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Liebe, Lust und Glaube .. Sex und die Weltreligionen

Heute möchte ich mal über religiöse Sexualmoral schreiben. Unter Sexualmoral versteht man Wertvorstellungen und Anschauungen zur Sexualität, bei welcher es in den großen Weltreligionen unterschiedliche ethische Auffassungen gibt. Heute werde ich euch also ein wenig „sexualpredigen“, falls ihr euch darauf einlassen wollt ...

Nehmt Platz vor meinem KM Altar und sperrt die Lauscher ...

„Das schlimmste an der christlichen Religion ist ihre krankhafte und unnatürliche Einstellung zur Sexualität.“ (Bertrand Russell)

Du bist Atheist? Es spielt keine Rolle, denn auch für jene, die mit Religion und Doppelmoralpredigten nichts am Hut haben, spielen religiöse Wertvorstellungen eine nicht unwesentliche Rolle, denn die Ethik der westlichen Welt wurde vor allem sehr stark durch das Christentum geprägt. Zu den moralischen Ansichten des Christentums zählen unter anderem die Ablehnung von Ehebruch, außerehelichem Geschlechtsverkehr und Homosexualität. Nicht viel anders sah es bereits im Judentum aus. Darüber hinaus gab es im alten Rom religiöse Bewegungen, die sich für Askese ausgesprochen haben, denn das sexuelle Verlangen soll laut christlicher Lehre, eine menschliche und moralische Schwäche darstellen. Die römisch-katholische Kirche entwickelte zudem weitere, für sie nützliche Regeln, wozu vor allem das Zölibat gehört, der bis heute, zumindest offiziell, Gültigkeit hat. Eine Reformation im 16. Jahrhundert führte zur Teilung der Kirche in verschiedene Konfessionen. Das Zölibat wurde größtenteils übernommen. Schade, für die heutigen Priester, denn jeder zweite von ihnen würde sich nicht noch einmal für einen zölibatären Lebensstil entscheiden. Dies ergab eine aktuelle, von der Deutschen Bischofskonferenz in Berlin vorgestellte, Seelsorgestudie.

Anders sieht es im Islam aus, denn bei diesem wird körperliche Liebe, wenn sie im erlaubten Rahmen und nach den Regeln der Scharia stattfindet, als sehr positiv angesehen. Von besonderer Bedeutung ist dabei die Ehe, die „Manifestation des göttlichen Willens“. Mohammed, der Begründer des Islams, wurde von seiner Glaubensauffassung stark vom Judentum und teilweise auch vom Christentum beeinflusst. Doch im Unterschied zu anderen asketischen Glaubensrichtungen, gibt es beim Islam keine Lehren über die verbotene „Lust des Fleisches“ oder der „Erbsünden“. Außerehelichen Geschlechtsverkehr auszuführen, ist auch im Islam verboten, denn die Ehe gilt als moralischer, unumstößlicher Grundpfeiler beim Zusammenleben von Mann und Frau. Ebenso verbietet der Islam, sich dem Ehepartner sexuell zu verweigern, da eine solche Verweigerung den Partner dazu führen könnte, eine verbotene Ersatzbefriedigung in Anspruch zu nehmen. Prinzipiell ist die Polygamie im Islam erlaubt, so hat der muslimische Mann das Recht, sich bis zu vier Ehefrauen zu „nehmen“. In verschiedenen islamischen Ländern, wie der Türkei, wurde die Vielehe jedoch verboten. In den Staaten am persischen Golf jedoch, ist sie noch üblich. Unterschiedliche Auffassungen bestehen es im Islam auch hinsichtlich Oralverkehr und Analverkehr. Strikt abgelehnt werden im Islam Homosexualität und Prostitution.

Im Buddhismus wird der Sexualmoral wesentlich weniger Bedeutung gegeben. Gautamas Lehren verbreiten die Ansicht, dass menschliches Begehren ganz allgemein eine Schwäche sei. Grundsätzlich ist die Sexualmoral im Buddhismus jedoch tolerant. So betrachtet man in dieser Glaubensrichtung Sexualität als private Angelegenheit zwischen den Partnern. Sexuelle Praktiken wie Oralverkehr, Analverkehr, Selbstbefriedigung oder Homosexualität werden mitunter zwar missbilligt, zu Unruhen in der Bevölkerung führen sie jedoch nicht.

Sehr offen und liberal wird Sexualität im Pastafarianismus praktiziert. Im „Evangelium des Fliegenden Spaghettimonsters“ sprechen sich die darin erklärten Grundsätze für die freie Liebe, für den Gebrauch von Kondomen und gegen nötigung aus. Nach dem Tod so sagt man, steht dem Gläubigen im „Himmel“ eine Stripperfabrik zur Verfügung.

Nun, meine liebe KM Glaubensgemeinde … erhebet euch nun …

Ach, Quatsch. Lümmelt ruhig weiter vor euren Bildschirmen.

