Liebes Tagebuch,
aus gegebem Anlass möchte ich heute über ein sehr ernstes Thema schreiben. Und zwar um das Thema Krankheit und schule bzw. Krankheit und Arbeit.
Es gibt eben Menschen die sind häufiger krank, als wie andere Menschen. Einige davon langfristiger, andere davon sind immer mal wieder für kürzere Zeit krank geschrieben.
Eine schule z.B. stellt sich immer als sehr sozial dahin. "Wir behandeln alle Schüler gleich und sind auch in der Not für sie da". Leider ist dies häufig nicht der Fall! Sobald sich die Fehlzeiten häufen stellen sie die Schüler vor die Wahl.. Entweder oder.. Entweder du kommst jetzt wieder in die schule oder du "fliegst". Hat eine solche Aussage etwas mit sozial sein zu tun? Soll man einen kranken Menschen wirklich vor die Wahl stellen, dass dieser Mensch seine Gesundheit aufs Spiel sezten soll, weil es der schule nicht passt, dass dieser Mensch krank ist (und noch nicht mal was dafür kann?!)? Andererseits, wenn dieser Mensch nicht hingeht, dann hat er keine Zukunft mehr (zumindestens vorerst)! Also was soll dieser Mensch machen? Seine Gesundheit aufs Spiel setzten oder versuchen an seiner Zukunft zu arbeiten?
Ich bin der Meinung, dass es sehr wichtig ist, wenn man krank ist, dass man sich die Zeit nimmt wieder gesund zu werden. Ansonsten verschleppt man doch alles mögliche und ich denke auch, dass der Körper das nur eine zeitlang mitmacht...
Wie viele Menschen gibt es, die die Signale ihres Körpers iggnoriert haben und nun am Ende sind? Burn - Out, Depressionen, etc.. Und mal davon abgesehen bin ich der Meinung, das jeder Tag wo man krank in die schule oder zur Arbeit geht doppelt oder dreifach auf einen zurück kommt!D.h.Bleibst du nicht krank zu Hause verlängern sich deine Fehltage..
Ich finde es auch nicht in Ordnung, wenn ein kranker Mensch von seinen Mitschülern, Lehrern, Arbeitskollegen oder von seinen Chef ausgegrenzt wird, weil dieser Mensch eben häufiger krank ist! Und im Endeffekt nachteilig behandelt wird.
Es gibt genug Menschen die keine Lust haben etwas für ihre Zukunft zu machen. Das diese Menschen "fliegen" ist völlig in Ordnung. Aber wenn ein Mensch nur entschuldigt fehlt, so kann man diesen Menschen doch nicht so schlecht behandeln. Gerade wenn dieser Mensch immer einen aktuellen Attest vorzeigen kann!
Wie kann das sein, dass man in der Probezeit angst haben muss, dass man von der schule oder Arbeit fliegt?Das sollte nicht sein..
Ich finde es wirklich schade, dass sobald man die Pflichtjahre in der schule hinter sich hat und dann krank wird oftmals nicht "sozial" behandelt wird! Solange wenigstens noch ein kleiner Funken Hoffnung besteht, dass diese Person trotz vieler Fehlstunden noch den den Abschluss erreichen kann sollte man doch als schule noch nicht aufgeben! Oder sehe ich das falsch? Wie oft wurden Schüler aufgegeben, die es im Endeffekt doch noch geschafft haben?! So wurde es ihnen nur unnötigerweise schwerer gemacht..
Dasselbe Spiel bei einer Ausbildung. Wie viele "fliegen", weil sie in der Probezeit krank waren?
Ich will damit nicht sagen, dass alle schulen und Arbeitgeber so sind, aber ein Grossteil davon ist so!
Sehr schade...
Lg Sarah


Ich denke, dass es in erster Linie um die Glaubhaftmachung der Krankheit geht. Mit ärztlichem Attest dürfte da nichts schief gehen. Was die Schule anbelangt, sehe ich das Thema absolut unkritisch: es geht doch nur darum, nachzuweisen, dass Du Deine Leistungen erbringst. Solange Du alle Deine Klausuren bestehst, sollte Deine Anwesenheit in der Schule keine Rolle spielen. In den meisten Studienfächern spielt Anwesenheit in den Vorlesungen keine Rolle - man muss die Prüfungen bestehen! Was die Arbeitswelt anbelangt, stellt sich das Problem wirklich anders dar. In der Probezeit kann der Arbeitgeber ohne Angabe gewichtiger Gründe den Vertrag wieder auflösen; übrigens der Arbeitnehmer auch! Man müsste da schon die genauen Gründe erforschen und auch offen darlegen, die zu wiederkehrenden Episoden von Krankheit führen. Normal ist, dass der Mensch gesund ist und vielleicht maximal 4 Mal pro Jahr erkältet ist. Hat er schwerwiegende Krankheiten, so ist er auch nicht "arbeitsfähig"! Es ist Aufgabe des Staates und nicht Aufgabe von Unternehmen, nicht arbeitsfähige Menschen aufzufangen. Ein Unternehmen ist keine soziale Einrichtung sondern eine Gemeinschaft, die das Ziel verfolgt, ihre Stellung am Markt zu festigen und dauerhaft konkurrenzfähig zu sein. Wenn da auf Mitarbeiter kein Verlass ist, kann das nicht funktionieren. Außerdem empfinden die Mitarbeiter, die die Arbeit für denjenigen, der immer wieder krank ist, mitmachen müssen, diese Mehrbelastung als „unsozial“! Alles nicht so einfach…
Betrifft dich das selber, Sarah?
