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blutspende als Gesundheitszeugnis

Heute Morgen hatte ich mal wieder einen Anruf mit einer AO-Anfrage. Nicht so ungewöhnlich, ich pflege solche Gespräche dann schnell mit einem “Da bist du bei mir falsch.“ zu beenden. Der Anrufer heute Morgen fing dann an mit mir zu diskutieren, und es ist seine Argumentation , die mich dazu bringt diesen Blog zu schreiben. Er sagte: “Ich kann dir meinen blutspender-Ausweis zeigen. Ich habe über 180 Mal blut gespendet und es gab nie einen Befund.“

ICH KÖNNTE VOR WUT ÜBER SO VIEL FAHRLÄSSIGKEIT VÖLLIG AUSRASTEN!!!

Zum einen ist selbst ein Gesundheitszeugnis von letzter Woche veraltet. Wie soll ich bei jemandem, den ich nicht kenne und zu dem demnach kein Vertrauensverhältnis besteht, beurteilen, mit wem er gestern oder vorgestern Sex hatte und welchem Risiko er sich dabei ausgesetzt hat? Kann ich nicht. Da ich bei Kunden immer davon ausgehen muss, dass sie auch zu anderen Prostituierten gehen oder auch in Swingerclubs, ONS haben o.a., ist das Risiko für mich nicht absehbar, und ich entscheide für mich, dass ich es nicht eingehen möchte. Ich bin bereit, jeden Erwachsenen diese Entscheidung für sich treffen zu lassen. Wenn jemand solche Risiken eingehen möchte, kann er sich dafür entscheiden AO-Sex zu haben.

Was mich an der obigen Aussage so aufregt ist, dass er blutspender ist. Wer zur blutspende geht, muss vorher einen langen Fragebogen ausfüllen und unterschreiben. Eine der Fragen ist immer: “Hatten Sie in den letzten 12 Monaten wechselnde Sex-Partner?“ wechselnde Sex-Partner wird dabei definiert als “mehr als 3“ - im Jahr! Nach dieser Definition darf wahrscheinlich keiner, der auf dieser Plattform angemeldet ist, zum blutspenden gehen.

Die Diagnostik für Infektionskrankheiten wird immer besser, aber sie ist nicht perfekt, es bleibt ein Restrisiko. Ich habe vor einigen Jahren nach einem schweren Unfall eine bluttransfusion bekommen; wer eine bluttransfusion bekommt, ist schwer verletzt, hilfsbedürftig, schwach und häufig traumatisiert. Das letzte, was eine solche Person braucht, ist das zusätzliche Risiko einer Infektionskrankheit. Menschen wie mein Anrufer heute Morgen setzen diese Personen dem Risiko aus - weil sie glauben, dass die Regeln für blutspender für sie nicht gelten. Eine blutspende ist keine kostenlose Untersuchung, bei der sich jemand 80 Euro und die Peinlichkeit einer Untersuchung beim Arzt sparen kann!

Jeder kann die Risiken eingehen, die er möchte, aber unwissende Dritte mit dieser Entscheidung zu gefährden ist für mich das Allerletzte.

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