Früher gab es diese Klischees - die Huren, zum Beispiel in Hamburg auf dem Straßenstrich. Auf der Reeperbahn, wo unschuldige, unbescholtene Damen und Herren wie durch den Zoo spazierten und eine Millisekunde lang den Hauch des verruchten, unanständigen sehen konnten. Frauen mit Penis - Überraschung! So manche Blicke.Wie ist es heute? Gibt es, in zeiten der sexuellen, weiblichen Selbstbestimmung denn diese starke Trennung - die Mädchen, mit denen man essen geht, die man dreimal trifft, wenn nicht mehr, bevor es zu Körperlichkeiten kommt. Sind wir alle nicht irgendwie Heilige und Huren zugleich? Es ist lange her, dass Sexdienstleisterinnen ausschließlich osteuropäischer Herkunft waren, und den Job ausüben, weil sie ihre Familien in Bulgarien und Rumänien durchfüttern wollen. Ich denke, die meisten hier sind Frauen wie ich - die das hier auf semiprofessioneller Basis machen, studieren oder studiert haben, mit beiden Beinen fest im Leben stehen. Wer würde bei einem Date, oder im Alltäglichen Leben schon erkennen, dass ich das hier tue? Zudem hat das hier wenig mit dem eigenen Moral- und Wertesystem zu tun. Ich bin weit davon entfernt, alles für Geld zu tun. Ich tue, was ich ohnehin tun möchte - mit einem kleinen Bonus, von dem kein Mensch in meinem Leben weiß. Es gibt niemanden, den ich betrügen könnte. Wie geht ihr damit um, wenn die schwester, eine gute Freundin oder Bekannte plötzlich offenbart, keine Heilige zu sein? Gibt es da immernoch Ängste, die mit dem Beruf der SDL in Verbindung stehen? Ändert sich der Mensch damit wirklich?


Ich denke, solange man Alles unter einen Hut bekommt und mit sich vereinbaren kann, ist auch Alles gut. Du schreibst ja selbst schon, das Du mit festen Beinen im Leben stehst und dies hier aus Lust an der Freude tust, sage ich jetzt mal, natürlich mit einer kleinen finanziellen Würdigung. Ich denke, Heilige und Hure sind da schon 2 fast zu krass gewählte Worte... Es wäre eher im sensibleren Bereich einzuordnen unserer heutigen Zeit.
@Littlecook .Habe da mal eine Frage : bist du mit Youni verwandt ??
@Becher, der Kandidat hat 100 Punkte. :)
@missnaughtynextdoor Ich würde in einem Punkt energisch widersprechen. Die meisten SDL sind sicher keine deutschen Akademikerinnen. Bei KM im Blog sind es zwar überwiegend Deutsche, aber das wars dann auch. Heilige oder Hure und die damit verbunden moralischen Fragen machen das ganze Spiel doch erst interessant und für euch lukrativ. Stell dir vor, niemand hätte damit moralische Bedenken. Dann würde der Blowjob Bei Frisör so angeboten wie die Kopfmassage. Eben nur nicht für 80-120 Euro, sondern vielleicht für 25 Euro ;) Auch wenn hier viele selbstbestimmt deutsche Frauen teilweise von dem Job schwärmen. Sind meine Erfahrungen die ich jetzt seit über 30 Jahren in dem Milieu habe, eher andere. Ich sag es mal etwas vulgär, ständig einen Schwanz von eanderen Typen im Mund zu haben geht vielen doch mehr an die Seele als sie sich das in der aktiven Zeit eingestehen wollen. Deshalb hilft Heilige oder Hure doch etwas die zwarten Seelen von der Arbeit fernzuhalten
@Becherovka Gegenfrage: Hast Du vielleicht zuviel von Selbigem genossen.....
@Little_Cook Ja ich habe genießt ,weil ich ein Genießer bin ! ( jawohl ) Nach dem Bier gönne ich mir noch ein Youni und kleinen littlecook mit Schuss .
@Becher Dann genieße weiter, vielleicht ohne Schuss, den hast Du ja schon... Hast aber Recht. Auf einem Bein sollte man nicht dauerhaft stehen
@Mara-is-back & @Don Ich fürchte, sobald da Zwang bzw. Druck existiert, einen Beruf auszuüben, sei es nun den der SDL oder der Putzfrau, kann das Ganze ja nur dazu führen, dass betreffende Person unglücklich ist. Die Gefahr für Burnout ist eben in Berufen, die viel emotionalen Kontakt zu Menschen involvieren (sozialer Bereich, aber in gewisser Intensität eben auch jegliche Form der Sexdienstleistung). Offen gestanden war ich Swingerin, bin relativ offen und überhaupt nicht Menschenscheu. Auf Non-Pay-Sex Seiten habe ich Kommunikation als wesentlich weniger respektvoll erlebt. Zudem regelt Geld nochmal die zwischenmenschliche Verbindlichkeit auf andere Art und Weise. Allerdings zolle ich eurer jahrelangen Erfahrung Respekt - es macht sicherlich einen Unterschied, ob jemand hauptberuflich Sexdienstleistungen anbietet, oder eben aus unterschiedlichen anderen Gründen.
