Liebes Huren - Tagebuch,
das Thema "Nachbarschaft" nimmt in meinem Leben eine elementare Rolle ein da man als Hure bestrebt ist, unauffällig & "lieb" zu den Nachbarn zu sein um gut zurecht zu kommen.
MEINE Nachbarschaft kennt nur Extreme, eine wilde "Berg & Talbahn - Fahrt" wie meine irdische Existenz im Allgemeinen...
Hier in Berlin hatte ich oft "Petz - " Nachbarn die mich anschwärzten weil ich meinen Müll ihrem Ermessen nach falsch trennte oder es nicht ok ist um 20.45 Uhr noch die Waschmaschine anzustellen.
1 Mal flog ich sogar aus ner "Wohnen auf Zeit" - Wohnung raus da die eifersüchtige alleinstehende Dame mir gegenüber meinem Date - Partner zur Geisterstunde im Treppenflur auflauerte um Beweise für mein "unmoralisches Pay - Sex - Leben" zu finden.
Musikalisch unterlegt passt hier wohl der Titel: "Ein ehrenwertes Haus" von - Gott hab ihn selig - Udo Jürgens.
Meine erste "eigene" Sex - Empfangswohnung verschaffte mir dann die ersehnte Freiheit...zwar glotzten die Nachbarn - eine asiatische Großfamilie - sich auch die Augen aus ob meines häufig wechselnden Männer - Konsums aber sie hielten immerhin die Füße still & verpetzten mich nicht. DANKE!
Dafür bekam ich dann Ärger als mein türkischer alleinstehender Nachbar bemerkte WAS bei mir so abgeht und im Hausflur zudringlich wurde... an diesem Punkt war meine Adresse nebst Klingel eh schon in Freierforen veröffentlicht worden ("Scheiß auf die Privatsphäre einer Hure!")sodass ich ständig ungewollte "Spontan - Besucher" im Treppenflur wenn ich ungestyled den Müll weg bringen wollte, hatte sodass es mir gut ins Konzept passte als ich auf Eigenbedarf raus - gekündigt wurde und wieder in den stets anderen Ferienwohnungen untertauchen und von Liebeskaspern unbehelligt bleiben konnte.
Jeden Monat in nem anderen Stadtbezirk Berlins ein Apartemnt zu haben, war zwar toll zum Abtauchen aber das ständige Koffer ein - und auspacken bzw. die fest gebuchte Wohnung auch dann bezahlen zu müssen, wenn man krank wurde & nicht arbeiten konnte, nervig.
Auch wusste ich nie, in welchem Apartement das Bett ne durchgelegene "Wilschwein - Kuhle" oder eine Wohnung keinen Kleiderschrank für all meine Fummel oder kein W - Lan hatte.
Ständig seine recht zahlreiche Wäsche im städtischen Waschsalon zu waschen und schnell für ein Rendezvous wieder heim zu hetzen,nicht zu vergessen das Zeug vor 23 Uhr ausm Waschsalon wieder abzuholen, machte irgendwann auch keinen Spaß mehr.
In dieser jetzigen Wohnung wird das Treppenhaus zum Glück immer so gut abgesperrt dass nicht Hinz & Kunz rein kommen können um spontan bei mir zu klingeln - ein echt toller Arbeits & Lebensstandard.
Die Tür - Cam verhilft mir zum Selektieren ungewünschter Gäste wie Männer die unabgesprochen zu zweit oder dritt hier auftauchen.
Aber das Karma mit den Nachbarn ist mir treu geblieben - in Gutem wie im Schlechten...
Meine 2 schwulen Nachbarn neben mir...davon erinnert mich der Eine so extrem an meinen Ex - Freund, mit bayerischem Dialekt & seiner gesamten Attitude...dass es mir unangenehm ist, ihm zu begegnen.
Wie ein Klon von ihm. Oft bin ich froh,ihn selten zu sehen (auch wenn er super - nett ist) aber wenn man täglich dem Zwillingsbruder von XY begegnet, ist da schon ein pelziger Geschmack auf der Zunge ;-/
Mitunter denke ich auch, wie kolossal Eigen - & Fremdwirkung anhand dieses Erlebens schon wieder auseinander klaffen denn besagter Professor denkt bei sich bestimmt, dass ich ihn nicht mag oder maulfaul bin. Die Idee, dass ich den Kontakt zu ihm meide weil er mich so stark an XY erinnert, die kommt ihm bestimmt nie in den Sinn. Irgendwie seltsam. Aber so spielt halt das Leben. Vieles ist ganz anders als man selbst denkt...
Und daheim, in meiner uckermärkischen Idylle, war mein Nachbar seit teeny - Zeiten mein großes Vorbild an Männlichkeit & Lebenslust. Und der hatte so ein herrlich freies Sexual - Leben das mich mit 14 Jahren schon ziemlich neidisch machte...Ich war von Anfang an verliebt in ihn (zumal er nur 14 Jahre älter war als ich) und an meinem 18. Geburtstag passierte "es" dann endlich dass er sich an mich heran traute.
