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MAMMA MIA II. —— Die Parallel-Welten

Es gibt Filme die man so einfach wegschaut und es ist dann aber auch schon vorbei. Und es gibt welche die einen zum träumen erwecken....oder in ihre eigene Geschichte versenken. Als ich vor zwei Wochen das erste Teil von den Film „Mamma mia“ zum anschauen ausgesucht habe, hätte ich nicht gedacht, dass ich in Kürze meine eigene Geschichte vor Augen geführt bekomme.
Die süße Geschichte in dem die ganzen großartigen Lieder von ABBA eingebettet wurden, handelt sich um eine junge Dame, die nach der Schulabschluss aufs Reisen geht und unterwegs mit drei hübschen, jungen Kerlen was tut. Sie verliebt sich in dem einen auf einem kleinen Insel in Griechenland, (und alle drei Jungs in sie) der aber verlobt ist und zurück muss. Sie bekommt eine Tochter und zieht sie allein groß auf der Insel, ohne den drei Väterkandidaten es Bescheid zu geben.
Ich musste an diese Reise denken wo ich damals als naives Mädchen eine Woche lang in Griechenland herumgeeiert bin. Ich war 18.
Es war Sommer und ich bin gerade mal einen Tag zuhause gewesen von Deutschland, als mein Eltern sich tierisch gezopft haben. Ich hatte zwar vor mein Ferien zu Hause zu verbringen, aber ich kann keinen Familienstreit leiden (wahrscheinlich deswegen habe ich mich mit meinen Männern später so gut wie nie gestritten) und ich musste da weg. Egalwohin. Und so bin ich ins Reisebüro und fragte nach einem Flugticket nach Süden. Mittelmeer. Sie schauten mich erst blöd an, dann fragten, wohin genau ich denn hin wolle? Als ob es gestern gewesen wäre höre ich mich meine eigenen Worten: „Wo geht ein Flieger morgen hin in den Mittelmeerraum?“
Das war schon etwas konkreter und sie zählten mir die ganze mögliche Destination auf. Ich hatte schon sehr positive Erfahrung mit Griechenland gehabt, also ich flog nach Athen.
Schon auf dem Flugzeug habe ich drei Kerle kennengelernt die „just for fun“ für einen Tag nach Athen geflogen sind zum feiern. Als ich mein Grotten hässlichen pink-grün farbigen Rucksack auf meinem Rücken hatte, die konnten es nicht wiederstehen und vom netten Unterhaltung wurde es eine lustige Anmache und sie nahmen mich mit zu ihren Luxushotel das sie gebucht hatten.
Also mein „Spielkamerad“ Nr.1 wurde eins von denen. Ein damals 42 jährigen Geschäftsmann aus meiner Heimat. Man hatten wir Spaß! Gefühlt habe ich mit ihm den Tag durchgevögelt. Im türkizblaues Salzwasser was uns total gebrannt hat (Sex am Meer ist geil Leute, aber nicht IM Meer ;0) .... sogar neben seinem Freund der im selben Bett gepennt ist. Sie mussten am nächsten Morgen zurückfliegen, aber ich durfte ihr Zimmer noch bis Mittag nutzen und das reichhaltigen Buffet genießen.
Spielkamerad Nr. 2 habe ich dann am Yachthafen mir geangelt. Er war der Kapitän von einem megareichen Griechen, bzw. dessen Luxusyacht....den wir natürlich sehr geil eingeweiht haben.
Na ja, es gibt schon schlimmeres als Gast auf einen Luxusyacht zu sein....und ich brauchte einen günstigen Unterkunft für die zweite Nacht. ;0)
Er hat sich für einen Gentleman und guten Liebhaber herausgestellt, also blieb mit ihm noch eine Nacht, diesmal in seiner Wohnung. So lernt man ein neues Land doch am besten kennen. Seinen Herz und Seele. Durchs Betten und seine Küche, nicht wahr? Danach bin ich auf dem Akropolis hoch, was damals schon von Touristen total überflutet worden war und eine Nacht, wo ich keinen Gastgeber gefunden habe, musste ich tatsächlich am Strand in meinem Schlafsack schlafen. Es war auf einer halbwegs abgetrennten Gelände von einem Campingplatz wo ich 35 Drachma bezahlen musste um am Strand schlafen zu dürfen. Es war eigentlich ein völlig unspektakuläre Nacht. Ich kam völlig übermüdet vom Herumlaufen an, es war dunkel und gerade Ebbe. Irgendwann bin ich aufs Wassergeräusche wachgeworden und bemerkt, dass ich beinahe im Wasser schlafe. Ich zog also ein paar Meter höher. Ich wollte mich wieder in meinen Schlafsack kuscheln als ich noch einmal in die Richtung hinter dem Zaun geschaut habe und wollte meine Augen nicht glauben. Ein Typ war am wicksen ca. 20 Meter von mir und starrte mich an, als ob ich eine Göttin wäre.
Na sowas würde heute mich nicht mehr so ruhig weiterschlafen lassen, aber ich war erst 18! Ich habe eine kurze „Gefahrenanalyse“ in meinem Kopf angespielt und dachte:“ Ah scheiss drauf. Ich bin müde.“ Mich umgedreht und weitergeschlafen. Hauptsache ich liege nicht im Wasser. ;0)
An dem 4. Tag bin ich mit der Fähre zu einem Insel gefahren. Ich dachte es wäre eine kurze Überfahrt, aber von Wegen! 14 Stunden hat es gedauert! Aber es war lustig. Mit amerikanischen jungen Touristen Gitarre gespielt, gesungen und irgendwann hundemüde jeder suchte sich einen Holzbank zum pennen. Zero Privatsphäre....es sei denn du bist der Kapitän der Fähre. :D Aber das etwas aufdringliches Angebot von dem Kapitän habe ich lieber abgelehnt, er war mir doch zu alt. Also brav wieder auf dem Boden geschlafen. Nicht so die letzte Nacht wo ich wieder in Athen angekommen bin. Einen sehr hübschen Mann der aussah wie Rambo gefunden. Er war ein super süßer Kerl, aber selbst nach so vielen Jahren weiß ich noch, dass er leider im Bett nix taugte. Egal. Es war eine sehr prägende Woche die meine Einstellung zum Leben und mein Wesen total wiederspiegelte. Den Schmetterling in mir.
Während ich heute Abend den Film im Kino anschaute musste ich an das 18 jähriges Mädchen denken die ich damals war. Ein lebensfrohen Magnet. Schüchtern, dennoch mein Lächeln konnte kein Mann wiederstehen. Und ich wusste genau wie man Männern um die Fingern gewickelt bekommt. So wie das Mädchen im Film und ihre mutige Mutter, die ebenso wie ich damals, sich dafür entschied alles allein durchzuziehen....und es nie bereute. Was wäre gewesen, wenn ich damals auf dieser Reise auch so einen Traummann gestolpert hätte?! Wahrscheinlich hätte ich den schönen griechischen Inseln auch nie verlassen. Damals war ich frei. Ich meine WIRKLICH frei. Kein Geld, aber auch keine Verpflichtungen gegenüber niemanden. So wie Donna, die Tanzkönigin aus dem Film.
Ich bin immernoch jung und habe heute definitiv mehr Möglichkeiten. Aber auch mehr Pflichten die diese Leichtigkeit von damals mir erschweren.......aber ich hätte um ehrlich zu sein es nie anders gewollt.

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