Aber bitte denkt über folgende Frage nach: Kann man aus der Sexualmoral verschiedener Glaubensrichtungen die These ableiten „Zeig mir deinen Sex, und ich sag dir welcher Religion du angehörst“ oder „Sag mir, welcher Religion du angehörst, damit ich weiß, ob ich mit dir Sex haben will?“ Ich denke nicht. Denn was hinter verschlossenen Türen passiert, ist Privatsache, und Trieb ist Trieb und Natur ist stärker als Religion. Viele Glaubensfanatiker haben sich dies leider nicht eingestanden. Wo Religion sexuelle Bedürfnisse zu sehr unterdrückt, suchen die Menschen nach einem Ventil. Glaubt man Google, so suchen nirgendwo so viele Menschen nach pornografischem Material im Internet, wie in Pakistan. Meist allerdings ohne Erfolg, denn viele Inhalte hat die religiöse Regierung sperren lassen. Ein unfassbar schlimmes Beispiel, für die fatale Auswirkung unterdrückter sexueller Grundbedürfnisse, sind die missbrauchsvorfälle hinter katholischen Kirchenmauern.

Ist nun die Schlussfolgerung: „Kirchenaustritt für besseren Sex?“ Wenn man einer amerikanischen Studie glaubt, so lautet die Antwort „ja“. Und diesbezüglich möchte ich einer Pseudostudie ausnahmsweise unhinterfragt einmal Glauben schenken.

Auch wenn Sex und Sünde von vielen Religionen stark gekoppelt werden, hat dies keine Auswirkung auf unser sexuelles Verlangen, wohl aber auf die Zufriedenheit und den genussvollen Umgang mit Sex, welcher offenbar eher möglich ist, wenn Menschen Religion, und ihre all zu strengen Vorschriften, hinter sich lassen können und dürfen, und einander lieben, wie sie einander lieben wollen.

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Wünsche Euch allen einen heißen und aufregenden Tag,

Kuss Eure Josey

Hochinteressantes Thema, über das ich mich schon im Freundeskreis und mit den puritanisch veranlagten Christen heftigst gestritten habe. Ich selber bin Christ und halte von der Sexualmoral der Kirchen, einiger Religionen (so auch meiner) und bestimmter Gesellschaften überhaupt nichts (sonst wäre ich nicht hier auf KM). Ich glaube nicht an einen so grausamen Gott, der einen den wunderbaren Sexualtrieb schenkt und dann verlangt, diesen nicht ausleben zu dürfen. Und wenn mir dann katholische Priester mit ihrem auferzwungenen Zölibat etwas von Sexualität erzählen wollen, dann ist das so, als ob Blinde mir die Farbe grün beschreiben wollen. Das Zölibat der katholischen Kirche ist übrigens NICHT aus religionsethischen Gründen eingeführt worden, sondern, man höre und staune, aus rein erbrechtlichen Gründen. Um zu vermeiden, dass bestimmte Besitztümer und Ländereien an die Nachkommen christlicher Priester vererbt werden, hat die Kirche zu dem Trick des Zölibats gegriffen und somit ihre Kirchenbesitztümer vor Erbansprüchen geschützt. Das Argument, dass der Religionsgründer Jesus von Nazareth nicht verheiratet war und seine Jünger auch nicht, ist absurd und historisch nicht haltbar. Jesus war sogar mit ziemlicher Sicherheit, wie alle Rabbis seiner Zeit verheiratet. Wäre er es nicht gewesen, wäre das so dermaßen abnormal und seltsam für seine Zeit gewesen, dass es da ausführlicher Rechtfertigungen im Neuen Testament bedurft hätte. Da diese Rechtfertigungen völlig fehlen, ist anzunehmen,dass dieser Jesus völlig normal, wie damals jeder Rabbi, verheiratet war. Historiker nehmen an, dass er mit Maria Magdalena aus Magdala verheiratet war und die Kirche deshalb, um das Zölibat zu rechtfertigen, aus Maria Magdalena eine Hure gemacht hat. Im Neuen Testament steht an KEINER Stelle, dass Maria Magdalena eine Prostituierte war; dies ist eine Erfindung der späteren Kirche. Auch die Jünger von Jesus waren durch die Bank weg verheiratet. Lange Rede, kurzer Sinn: Lasst euch nicht einreden, Sex wäre schlecht, Sünde, eine Versuchung des Teufels oder was auch immer für einen Quatsch! Wenn man wirklich an einen Gott der Liebe glaubt, dann doch nicht an einen grausamen Gott, der einem das Geschenk der lustvollen Sexualität macht um es dann sadistischer Weise als Sünde zu verbieten. Ich kann das Ausleben meiner sexuellen Lust hervorragend mit meinen (liberalen) christlichen Glauben vereinbaren.

17. Sep 2015Antworten
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