Hallo Sarah, danke für deinen tollen Blog. Wir leben leider in einer Leistungsgesellschaft, in der offensichtlich nur diejenigen einen Platz haben die immer gesund und gut drauf sind. Die Anforderungen und der Leistungsdruck in der Schule und in der Arbeitswelt werden gleichzeitig immer größer. Dieser Druck macht etliche Menschen krank. Wer aber krank ist wird schnell aussortiert und muss sich dann auch Beschimpfungen anhören, dass er ein Schwächling wäre oder gar faul ist. Dies ist eine Frechheit, weil dadurch die kranken Menschen gleich doppelt bestraft werden. Auch die finanzielle Absicherung kranker Menschen ist sehr mangelhaft. Nicht wenige landen in der Armutsfalle. Hier muss einfach ein Umdenken in der Gesellschaft stattfinden. Auch kranke Menschen, die durch ihre Erkrankung vielleicht nicht ganz so leistungsfähig sind, sollten einen Platz in dieser Gesellschaft, in der Schule und im der Arbeitswelt finden.
"Das System in dem wir leben ist krank." "Leistungsgesellschaft" Alles richtig aber dennoch die Frage, Wer ist denn "das System"? Das System sind wir doch selber. Wir lassen mehr als nur so mit uns umspringen, nein wir schlucken Drogen und Aufputschmittel damit wir die Normen des Systems erfüllt bekommen. Eines Systems was wir selber jeden Tag akzeptieren. Stellt euch vor es ist Krieg und keiner geht hin! Ist dann Krieg? Stellt euch es herrscht Leistungsdruck und alle sind krank! Sollen die wenigen Milionäre ihre Scheisse doch mal selber machen. Natürlich schreibt es sich einfach, doch wir lieben unseren täglichen Luxus halt auch so sehr dass wir vieles in Kauf nehmen. Wir lassen uns einspannen und unter Druck setzen, wir machen täglich Dinge die wir nicht möchten, sondern die von uns erwartet werden. Eltern sagen ihren Kindern das ist nunmal so, das mussten wir auch so und überhaupt... was sollen die Leute denn sagen wenn aus dir nichts wird? Und tatsächlich es funktioniert... wir haben Angst vor "den Leuten" die noch nie jemand gesehen hat und die noch niemals irgendwie wichtig waren. Liebe Sarah, falls dich diese Problematik wirklich selber betreffen sollte, eine Vollverweigerung bringt dir ebensowenig wie eine vorauseilende Erfüllung aller Erwartungen unter Vernachlässigung deiner Bedürfnisse. Du brauchst somit eine Baöance in dem was du aus diesem System für dich an Nutzen ziehst und an dem was du in dieses System investierst. Diese Balance zwischen Nutzen und Engagement musst du jeden Tag neu aushandeln. Am Ende entscheidest du was du erfüllst und niemals das System!!! Aber du musst auch entscheiden ; tritt selbstbewusst auf und erkläre dich und deine Situation. Du kommst wieder wenn du gesund bist und solnage dich ein Arzt krank schreibt bist du weder kündbar noch verweisbar. Hier wird oft nur mit Angst gearbeitet. Angst hemmt... Angst hemmt auch oft klar und richtig zu denken und Entscheidungen zu treffen und du gerätst in einen Gedankenkreisel aus dem es kein Entkommen zu geben scheint. Die Abwärtsspirale in eine Depression hat eingesetzt. Der Weg raus aus diesem Kreisel ist die Entscheidung. Finde deinen Weg und bleibe dir treu und sorry... scheiss auf das System wenn es meint dich dafür bestrafen zu wollen. Angst hemmt liebe Sarah aber jede Entscheidung macht dich ein Stück freier und selbstbewusster. Ganz nebenbei bemerkt... die Menschen die sich dem System am meisten wiedersetzen sind oft die kommenden Leader im gleichen System... pervers oder? Ich hoff übrigens nicht mehr auf das Beste... ich nehms mir aus dem System... immer nur das Beste!!!
