B wacht in der Psychiatrie wieder auf. Es ist früh am Morgen und sie wankt schlaftrunken Richtung Spiegel – jemand hat sie offensichtlich von den Überbleibseln des Vortages befreit. Die Tür öffnet sich und eine junge, sehr freundliche schwester betritt das Zimmer mit einem Tablett.
S (flötet): „Guten Morgen, wie geht es uns denn heute?“
B fixiert mit irrem Blick aus rotgeränderten Augen das Tablett.
S stellt das Tablett auf den Tisch neben ihrem Bett und greift zum Deckel. B stößt ein tiefes Grollen aus.
S: „Ich hoffe, Sie haben Appetit – heute gibt es ganz frische Brö...“
Weiter kommt sie nicht, denn B stürzt sich mit einem markerschütternden Kriegsschrei auf die erschrockene schwester. Zwei Pfleger eilen der Kollegin zur Hilfe und fixieren die noch immer brüllende B auf ihrem Bett.
B (windet sich): „Nie wieder! Nein! Keine Brötchen mehr! NEEIIN!!!“
P: „Alles wird gut, wir geben dem Arzt bescheid, der kommt dann gleich zu Ihnen...“
B (irre): „Wääääh! Brötchen!!!“
Der Arzt betritt das Zimmer und setzt sich zu der in sich zusammen gesunkenen B, die bereits eine KO-Spritze bekommen hat. Während ihr ein Spuckefaden aus dem Mundwinkel läuft, hört sie abwesend zu, was der Arzt zu sagen hat.
A: „Wir vermuten, dass Sie in ihrer Bäckerei ein psychisches Trauma erlitten haben, was zu Ihrem Zusammenbruch geführt hat. Übrigens hat das Gesundheitsamt inzwischen aufgrund von erheblichen Hygienemängeln aus einer Stichprobe Ihren Laden geschlossen, das tut mir sehr leid.“
B (lallt grinsend): „Die Torte... gwahaha... die Torte... hihihi...“
A: „Genau. Der Gutachter ist ein langjähriger Freund von mir – er hat mir gesagt, in der Torte seien Fäkalkeime, Papillomaviren und Chlamydien gefunden worden...“
B: „Hehehe... Chlamydien mit Sahne... muahahaha...“
A: „Also aus medizinischer Sicht finde ich das kein bisschen zum Lachen – solche Keime können einen ernsthaft krank machen. Sie sollten wirklich lieber Handschuhe bei der Arbeit tragen!“
B (prustet): „Ich.... Handschuhe... ICH... HANDSCHUHE...“
A: „Na ja, gut, ich glaube mit Ihnen ist momentan ein vernünfiges Gespräch nicht möglich, die Dosis war wohl etwas hoch. Ich lasse Sie dann mal schlafen und morgen beginnt Ihre Therapie.“
Sechs Wochen später. B schafft es inzwischen sogar wieder, Brötchen anzusehen, ohne diese direkt mit Händen, Füßen und Zähnen in möglichst kleine Einzelteile zu zerlegen. Eigentlich hatte sie ihren Beruf immer gerne ausgeübt und die meisten Kunden waren ja nicht so. Nun will sie so richtig durchstarten. Sie war bei einer Hygieneschulung im Gesundheitsamt und hat sich sogar durch den ganzen Papierkram gekämpft – selbst Anlage HV.3.I.2.X.a/4, in der es um die Beschaffenheit ihres durchschnittlichen Stuhlganges zwischen 3 und 8 Uhr morgens und ihre Zahnputzintervalle in Schaltjahren, in denen Weihnachten auf einen Wochentag fällt, der mit „D“ anfängt, geht, hat sie erfolgreich bearbeitet. Auch eine neue Bäckerei hat sie gepachtet, für die sie sich hoffnungslos überschuldet hat, und will nun auch eine ansprechende Internetpräsenz aufbauen. Tagelang arrangiert sie Backwerk vor der Kamera, bis sie ganz zufrieden ist, kleistert in Nachtarbeit noch ein Neueröffnungsschild auf die Scheibe und schließt, fröhlich pfeifend, am Morgen ihren Laden auf...


Wie gehts weiter, wie gehts weiter? *bibber*
Ja meine Damen so kommen sie sich sicher manches mal vor. Aber in Abwandlung des anderen Spruches: die Dummheit strirbt zuletzt. Ich habe viele Jahre Dinge verkauft. In den letzten Jahren habe ich folgendes bemerkt. Wenn ein Kunde 3 Forderungen an ein Produkt stellte gab es das nicht. Achten Sie mal drauf.