Das war mein allerschönstes Geburtstaggeschenk. Diesen intensiven Abend als ich mit meiner Freundes - Truppe noch zu ihm rüber ging zum Weiterfeiern in seiner Junggesellen - Butze und wir zwei zum Cocktailmixen in die Küche gingen & die Bestellungen der Kumpels vergaßen weil wir uns endlich trauten zu fummeln und zu knutschen. Sein halb an meiner Brust vergrabener Satz "Coktails sind schon in Arbeit!" höre ich noch immer an meinem Ohr wenn ich mich in der Zeitschiene zurück beame...
Dieser intensive Abend hat sich ganz tief in mein Herz eingebrannt, ich fühle das alles noch als wäre es erst gestern passiert.
Das Tolle an unserer "Offenen Sex & Party - Beziehung" war dass wir uns alle Freiheiten ließen. Wenn er beim Tanzen ne heisse Frau kennenlernte und sie mit zu sich nahm, gab es keine Vorwürfe und er gab mir Geld um per Taxi auch sicher heim zu kommen und wenn ich jemanden aufriss, zog er sich auch diskret ohne zu schmollen zurück & am Folgetag werteten wir beim Bruch mein Liebeserlebnis aus.
Oft half er mir sogar dabei, Kerle zu erobern denn viele Männer macht es zu meiner absoluten Verwunderung erst richtig scharf, eine "liierte" Frau zu erobern ;-) Vielleicht weil es verrucht ist, jemanden die Frau für eine Nacht auszuspannen oder man bei Single - Frauen angst hat, sie könnten zu klammern anfangen.
Taktik ist das halbe Leben ;-)
Und wenn wir beide mal kein "Jagd"- Glück hatten, ließen wir die Nacht zusammen bei ihm ausklingen. Man konnte mit ihm auch wahnsinnig - tolle tiefsinnige Gespräche führen.
Oder wenn ich in "Bedrängnis" war weil jemand mein "Nein, ich will nicht tanzen!" nicht akzeptierte, war er mein starker Beschützer.
Ich bin noch heute überaus dankbar für diesen tollen liberalen Einstieg in mein Liebesleben. So ein Hauch von 68er - Liebeskultur hatte schon was & hat mir ggf. den Weg zur Arbeit als Hure geebnet.
Danke Dir, B*n!
Solche klasse ohne Eifersucht verlaufende "Freundschaft Plus" hab ich bisher nur 1 einziges Mal in meinem Leben erleben dürfen. Wahrscheinlich geht das auch nur wenn man nicht ganz so tiefe Liebesgefühle für jemanden hegt.
Leider zog er vor 4 Jahren weg und allein der Fakt dass er - wohl aus Scham - mir nichts davon erzählt hatte dass er sein Haus verkaufen muss und so sang - und klanglos fort zog, tat menschlich weh. Seitdem hat er alle Kontakte zur einstigen Nachbarschaft gekappt & einige meinten, er hätte nun auch ein Problem mit Arbeitslosigkeit & Alkohol.
Sein "Nachfolger" - Nachbar ist das andere Extrem (siehe "Berg & Talbahnfahrt) und der stellte sich am ersten Tag schon mit den Worten bei uns vor dass er an seinem Hauptwohnsitz schon mit allen Nachbarn vor Gericht streitet ;-)
Was für eine glorreiche Ankündigung ;-)
Oft muss ich grinsen wenn ich beim jetzt "bösen" Nachbarn vorbei gehe, wohl wissend, welch geile Stunden der Lust ich Jahre zuvor in seinem "Dornröschen - Schloss" der Feindseligkeit erlebt habe.
Das Leben mit all seinen Wechseln ist schon witzig bis grotesk ;-)
Wüsste der Jetzige das, so würde er wohl das Haus erst mal mit Salbei reinigend beräuchern *hahaha* da der Menschen im Allgemeinen und Lebensfreude / Musik / Sex & Parties / Grillen im Besonderen verabscheut.
Bis vor Kurzem dachte ich, das Thema "Nachbarschaft & Sexy Jungs in derselbigen" hätte sich nun in meinem Leben erledigt...die Quelle der Lust wäre versiegt. Bis ich vorigen Monat bei meinem Land - Aufenthalt dann meinen schon 2 Jahre gegenüber wohnenden "Künstler" - Nachbarn mit ganz neuen Augen sah.
Bei seinem Einzug wollte meine Mutter immer mit mir rüber gehen um uns einander vorzustellen was ich jedoch ablehnte da ich ihn schon von Weitem nicht mochte. Der glotzte immer so blöd wenn ich vom Taxi abgeholt wurde oder mich - damals noch für meinen "Rentnerbespaßer - Musiker - Schwarm" im Marine - Kostüm aufbrezelte.
Nachdem er als Art "Öko - Typ" dann meiner Freundin nen Zettel an die Autoscheibe klemmte dass sie bitte bei mir direkt in der Einfahrt zu parken habe und nicht aufm Dorfplatz, war meine Wut auf 100 % hochgestiegen und ich habe mich bei der nächsten sich mir bietenden Möglichkeit die Gelegenheit genutzt ihm auch eins auszuwischen.
