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Vom Pech verfolgt!

Am 4. September bekamen wir endlich eine neue Haustür, sehr lobenswert finde ich, wenn nicht...und nun beginnt eine Trauergeschichte: Also, am 4. war ich abends zu einem Abendessen eingeladen, sehr elegant gekleidet und gegen 18 Uhr ging es los. Als ich beschwingt gegen Mitternacht nach Hause kam, wollte ich aufschließen und oh Schreck...es war kein Schloss in der neuen Tür...
Eine Haustür ist meistens mit einem Schloss versehen, was doch ganz normal ist, wie soll man sonst hereinkommen, verlässt man das Haus?
Leider wurde das nicht weiter beachtet und die Tür ohne Schloss eingebaut...ich fragte mich, was soll das? Weder eine Ankündigung, dass man nicht mehr das Haus verlassen kann, will man praktisch ausgesperrt sein und vielleicht in der Annahme, dass alle Mieter schon mit den Hühnern ins Bett gehen, gibt es vielleicht doch Ausnahmen, die einiges am Abend vorhaben und gerne dann ihren Kopf auf das eigene Kopfkissen legen möchten. Diesen Gedankengang nimmt man jedenfalls an...dem war aber nicht so!
Zu später Stunde stand ich also vor dieser vermaledeiten Haustür, wollte freudig aufschließen, und nichts geschah, denn...es war kein Schloss zu finden, nichts, wo der Schlüssel hineinpassen konnte, um mich nach diesem angenehmen Abend wohlig in mein Bett zu legen. Ein wenig Panik machte sich breit und ich wählte umgehend den Notruf...heißt es doch immer so schön „Die Polizei, dein Freund und Helfer“. Der mir dann riet, doch überall zu klingeln, was ich allemal verneinte, wer mag schon um diese Zeit irgendwie aus den Federn klettern, hört man die Klingel...Ich würde es ebenfalls nicht tun. Kann doch sonst wer sein...also...Familie schlief natürlich, auch wohnen die zu weit entfernt, als dass ich nachts durch dunkle Straßen irren könnte...Es blieb mir, wie auch von der Polizei geraten, nur ein Hotelzimmer zu finden. Der Abend war zwar nicht kalt, aber auf einer Parkbank zu liegen ist nun mal nicht meine Art oder auf dem Unterdach einer Bushaltestelle Obdach finden, ebenfalls nicht. Ich finde es schon eine Zumutung, eine neue Tür einzustellen und sich nicht um den Einbau des alten Schlosses zu bemühen...
Ein Hinweis des Hausmeisters, dass die Tür noch kein eigenes Schloss hat, wäre überaus hilfreich gewesen. Dann hätte ich planen können und mir diese abscheuliche Nacht ersparen können. Ich wäre dann nicht heimgekehrt, hätte meine Zelte bei meiner Familie aufgeschlagen aber so? Ziemlich frustrierend...
Es blieb mir also nichts anderes übrig, als ein in der Nähe gelegenes Hotels aufzusuchen, in der Zwischenzeit war es schon weit nach Mitternacht..... da erhielt ich gerade noch ein letztes Zimmer...Was wäre, wenn ich nun keins gefunden hätte, würde ich weiterhin im Abendkleid durch die Nacht irren und mich todmüde auf eine Bank legen? Nun hatte ich glücklich ein Zimmer zum Preis von 54 Euro ergattert...allerdings war an Schlaf nicht zu denken...
Es ist ein Unding, das man nicht in seine Wohnung kommt, nur weil das Schloss aus irgendwelchen Gründen nicht eingebaut wurde. Ich lebe keinesfalls in einem Seniorenheim, wo man um 20 Uhr die Türen verriegelt, ich kann kommen und gehen, wie es mir gefällt.