@Mara-is-back, wer mit beiden Beinen fest im Leben steht sucht sich einen anderen nebenjob: glaubst du denn das alle Frauen die hier nebenberuflich dabei sind, irgendwie unsicher oder sonstwie nicht gefestigt sind? Oder wie hast du das gemeint?
@Mara, aha und was ist deine Definition?
@Mara, bin ich auf jeden Fall bei dir, und deine Schlussfolgerung ist auch wohl richtig, bis auf die erfüllte Partnerschaft. Es soll Menschen geben- beiderlei Geschlechts- die keine Partnerschaft brauchen/leben können. Ob die dann hier landen??
Ich bin weder Heilige noch Hure. Wenn dann bin ich eine "Femme fragile". ;-) -- Du irrst dich, die Mehrzahl der Sdl´s ist nicht deutsch.^^
@MissNaughtyNextDoor: ich glaube, bevor man deinen Frage beantworten kann, müsstest du erst mal erklären, was das Wort "Hure" für dich bedeutet. Das ist von Frau zu Frau auch hier bei kaufmich ganz verschieden. Die einen fühlen sich durch dieses Wort beleidigt, die anderen sagen "ich bin eine Hure und stolz drauf!" Für dich scheint es eher ein negativ belegtes Wort zu sein, oder? .. @Don_Ocxx Das ist eben die Frage, wie weit sich deine Erfahrungen aus "über 30 Jahren im Milieu" verallgemeinern lassen. Im Milieu (Rotlichtviertel, Laufhäuser) trifft man sicherlich jede Menge Damen, die täglich ein Dutzen Schwänze im Mund haben. Aber viele Damen hier sind ja gar nicht im Milieu. Hobbyprostituierte, die einen "normalen" Beruf haben und sich hin und wieder nach Feierabend etwas hinzu verdienen, wären vor 30 Jahren noch gar nicht möglich gewesen, weil sie ihre Kontakte fast ausschließlich über Internetseiten anbahnen. Und die haben vielleicht in einem Monat so viele Schwänze im Mund wie eine Professionelle an einem Tag.
@Buschbub Mit Milieu meinte ich allgemein die gesamte Prostitution also auch die HobbySDLs von KM, nicht nur das klassische Milieu. Das habe ich vielleicht etwas falsch formuliert. Völlig richtig ist, dass sich in einem Bereich, in dem minderjährige Zwangsprostituierte mit 20 Kunden/Tag ebenso wie gutsituierte 50 jährige Akademikerinnen mit 2 Kunden/Monat arbeiten, Verallgemeinerungen schwer möglich sind. Trotzdem bleibt meine Erfahrung und ist meine Meinung, das „Karrieren“ wie von @MissNaughtyNextDoor (Swinger, Studentin, Hobbyhure) mit der Aussage „Ich bin Heilige und Hure hahaha und fühle mich gut dabei“ weiterhin ganz klar die Ausnahmen sind. Wenn man etwas Verallgemeinern kann, dann vielleicht, dass die psychische Belastung der Prostitution höher ist, als es besonders am Anfang erscheint. SDLs sind ja eher anonym und unbekannt, deshalb wird nicht viel drüber gesprochen wenn sie aufhören. Im Porno-Bereich ist das etwas anders, und ich denke Fälle wie Lou Nesbit /Lia Louise sind nur die Spitze des Eisberges.
@Don_Ocxx: Nach Schätzungen von "Emma" gibt es in Deutschland ca. 200.000 Prostituierte. Von denen haben sich etwa 40.000 gemäß dem neuen Prostituiertenschutzgesetz registrieren lassen. Der Rest ist die große Dunkelziffer. Ein Teil davon besteht aus Zwangsprostituierten, aber der allergrößte Teil davon kann doch nur aus Hobbyprostituierten bestehen. Ich kenne eine junge Dame, die muss Schulden zurück zahlen, aber damit hat sie es offensichtlich überhaupt nicht eilig, sondern sie gönnt sich auch gern mal was von dem Geld, dass sie auf diese Weise nebenher verdient. Wenn sie unter einer psychischen Belastung leiden würde, würde sie sparsam leben und zusehen, dass sie ihre Schulden schnellstens abzahlen kann. Eine andere besitzt ein Pferd, für dessen Unterhalt sie 400 Euro im Monat bezahlen muss. Das gibt ihr Job nicht her, also macht sie 2 oder 3 Dates im Monat, das genügt. Klingt auch nicht nach psychischer Belastung. Eine dritte wollte von ihren Eltern ausziehen, fand eine Wohnung, hatte aber kein Geld für die Kaution. Sex mit fremden Männern kam für sie nicht in Frage, also bot sie Massagen mit Handjob an, um die Kaution zu verdienen. Einer psychischen Belastung kann man also durchaus ausweichen. Eine andere kam mit ihrem Halbtagsjob nicht über die Runden. Als ich sie nach längerem Hin und Her traf, sagte sie, ich wäre ihr vorletztes Date, weil sie in Kürze einen Vollzeitvertrag bekommt. Eigentlich wollte sie gar keine Dates mehr machen außer dem letzten in der kommenden Woche, aber weil ich immer so nett geschrieben hatte, hätte sie sich doch noch für das Date mit mir entschieden. Hätte sie wohl nicht, wenn das Date eine psychische Belastung für sie gewesen wäre, denn finanziell nötig hatte sie es inzwischen nicht mehr. Psychische Belastung kann sicherlich auch im Hobbybereich vorkommen, muss aber nicht. Wer keine Schwänze im Mund haben möchte, kann sich andere Bereiche der Prostitution aussuchen, wo so etwas tabu ist.
