Am Morgen klingelte mein Telefon und ein Mann stellte sich vor.
Er habe soviel von mir gehört, würde mich gerne besuchen kommen, aber er hat angst.
"Nun, warum hast du denn angst?", fragte ich ihn.
"Die Beschreibung ihres Anwesens reizt mich einerseits, aber andererseits habe ich wirklich angst, dass es nicht nur eine Session wird, sondern sie mich wirklich versklaven."
Ich lachte vollen Herzens los: "Soso, es reizt dich also. Deine Neugier ist geweckt und nun sorgst du dich. Was soll ich sagen? Es ist doch ganz einfach, es reizt dich, mich zu erleben."
"Ja", antwortete er.
"Fein", sagte ich, "und was dich davon abhält, mich kennenzulernen, ist deine Furcht."
"Genau", sagte er.
"Dann muss ich dir sagen, dass es deine Furcht ist und somit auch dein Problem. Ich weiß, dass devote Menschen sich nicht entscheiden. Aber ich kann dir diese Entscheidung nicht abnehmen. Dann wünsche ich dir noch einen schönen Tag und überlege brav für dich alleine" und ich legte auf.
10 Minuten später klingelte es wieder und ich sah dieselbe Nummer.
"Ich muss sie kennenlernen."
"Ja? Du bist dir aber bewußt, dass sich danach Dinge geändert haben können?"
Der Anrufer sagte: "Ja, das weiß ich. Ich werde meine angst überwinden."
Darauf erwiderte ich: "Wenn wir nun einen Termin vereinbaren, dann erwarte ich auch, dass du erscheinst und nicht irgendwelche Ausreden bringst, warum du nicht pünktlich bist!"
"Ja LadyJane, das ist mir sehr bewußt"
Also verabredeten wir uns für den Nachmittag und er erschien wirklich.
Ich bugsierte ihn in meine Küche, trank mit ihm einen Kaffee und versuchte ihn über ein Gespräch ein wenig aufzulockern.
Als ich den Eindruck hatte, dass er nun soweit bereit war, ging ich mit ihm in das obere Stockwerk und sagte nur: "Ausziehen!"
Der arme, beinahe überforderte Mensch, zog sich langsam aus, schaute mich fragend an, was er alles ausziehen solle und da meinte ich zu ihm:
"Die Socken darfst du anbehalten, ich werde keinen Sex mit dir haben"
Also stand er dann ein wenig ängstlich vor mir und ich nahm das lange Bondageseil, mit dem ich die Grundlage für eine weitere Fixierung tätige. Dann kamen weitere Seile zum Einsatz, wo ich seine Arme und Beine so einschränkte, dass er eben nicht weglaufen konnte.
Dann meinte ich zu ihm, dass er nun auch wieder in seine Slipper reinschlüpfen darf, da ich ihm erst einmal alles zeigen wollte.
Wir gingen dann komplett durchs Haus und Stall und auch draußen um den Hof herum.
"Na, wie fühlst du dich?, fragte ich ihn.
"Wahnsinnig viele Eindrücke habe ich. Und stelle fest, dass sie sehr viele Möglichkeiten haben."
"So ist es. Aber nun will ich dich erst einmal kennenlernen, spüren, fühlen und schauen, was du nun magst. Und dafür gehen wir wieder ins Warme und da werde ich wie besprochen mit dir ein wenig Schabernack treiben."
Er schaute mich ein wenig irritiert an und wir gingen zurück ins Haus, ich bespielte ihn und ärgerte ihn auch... aber eben wie vereinbart, die Tabus berücksichtigend. Und nach einer gewissen Zeit war er dann "erleichtert" und wir trafen uns dann wieder in der Küche.
Aber ich musste ihn vor dem Verlassen noch einmal ansprechen, da es mir nicht aus dem Kopf ging:
"Was von meiner Beschreibung her, war denn nun so beängstigend?"
Er saß mir ja nun wirklich befreit gegenüber und sagte:
"Nichts. Alles, was sie geschrieben und beschrieben haben entspricht der Wahrheit. Die Größe, die Einsamkeit, einfach alles. Aber ich habe ihre Worte nicht so wahrgenommen, sondern hatte angst, dass sie mich wirklich "verschwinden" lassen. Irgendwo im Nirgendwo..."
"Aber mein Lieber", erwiderte ich, "nur weil ich gerne mit Worten spiele und du eine blühende Phantasie hast, kannst du nicht ernsthaft glauben, dass ich eine Art Menschenfresserin bin."
"Doch", gab er zu, "ich habe einfach gedacht, dass es so sein könnte. Also, dass einerseits keine bösen Absichten dahinter sind, aber sie vielleicht doch...."
"Dummerchen", lachte ich. "Meinst du wirklich, ich könnte so existieren, wenn ich kriminell wäre? Man trifft sich doch immer zweimal im Leben."
Und mit einem herzlichen Danke von ihm, verabschiedeten wir uns und er sagte mir zu, dass er sich gerne wieder bei mir im Nirwana einfinden würde....


@Ewald: die böse Absicht ist meistens der "Schiss"... Glücklicherweise werde ich nicht so häufig versetzt, aber wenn ich dumme Ausreden bekomme, ist es oft die Vermutung, dass man eben nicht den Mut hatte