Heute hat mir jemand Unbekanntes, den ich quasi nur so "Im Vorbeigehen" traf, folgendes gesagt:
"Ist es nicht so, dass wir heutzutage alle das absolute Glück wollen, aber erstens keine Ahnung haben, wie wir das finden können und zweitens, falls wir es wüssten, was alles dazugehört um es zu finden, nicht bereit sind, den Preis dafür zu bezahlen?!"
Irgendwie ist da sehr viel Wahres dran.
"ALLES hat seinen Preis!" (heisst es unter anderem in meinem Lieblings - Musical "Rudolf- Affäre Mayerling" die so ganz nach meinem Geschmack ist mit einem unverstandenen, da seiner Zeit voraus, Revoluzzer, der wie Hamlet am Zögern scheitert) und beide Seiten der Medaille will meist keiner sehen.
Fängt hier im Bezahlsex an (um mal das gute deutsche Wort zu verwenden) wo es der Preis der sexuellen Selbstbestimmung OFT (nicht immer,aber in großen Teilen bei den Liierten) ist, nach dem schönen Genuss ein schlechtes Gewissen zu haben gegenüber der Frau / Familie und reicht bis ins Privatleben hinein wie lange man für seine Eltern noch verantwortlich ist oder sich verantwortlich fühlt, wo der gesunde Egoismus beginnt usw usw.
Mittlerweile kann ich diesem Satz "Das ist so wirkungslos als wenn in China ein Reissack umfällt" nicht mehr zustimmen da ALLES und JEDER mit jedem eine Wechselwirkung eingeht. MEINER subjektiven Erfahrung nach.
Manchmal schon Gänsehaut pur, wenn Du Dir vorstellst, nur weil Du eine Omi lieb angelächelt hast, wird sie übermütig & geht aus ner Laune heraus Lotto spielen, knackt den Jackpot & rettet ein afrikanisches Dorf indem sie (die Hälfte ihres) Gewinns dafür hergibt, sich sozial zu engagieren. Dann hat Dein "kostenloses" Lächeln, aus nem Impuls heraus getan, etwas Großes, Schönes in Gang gesetzt.
Oder Du fährst mit ner Kollegin mit & nur weil sie frühmorgens Ehekrach mit ihrem Gatten hatte, ist sie 5 Minuten zu spät bei Dir & nur dadurch entgeht Ihr einem tödlichen Unfall auf der Autbahn (im schlimmsten Falle erwischt es sogar jemand "Anderen" der "zufällig" eher aus der Nachtschicht kam....)
Tausende Verknüpfungen von Lebensplänen, spontanen Um-Entscheidungen und "Fügungen" oder "Schicksälen" sind das, die unsere tägliche, banal geglaubte "Realität" formen. Je mehr Geschichten ich von Menschen höre, desto bewusster wird mir das alles.
Wie schon recht vorgezeichnet wir also wirklich sind in unserem sozialen Gefüge oder in unseren Vorprägungen, wann & wo wir zur Welt kamen, in welchen "Grenzen" wir uns entwickeln konnten etc. zeigt wohl dass wir gar nicht sooooo "frei" sind wie wir uns immer optimistisch zu sein wähnen.
Ich denke mir mit dem heutigen Erfahrungsstand meines Lebens, dass wir ca. 10 - 20 % frei auswählen / entscheiden können aber die groben Richtungen schon feststehen wie ein Korsette aus dem wir nur ganz schwer bis gar nicht (auch anhand unseres jeweiligen Charakters --> genetisch festgelegt?!) raus kommen.
Ein sehr aufopferungsvoller Mensch wird z.B. eher beide Eltern bis zu ihrem Tode pflegen & daher zu 95 % nicht mehr dazu kommen, seine Midlifecrisis auszuleben da ihm diese "Verantwortung" / Empathie genetisch (?) bestimmt ist & er nicht gegen seinen Charakter leben kann.
Nichtsdestotrotz ich eher realistisch bin, wünsche ich Euch allen die Energie dazu, die Münze umzudrehen - egal WAS man dort finden wird.
Der Weg ist das Ziel - und Neugierde unstillbar ;-)
Und für mich gibt es kaum noch Schwarz oder Weiß, Gutes oder Böses da alles in allem übergeht oder alles ein Aspekt des Anderen ist.
Wie oft will man Gutes & bewirkt damit Böses? Oder ein böser Plan wird zum Segen für den Menschen durch allerlei Verwicklungen...
Das Leben ist und bleibt spannend...