@Mara-is-back: Warum muss immer mit Übertreibungen argumentiert werden? Ich sage "Wochen", und es wird so getan, als ob ich "Jahre" gesagt hätte. Ich nenne ein paar Beispiele, und es wird so getan, als ob ich von "allen" sprechen würde. Dabei kann doch jeder nachlesen, was ich wirklich geschrieben habe. Ich schreibe hier jedenfalls nur über Damen, die ich persönlich kenne und nicht über Damen, in deren Kopf ich mit telepathischen Kräften hinein schauen müsste. Ansonsten sehe ich gar keinen Widerspruch. Geld lässt sich auch mit regulären Jobs verdienen, das ist richtig. Warum wählen die Damen dann die Prostitution, wenn sie niemand dazu zwingt? Hättest du dich hier angemeldet, wenn dir der Job keinen Spaß machen würde? "Wohnungskaution und dafür in die Prostitution" - wie das klingt... als ob sie angefangen hätte, im Puff zu arbeiten. Nein, sie hat sich abends nach Feierabend in ihrer Privatwohnung von Männern besuchen lassen, Massage, Handjob, fertig. Sie wohnt 150 km weit weg, aber der Weg war es mir wert, weil ich die Ehre hatte, ihr erster Besucher zu sein. Sie war ein Nervenbündel, ihre Hände zitterten, und wir haben erst mal ziemlich lange geredet und gelacht, bis sie lockerer wurde. Beim Abschied sagte sie, sie hätte eigentlich gar nicht so nervös zu sein brauchen. Die folgenden Wochen hatten wir einen lockeren WhatsApp-Kontakt. Sie berichtete immer wieder von ihren folgenden Besuchern, gutes und schlechtes, und holte meine Meinung ein. Sie machte mich sozusagen zu ihrem Mentor. Was glaubst du warum? Zur Kundenbindung, damit ich ihr Märchen weiterhin für wahr halte? Ganz bestimmt nicht. Sie wusste, dass ich nur deshalb so weit gefahren war, weil ich einmal der Erste sein wollte und dass ich deshalb keinen Grund hatte, noch einmal so weit zu fahren. Diese Geschichten kannst du ruhig glauben, die meisten der genannten Damen kenne ich gut genug. Es absolut zutreffend, dass sie alle einen Job haben und sich nur nebenbei prostituieren. Auch die, deren vorletztes Date ich war, hat nach ihrem letzten Date tatsächlich aufgehört. Ich wüsste auch nicht, warum die Damen sich irgendwelche Geschichten ausdenken sollten, denn davon hängt es überhaupt nicht ab, ob ich ein Date buche oder nicht. In der Süddeutschen Zeitung vom 18. Mai 2011 steht ein online zu findender Artikel "Studentenjob: Prostitutierte". Da wurden nicht Prostituierte gefragt, ob sie Studentinnen wären, sondern umgekehrt: Studierende in Berlin wurden gefragt, ob sie sich vorstellen könnten, ihr Studium durch Prostitution zu finanzieren. Jeder dritte antwortete mit ja, und 3,7% tun es tatsächlich. Bei aktuell knapp 200.000 Studenten in Berliner Hochschulen wären das 7.400 Hobbyprostituierte allein in Berlin! Ich weiß natürlich, dass es auch 25-jährige "Schoolgirls" gibt und 35-jährige "Studentinnen", aber das ändert nichts an diesen Zahlen.
Wer im Nachhinein hier Kommentare liest - hier wurde ein wenig gelöscht. Ich schätze und repektiere die Meinungsfreiheit, aber finde trotz allem, einiges ist hier etwas deplatziert und eine solche Grundsatzdiskussion darf gern auf eigenen Blogs gestartet werden. Es darf ja jede(r) und jede über das eigene Leben entscheiden, welche Nebenjobs und Dienstleistungen er in Anspruch nimmt.