Auch war die Tür immer noch nicht richtig eingestellt. Sie klemmte und schloß nicht korrekt. Ein Schreiben des Hausmeisters wies darauf hin, dass man die Tür von innen und von außen jeweils fest verschließen soll, damit keine ungebetenen Gäste, kann ich verstehen, wir leben nahe bei einem Flüchtlingsheim mit 35 unbegleiteten Minderjährigen, die schon oftmals unangenehm aufgefallen sind, hineingelangen. Ich war die Tage in Berlin und hoffte, dass, wenn ich wieder daheim bin, dieses unglaubliche Türdrama ein Ende gefunden hat.
Es kam aber noch schlimmer: Ich besitze ein verrottetes Velux Dachfenster, was mich schon einmal im Mai mit Wassermassen beglückte. Bis zum heutigen Tage hielt es sich recht gut, Unwetter waren dies Jahr an der Tagesordnung, um sodann bei diesem grauenvollen Unwetter am Dienstag hier in Hamburg sich mit voller Kraft wiederum auf mein Wohnzimmer zu stürzen. Ein Glück, dass ich im Hause war, was wäre wenn ich verreist wäre? Ich lege schon immer Tücher hin, aber würde das reichen, wenn ich nicht selbst Hand anlegen würde, das Regenwasser zu entfernen? Jedenfalls, heute prasselte es wieder entsetzlich hinein...alles nass...ein gewaltiger Umstand, das alles sekundenschnell zu beheben, so schnell kann keiner sein, um Tücher usw. heranzuschaffen um gleichzeitig das Wasser abzuwehren. Zig Hände wären nötig, hilfreich mir zur Seite zu stehen. Auch musste ich noch Fotos für den Vermieter machen, wer glaubt einem das sonst? So bekam ich auch selbst noch einen guten Schuss Regenwasser über den Körper, da ich glücklicherweise ein Lederkleid trug, perlte das natürlich ab, dafür waren die Haare frisch gewaschen...Regenwasser soll ja Wunder wirken, wobei? Bei mir oder als Wasser für die Blumen? Nein, das brauche ich nun wirklich nicht, solche bodenlose Nässe...Teppich, Kissen, Auslegware, Wand, Sessel, Musikanlage, Papiere alles nass, wann trocknet das denn wieder? Heute traf der Regen ein wenig anders als beim letzten Mal die Einrichtung...
Wieder Schreiben an den Vermieter, wieder.....
Und die Tür schloss immer noch nicht...
Gestern ging ich früh aus dem Hause, kam gegen 20 Uhr heim und siehe da...der Schlüssel ließ sich nicht drehen, die Tür ging einfach nicht auf...Panik! Unten im Parterre war Licht, die alte Dame saß vorm Fernseher, dort geklingelt, natürlich nichts gehört...
Familie fühlt sich durch mich schon genervt...gute Ratschläge vom Schwiegersohn, richtig drücken, zeihen, was weiß ich sonst noch...es nervt... Tür ging natürlich nicht auf.....Zettel vom Hausmeister war weg, also, wurde die Tür eingestellt, nur wie? Dass man nicht reinkommt? Immerhin, irgendwann hörte die Dame dann doch mein Klingeln, sie drückte, Tür ging auf...tat verwundert, ist alles eingestellt, ja aber...entgegnete ich, das Schloss lässt sich nicht drehen...sah mich merkwürdig an...noch mal probiert, ging natürlich nicht...Sofort den Hausservice angerufen, fanden sie merkwürdig, ich sollte mal Öl rein tun. Bin ich blöd? Olivenöl, Bratöl oder Butter? Na ja, vielleicht passierte noch anderen Hausbewohnern das gleiche wir mir...und siehe da...22 Uhr, es klingelt bei mir...natürlich kam jemand nicht rein...große Aufregung, natürlich ich war die Dumme, irgendeinem muss man ja was in die Schuhe schieben. Es reicht mir...Der Tag ist heute grau, grau wie mein Inneres...muss ich heute zu Hause bleiben, weil das Schloss sich nicht öffnen lässt oder was spielt sich da unten noch ab? Regengüsse erwarte ich sehnlichst nicht mehr, einmal ist nämlich Schluss mit der Fröhlichkeit!

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