Am 16. Mai war ich beim Konzert der Spider Murphy Gang auf dem Schlossgrabenfest in Darmstadt. Es war schon erstaunlich, wie der Sänger und Bassist Günther Sigl mit 77 Jahren noch auf der Bühne rockt. Alle Hits aus den Achtzigern wurden aufgeführt, darunter auch zwei, die das Sex-Business betreffen: In „Ich schau dich an (Peep Peep)“ geht es um die in den Achtzigern noch üblichen Peepshows, in denen sich nackte Frauen mit gespreizten Beinen auf einer Drehscheibe räkelten, während die Kunden sie aus Kabinen betrachten konnten. Die Sicht wurde nach Einwurf von Münzen freigegeben.
Aber das Highlight des Abends war „Skandal im Sperrbezirk“ , eigentlich ein lustiger Partysong über die fiktive Prostituierte Rosie, die im Sperrbezirk von München arbeitet und den Konkurrentinnen am Rande der Stadt die Kunden wegnimmt. Aber, wie ich auf Wikipedia erfahren habe, hat die Geschichte einen realen Hintergrund: Rechtzeitig vor den Olympischen Spielen 1972 wurde die Münchner Sperrbezirkverordung verschärft, und ab 1982 wurde mit der CSU-Mehrheit im Stadtrat die offene Prostitution an den Stadtrand verdrängt. Der BR spielte im Gegensatz zu anderen Radiosendern damals das Stück nicht, heute sehen sie es wohl auch in diesem Funkhaus gelassener. Auf der Website br.de gibt einen interessanten Artikel mit dem Titel „Der Dirnenkrieg und die Olympischen Spiele von 1972“, in dem auch auf „Skandal im Sperrbezirk“ von der Spider Murphy Gang Bezug genommen wird.
Und heute wollen einige Politiker noch einen Schritt weitergehen und ein Sexkaufverbot nach dem Nordischen Modell einführen. Hoffen wir, dass das verhindert werden kann!


Schon erstaunlich dass es immer die gleichen Akteure sind, früher wie heute...
Das tolle soll ja gewesen sein, die Telefonnummer, "Unter zwounddreißig sechzehn acht" die er in seinem Song benutzte, diese soll real gewesen sein. Die Telefonnummer vom FA.
Und wie ist es heute in München
Aber ' Der golden Reiter' war echt cool. Auch aus der Zeit.
Straße und Auto ist nichts für mich.