Neben Personal-Ausweis, Krankenkassenkarte und Bahn-Card, hat man dann als Sexdienstleister eben noch den Beweis im Geldbeutel, dass man öffentlich registriert „anschaffen“ geht oder gehen will. Dass auf der „Bescheinigung“ irgendwo, wenn vielleicht auch nur recht , „Prostitution“ drauf steht, macht diese Karte sehr unerfreulich, da die Information „zufällig“ in falsche Hände fallen könnte, wenn die Handtasche z.B. einmal verloren gehen sollte.
Die Anmeldebescheinigung muss man nach Absolvierung einer Gesundheits-Beratung beim zuständigen Amt beantragen, um zukünftig der Prostitution überhaupt (weiter) nachgehen zu können. Dazu sind 2 Lichtbilder, Name, Wohnort oder eine Zustellanschrift, sowie die Angabe in welchen Ländern und Gemeinden man die Prostitution ausüben möchte, notwendig. Mit einem gültigen Ausweisdokument weist man dann die Richtigkeit der Angaben nach, unterzieht sich einem amtlichen Informations- und Aufklärungsgespräch und erhält dann in der Regel nach wenigen Tagen den Huren-Ausweis, den man dann bei der Tätigkeit immer mitführen muss und mit dem man sich gegenüber Behörden und Betreibern von Prostitutionsstätten ausweisen muss. Der Ausweis enthält übrigens keine Wohnsitz-Adresse und kann auf Wunsch durch eine Alias-Bescheinigung ergänzt werden, wo ein selbst gewählter Künstlername die wahre Identität schützt!
Auch Tantra- und Erotik-Masseurinnen sind vom neuen Gesetz betroffen und benötigen die Anmeldung als Prostituierte, da der Gesetzform jegliche Form von sexueller Dienstleistung unter diesen unschönen Begriff fasst.
Was haltet Ihr vom neuen Gesetz???


Wie ist das eigentlich bei euch SW mit der Krankenversicherung. Mir hat eine SW erzählt, dass ihre KK (PV) nicht wissen darf das sie als Prostituierte arbeitet. Nach dem neuen Gesetz sollen die Daten ja unter anderem ans Finanzamt weitergegeben werden. Wird dann auch die Krankenkasse benachrichtigt? Hier hätte der Gesetzgeber mal ansetzen sollen, das KK Prostituierte nicht ablehnen dürfen... Man das hätte so einfach sein können: Bordellstättengesetz und die einzelnen Frauen können einen Gewerbeschein anmelden. Aber warum einfach, wenn es auch kompliziert geht. Die letzten die Prostituierte registriert haben waren die Nazis. Und dann ist ausgerechnet eine SPD-Politikerin für so ein Murks verantwortlich.
Die Anmeldepflicht stört mich am neuen Gesetz am wenigsten. Da ich in München wohne musste ich mich von Anfang an polizeilich registrieren lassen. Solange es nicht im Führungszeugnis für den Arbeitgeber steht finde ich es nicht schlimm. Und dass die Daten ans Finanzamt weitergegeben werden sollte für alle die eine Steuernummer haben auch kein Problem sein.
Aber ich habe gelesen, dass das nun im Führungszeugnis extra aufgelistet wird @Bianca
Miinun Das kann ich mir nun nicht vorstellen, da es sich nicht um eine Straftat handelt. Warum sollte es also dort gelistet sein? Das wäre ja als würde man jemanden pro forma verurteilen. Solange Prostitution als legal eingestuft wird und du ihr legal nachgehst, sehe ich da keine Gefahr.
@FossilLady Es gibt das sogenannte "große Führungszeugnis", es heißt amtlich "Führungszeugnis zur Vorlage bei einer Behörde". Guggstu hier: www.bundesjustizamt.de/DE/Themen/Buergerdienste/BZR/Inland/11.html?nn=3816796 Wenn jemand in Deutschland zum Beispiel legalen Waffenbesitz beantragt, wird von der zuständigen Behörde neben dem "großen Führungszeugnis" auch das Zentrale Staatsanwaltschaftliche Verfahrensregister (ZStV) abgefragt und das örtlich zuständige Polizeirevier kontaktiert. Im ZStV erscheinen neben abgeschlossenen Verfahren auch schwebende. www.bundesjustizamt.de/DE/Themen/Gerichte_Behoerden/ZStV/ZStV_node.html Sollte also eine SDl angezeigt worden sein und es wird ermittelt oder die Ermittlungen wurden eingestellt, steht das im ZStV.
@Adi0815 .. Gehe davon aus, dass gelöschte Profile im Hintergrund archiviert werden und US-Dienste jederzeit darauf zugreifen können. Blöd, wenn jemand ein Gesichtsfoto im Profil hatte. Die Google-Bildersuche ist schon faszinierend, doch vermutlich nur ein Klacks gegenüber den Möglichkeiten der NSA. Dort wird die verfügbare Rechenpower nicht in einzelnen Computern gezählt, sonder per Hektar Rechnerfläche.