftliche Akzeptanz dieser sexuellen Neigung. Allerdings wird BDSM dadurch auch ins Lächerliche gezogen und verharmlost, da das im Buch Beschriebene absolut NICHTS mit dem zu tun hat, was in der BDSM Szene ausgelebt wird. teenies bezeichnen sich auf einmal als devot und suchen den reichen Mr. Grey und Blümchensexliebhaber kaufen sich Handschellen und Augenbinden und haben deshalb ja ach so versauten Sex. Peitschen und Paddle werden von der eigenen Toyserie in extrasoft angeboten und da das ja vielleicht trotzdem zu sehr weh tun könnte, gibt es eine eigene "After Spanking Creme"! Als ich das sah kam ich aus dem Lachflash gar nicht mehr raus. Wenn sie einmal auf eine BDSM Party gehen und sehen was dort ausgeübt wird, rennen sie weg! Ich möchte hier ja keine frustrierte Hausfrau desillusionieren, aber BDSMler stehen auf schmerz. (Zufügen oder empfangen). In juristischer Sprache ist unser Spiel Freiheitsberaubung und Körperverletzung. Daher ist es gefährlich die beschriebenen Praktiken (auch wenn sie harmloser sind als "echtes" BDSM) nachzuahmen. Sie sind zum Großteil komplett falsch beschrieben und wenn das dann von unerfahrenen Menschen zuhause nachgemacht wird, kann es zu verletzungen führen. BDSM ist sehr komplex und man braucht Erfahrung, um diese Spiele auszuüben. Ich habe 3 Monate intensive Erziehung genossen, um eine gute Sub zu werden. Die größere Verantwortung liegt natürlich beim dominanten Part, der sehr sorgfältig ausgewählt werden sollte und das ist sicherlich kein Mr. Grey.
Also bitte: BDSM ist kein Trend, sondern ein tiefes Verlangen, das man nicht unterdrücken kann und angeboren ist! Ich habe diese Neigung schon mit 6 Jahren das erste Mal gespürt.
Es spricht nichts dagegen neuen Schwung in sein Sexleben zu bringen, aber niemand ist auf einmal devot oder dominant weil er diese Schmonzette aufregend findet.
Zum Abschluss noch ein sehr treffendes Zitat von der Psychologin Lydia Benecke: Diese Buchreihe hat mit dem Thema BDSM ungefähr so viele reale Verknüpfungspunkte wie "Findet Nemo" mit dem Fach Meeresbiologie…


Rezensionen richten sich leider oft danach, was die breite Masse hören will und Journalisten sind sicherlich nicht alle BDSMler;.)
@AliceHase:Danke für deine Bestätigung. Ich sehe es auch so. Nur ein Mann, der von Natur aus dominant ist, kann von einer Sub ernstgenommen werden. Gerne führe ich Männer, die noch nicht viel Erfahrung damit haben, an das Spiel heran, aber sie müssen diese Neigung auf jeden Fall schon vorher haben. Für eine Sub ist ein erfahrener Dom natürlich die größte Befriedigung, die einem auch in Erinnerung bleibt.
Mommy porn für ausgetrocknete Hausmuttis. Armer, kleiner in der Kindheit böse gehänselter "Mann" spielt Domintrix und verliebt sich in sein Spielzeug...au weia. Ist so hohl wie das Klischee warum Frauen Pornos schauen. Weil sie denken am Schluss wird geheiratet ;-)
Dominatrix
Es freut mich, dass Du den Blog interessant findest.
Du hast ja so recht Elisa. Die richtigen Rezensionen haben mich glücklicherweise davon abgehalten Geld für dieses Buch auszugeben. Da gibt bessere Bücher von BDSMlern geschrieben. Eines meiner Lieblingsbücher ist "Drachenliebe". Wenn man sich dem Thema ernsthaft nähern möchte kann ich nur empfehlen besucht mal einen BDSM-Stammtisch, den gibts mit Sicherheit in jeder größeren Stadt und ist mit Google bestimmt auch zu finden. Das sind in der Regel offene freundliche Menschen, die auch gern Hilfestellung für Anfänger geben.
