„Safer Sex ist wichtig.“
Das hatte mir meine mama früh beigebracht.
Was sie mir allerdings nicht erklärte: dass ich Jahrzehnte später Kondome in meinen Handtaschen verteilen würde wie andere Frauen Lippenpflege. 🙈
Damals waren Gummis noch kein günstiger Big-Pack-Klick im Internet. Also war ich jung, sparsam – und überließ die Beschaffung zunächst den Männern, die mich unbedingt aus meiner Kleidung bekommen wollten.
Erstaunlicherweise waren die meisten vorbereitet.
Und wer es nicht war, hatte Pech. 😜
Denn so groß konnte meine Lust gar nicht sein, dass ich dafür meinen Verstand an der Schlafzimmertür abgegeben hätte.
Kein Gummi, kein Sex.
Mit zunehmendem Alter änderte sich allerdings etwas.
Nicht meine Einstellung zu Safer Sex – sondern die Planung.
Begegnungen wurden spontaner, Gelegenheiten unverhoffter und ich hatte irgendwann keine Lust mehr darauf, meine Sicherheit davon abhängig zu machen, ob mein Gegenüber zufällig vorgesorgt hatte.
Also kaufte ich selbst.
Großpackungen. 😅
Und verteilte deren Inhalt offenbar so großzügig auf sämtliche Handtaschen, dass ich bis heute gelegentlich in einem Seitenfach auf archäologische Funde stoße.
Eine kleine Lümmeltüte hier, eine dort.
Mein persönliches Safer-Sex-Notfalllager.
Und eigentlich steckt genau darin meine wichtigste Erkenntnis:
Safer Sex bedeutet für mich heute nicht nur, ein Kondom zu benutzen.
Es bedeutet, Verantwortung für mich selbst zu übernehmen.
Nicht darauf zu hoffen, dass jemand anderes mitdenkt.
Und weil Vorsorge und Gastfreundschaft sich schließlich nicht ausschließen müssen, habe ich inzwischen sogar mehrere Größen im Angebot.
Der Kunde ist hier natürlich König. 👑
Aber die Hausordnung bestimme immer noch ich. ☝️☺️
