Nun habe ich eine ganze Weile nichts mehr geschrieben - einerseits, weil ich durch einen Fehler in der Matrix keine Blogs mehr lesen kann, nicht einmal meine eigenen - das erspart mir zumindest die Old Shame für ältere Texte.
Andererseits verspüre ich durch die längere Pause den wachsenden Anspruch an einen Text, dass er sprühend und funkelnd und voller Diamanten sein möge. Aber als ehrgeizfreier Mensch habe ich so wenig Anspruch am mich selbst, dass es wohl unfair wäre, von einem Blog mehr zu erwarten.
Weil ich wie die meisten von uns im letzten Jahr nicht so viel erlebt habe, schreibe ich am besten über etwas, das ich nicht getan habe: seit März 2020 habe ich keinen Alkohol mehr konsumiert. Zuerst unbeabsichtigt, dann fiel mir irgendwann auf, dass bereits ein halbes Jahr vergangen war und da ich gerne an und mit mir experimentiere, wollte ich das Jahr voll machen. Eigentlich kein Thema, da man meine alkoholischen Getränke ohnehin mit der Pipette einschenken kann - und doch entstand manche Situation, in der ein Schluck delikates Nervengift köstlich gewesen wäre. Einen kleinen Trost gab es: zwar stehen sie stets staubig und versteckt, doch gibt es in jedem Supermarkt alkoholfreie Weine und einige schmecken ganz gut.
Die wahre Versuchung in Gestalt richtig guter Bars liegt noch ominöser Ferne. Ob ich dann auch durchhalte, weiß ich nicht, aber bis dahin ist der Verzicht einfach und für mich heißt es weiterhin: alles ohne Alkohol.


Ich berausche mich gerne an anderen Sachen und da Ist KM nicht ganz unschuldig dran. Ich trinke diese Lust nicht gerne alleine und hoffe, dass die Bar diesen Sommer wieder offen hat! RS
Da hoffst du wohl zusammen mit Millionen :-)
Der Alkohol ist ein falscher Freund. Er macht es sich in unserer Wohnung gemütlich. Ist faul. Sagt uns: "Ach, sei doch auch gemütlich und bleibe bei mir." Aber dann nimmt er uns die Wohnung und alles was uns lieb ist.
Es ist immer wieder eine Freude, Deine Texte zu lesen! Danke fürs Schreiben und Teilen! 🙂👍
Wahre Weinkenner kommen zu Bewertungen wie „Himbeere, helle Kirsche und rote Johannisbeere, Schieferstaub. Sehr ausgewogen und bestens zu trinken. Mit viel Luft drückt der Schiefer immer mehr durch und will den Wein in das Reich des Zukünftigen verbannen." oder „Am Gaumen sehr elegant und tief, würzige Frucht, eine vergessene alte Lederjacke, dann ein Fruchtkorb und ein schiefriger, aber sanfter Nachhall.“ – um dann den edlen Tropfen wieder auszuspucken. Das ist bei mir anders – ich koste und schlucke (darf man das hier schreiben?), aber eher selten, und statt ‚Drink doch ene mit‘ (Bläck Fööss) lassen sich auch gemeinsam die Ursprünge geniessen - Himbeere, Kirsche, Johannisbeere – vllt sogar eine Spur Heilerde.
Zuerst: Schön, wieder von Dir zu lesen. Vllt bin ich mit dem falschen Wein aufgestanden – wenn’s um Alkohol als Nervengift geht, sollte man nicht über Obstsalat fabulieren. Dann bin ich 'mal auf dem Kinofilm 'Der Rausch' gespannt. Trailer: https://youtu.be/QK2hGX7U508
Zusammen ins Arthouse-Kino? Sehr gern - und ich freu' mich auf den Austausch.