Ich bevorzuge die Bücher von Marquis de Sade. Sehr krass, also vielleicht nichts für Anfänger und softe BDSMler. Obwohl es natürlich immer darauf ankommt, wie man das Geschriebene auffasst. Ich finde die Gedanken und Abgründe von de Sade einfach spannend.
Ich habe Justin oder die Nachteile der Tugend gelesen und in seelische Abgründe geblickt. Meiner Meinung nach ein philosophisch total überzeichnetes Portrait einer kranken perversen Gesellschaft. Dann lieber die Geschichte der O oder eben auch die Geschichten von echten BDSM-Paaren, vom Leben geschrieben, sind für mich zumindest spannender.
Gerade die Abgründe finde ich sehr interessant. Das heißt ja nicht, dass ich die Brutalität befürworte.
Die Geschichte der O ist natürlich der Klassiker in der Szene und sollte von jedem einmal gelesen werden!
Ich wollte den Wert der Werke von de Sade nicht schmälern. Ich wollte nur sagen, dass es im Gegensatz zu Shades of Grey sicher authentischere und lesenswertere BDSM-Literatur gibt. Wobei ich den Wert von de Sade für eher von philosophischer denn praktischer Natur halte und ich diesen einem Einsteiger nicht unbedingt empfehlen würde.
Richtig, für Einsteiger ist es eher nichts. Obwohl es natürlich auch darauf ankommt, wie stark die Neigung ausgeprägt ist und wie weit die eigenen Fantasien schon gehen.
Ja, die Welt der Neigungen, Fantasien und deren Umsetzung, da gäbe es viel Stoff zum diskutieren. In meiner sexuellen Findungsphase hatte ich über Bekannte einen intensiven Kontakt in die BDSM-Scene. Ich hatte das Glück einige wirklich authentische Persönlichkeiten kennenlernen zu dürfen und habe mich auch in die eine oder andere Richtung ausprobiert. Meine Neigungen gehen jedoch über den soften Bereich nicht hinaus. Ich habe aber auch Leute kennengelernt deren Phantasien und Neigungen sich definitiv im Bereich des Strafgesetzbuches befanden und schon extrem sadistische Züge annahmen. Mir persönlich ist das jedoch fremd.
Jeder soll sich so ausleben, wie es ihm gut tut. Und wenn jemand extremere Fantasien hat, kann er sie meiner Meinung nach ausleben, solange er den passenden Partner dafür findet. Das Wichtigste ist, dass beide dabei Spaß haben. Ich finde an sehr vielen Spielarten Gefallen. Von zart bis hart.
Ich versteh dich da schon, alles was einvernehmlich geschieht, sollte auch erlaubt sein, schließlich ist jedes Piercing, jede Tätowierung oder auch jede OP ebenfalls eine Körperverletzung in die eingewilligt wurde. Was aber wenn Neigungen darüber hinaus gehen, wo sind die Grenzen?
Die Grenzen sind bei Sex dort, wo etwas unfreiwillig geschieht. Aber zum Thema Grenzen gehen die Meinungen bekanntermaßen weit auseinander. Was ist allerdings nicht tolerieren kann ist Manipulation in der BDSM Szene. Es passiert nicht selten, dass der dominante Part sich ein psychisch labilen Partner sucht und ihn so weit manipuliert, dass er gar nicht mehr weiß, was er will und was nicht. Für BDSM sollte man psychisch gesund sein.
Die Sub die ich kennengelernt habe waren taffe Frauen, mit beiden Beinen fest im Leben, aber dabei zu einer Hingabe fähig das einem der Atem stockt. An eine Besondere erinnere ich mich bis heute immer wieder gerne, die hat es wirklich geschafft das Letzte aus mir rauszuholen, die Maske der Konventionen herunter zu reißen und sich der Gier nach der Lust bedingungslos hinzugeben. Ich schwelge schon wieder in Erinnerungen ...
Hätte nicht vermutet, wohin mich dein Blog führt. Ich muss jetzt erstmal alte Erinnerungen durch neue auffrischen. Danke
Genau so soll es sein. Eine selbstbewusste Frau, die sich vollkommen hingeben kann. Für mich ist das immer wieder die absolute Erfüllung.
Ein schöneres Schlusswort könnte ich nicht formulieren. Ich wünsche dir hier viele wundervolle Erfahrungen mit Menschen, die dich zu schätzen wissen.