Ja so böse bin ich manchmal wenn man mich reizt. Ich weiss vom Verstand her dass man sowas nicht tut, dass es mir nur kurzzeitig Befriedigung im Sinne von Gleichstand verschafft aber trotzdem braucht meine Seele mitunter eine kleine Vergeltung um sich nicht als "Opfer" Anderer zu fühlen.
Zum Glück war die Aktion anonym, sie hat ihm nicht doll geschadet und es kam nie raus dass ICH es war.
Ich hab ihn seither dann weiterhin ignoriert, ihn als einzigen Nachbarn (mit Ausnahme des menschenhasenden Unholds neben mir) nie gegrüßt usw.
Und so verging die Zeit.
Keine Ahnung was letzten Monat anders war... vielleicht wurde das Teufelchen von meiner Schulter weg gestossen und das Engelchen hat seinen Platz eingenommen und mich becirct aber plötzlich hatte ich Lust, mal bei ihm im Atelier rein zu schauen - was ein ganz unverfänglicher Akt ist. Schliesslich lebt der gute Mann vom Kundenkontakt (wie ich ;-) )
Früher hatte in seinem Haus meine Tante gewohnt und so war es sozusagen auch der Wunsch, mal wieder in IHREM Haus zu sein der mich hinein trieb.
Er hingegen war äußerst erstaunt dass die bockige Frau plötzlich mal bei ihm rein schneit ;-)
Zum Glück war es ein Tag an dem ich NICHT schüchtern sondern ganz gut drauf war im Sinne von selbstbewusst.
Wir redeten lange miteinander über seine Kunstwerke, über mich, den Ort im Allgemeinen, über mein verstorbenes Tantchen das ich hier oft in seinem Haus besucht hatte und dabei stellte ich fest, dass mein erster verbitterter Eindruck ganz falsch war: Was für ein empathischer sensibler, seelenruhiger Mann er doch ist. Seine Ruhe färbte auf mich ab & tat mir in meiner stressigen Art des Seins unheimlich gut.
"Erkenne Dich selbst!", dachte ich noch kurz bei mir & hätte mich selbst dafür ohrfeigen können, WIE DUMM ich doch war, ihn nicht weiter kennen lernen zu wollen nur von meiner ersten blöden Erfahrung mit ihm her.
Vielleicht hatte er damals auch nur nen schlechten Tag was er als schlechte Laune dann fälschlichrweise an mich weitergab mit dem Zettel, meine Freundin möge direkt bei mir in der Einfahrt parken und nicht auf dem Gemeinde - Land.
Dieses Erlebnis hat mir mal wieder gezeigt, wie gefährlich es ist, in der ersten Wut zu verharren & einen Menschen für immer in eine bestimmte Schublade ein zu sortieren ohne dass er sich neu justieren kann denn selbst das größte A..loch hat irgendeine Seite die auch gut ist - und sei es, dass er / sie zu anderen Menschen nett(er) als zu mir ist --> nicht jeder Topf muss zu jedem Deckel passen.
Harmonie mit jedem Menschen und alle beten sich an & lobhudeln sich gegenseitig ... da hätten wir ja schon den biblisch "jüngsten Tag" vorweg genomen und nix mehr auf dass wir uns (aus christlicher Sicht) als Paradieses - Zustand freuen dürften. Positiv gesehen, denn die VORFREUDE auf das Paradies & das bedingungslose Miteinander der Menschen was irgendwann irgendwo einmal sein wird, ist oft schöner als der Zustand ansich wenn er zur Gewohnheit wird.
Ich hab mir jedenfalls fest vorgenommen, wieder "flexibler" zu werden in meinem Erleben sodass ich Menschen auch eine zweite Chance gebe denn auch ich bin nicht perfekt & brauche genauso die Vergebung ANDERER wie ich anderen immer wieder vergeben muss um nicht zum Eremiten wie der feindselige Herr neben mir zu werden und mir das Leben zu vergällen.
Mittlerweile bin ich gespannt darauf, wie sich der nette Neustart mit meinem Künstler - Nachbarn noch weiter entwickeln wird. Ich hoffe inständig, dass ich mich NICHT in ihn verliebe denn Freundschaft & Solidarität sind mir mittlerweile viel mehr Wert als das kurze Aufglimmen einer (Sex-)Romanze die meist auch nur mit Tränen & Frust & bösem blut durch Missverständnisse auseinander geht.
Und vielleicht ist die "Bruderschaft" mit dem "Musiker & Restaurator" - Nachbarn ja der gesunde Grundstock; der erste Domino - Stein der umfällt um auch die Beziehung zu der menschenhassenden Spaßbremse nebenan wie meinen maroden Stall gründlich & gut zu sanieren...
Euch allen eine gesegnete Nachbarschaft & ein gutes Miteinander hier im Kaufmich wie im Leben da draussen in der Real - Welt
wünscht
Jessika ;-)