Das man nicht kündbar ist, während man krank ist, ist falsch! man darf nicht wegen dieser Krankheit gekündigt werden, aber schon während der Krankheit; und ganz ehrlich? Das finde ich in Ordnung! Denn es gibt mindestens genauso viele Personen die es schamlos ausnutzen würden. Ein Betrieb ist halt ein Wirtschaftsunternehmen und da geht es um das Wohl aller Mitarbeiter und wenn eben Stellen durch erkrankte Mitarbeiter belegt sind, diese aber wiederum keine Leistung erbringen können, dann finde ich es legitim das diese Stelle frei wird. (wahrscheinlich denke ich im ersten Moment anders darüber, wenn es mich betrifft - aber wenn man das ganze betrachtet?!) mir geht es nicht um mal ne fette Erkältung oder einen Bänderriß, das sind Krankheiten und Verletzungen die zeitlich sehr gut abzusehen sind. Ich gehöre auch noch zur Generation, die mit dem Kopf unter dem Arm zur Arbeit geht, dabei muss ich meinem Chef schon lange nichts mehr beweisen, das steckt halt so in mir drin, auch wenn es einem im Endeffekt nicht gedankt wird. Bei chronisch Kranken Schülern gibt es aber noch andere Mittel und Wege, die man ausschöpfen kann. Und ja, auch da steh ich auf dem Standpunkt, es werden Plätze von nicht anwesenden Schülern belegt, die je nach Schule und Stadt, sehr begehrt sind. Ich würde daher nicht direkt das ganze System in Frage stellen, denn unser Sozial-, Gesundheits- und Schulsystem, gehört (auch wenn es viele nicht glauben wollen) mit zu den besten der Welt. Natürlich gibt es Länder von denen könnten wir noch einiges adaptieren aber dagegen stehen solche "Möchtegern"-Erste-Welt-Nationen wie z.B. die USA, die lernen gerade erst eine Art Krankenkasse kennen; und da läuft ohne Geld nicht einmal eine anständige Notfallversorgung. in diesem Sinne, bleibt alle Gesund und "macht´s" mit!!!
Hmmm… zweischneidiges Schwert… Frag mal Selbstständige, wann die das letzte Mal krank waren? ;) Leider ist es heute aber schon auch so, dass manche Zuhause bleiben und sich krankschreiben lassen, weil ihnen ein Fingernagel abgebrochen ist - überspitzt ausgedrückt. Und ein ärztlichen Attest "beweist", dass man "krank" ist? Ja ja… klar… ich lach mich tot :)) Ich wette: Gehe ich jetzt zum Arzt und sage, ich habe Magengrummeln und mir ist schlecht, komme ich garantiert mit einem gelben Schein wieder raus… Ob es in meinem Magen tatsächlich grummelt oder nicht. Und da muss man halt schon relativieren: Bin ich wirklich KRANK, so dass ich auf keinen Fall arbeiten kann - oder habe ich nur keine Lust und lasse mich halt krankschreiben, weil ich ein bisschen den Husten habe…? Ich kenne einige Menschen, die über "viel" Geld verfügen - aber bei denen ist ein 10 Stunden Arbeitstag etwas ganz normales, und das nicht unbedingt nur an 5 Tagen in der Woche. Neid muss man sich erarbeiten. Mitleid bekommt man geschenkt.
P.S. Wer ständig krank ist, sollte mal sein Leben überdenken, ob nicht vielleicht im eigenen Verhalten die Gründe für das ständige Kranksein liegen… Denn auch selber kann man einiges für das eigene Wohlbefinden tun.
Liebe *Sarah*... ..unwissend, ob Du hier noch reinschau´st (?) erlaube mir ein paar Gedanken dazulassen : wissend, WO wir uns hier *tummeln* werden auch einige der Meinung sein - tagebuchähnliche Inhalte hier wären völlig deplatziert. (für mich ist es jedoch sehr hilfreich - Dein Profil wird dadurch noch authentischer als ich es zwischen den Zeilen ohnehin herauslas) Danke also für den *Einblick* in Deine (?) Alltagssorgen ! Betrifft es Dich selbst ? (ich denke schon) Geht es um arbeitsvertragliche *unsoziale* Wahrnehmung ? Da es hier um Lohnfortzahlung im Krankheitsfall durch den Arbeitgeber für 6 Wochen ginge, wäre ein klärendes Gespräch hilfreich. Du solltest Dir dann lieber nur noch 1x die *Auszeit* von mehr als 6 Wochen nehmen (um den Arbeitgeber leistungsfrei zu stellen) und richtig gesund und belastbar zurückkehren. Im Falle schulischer Fehltage stellt sich die Frage nach dem *Leistungsträger* ! Mit Deinen 21 bist Du ausserhalb der allgemeinen Schulpflicht. Finanzierst Du die *Bildung* selbst, geht es echt nur um den Nachweis ALLE Bildungsziele zu erreichen. (unabhängig von Fehlzeiten) Jeden ausserschulischen Leistungsträger kannst Du schriftlich (bitte eingeschrieben/Einwurf reicht) um konkrete Stellungnahme zu Deinem Problem auffordern - mit dem Hinweis auf Deine Leistungsbereitschaft das Bildungsziel TROTZ der Fehlzeiten zu erreichen. Die Antwort stellt Dich dann in bessere Position der Schule/Ausbildungseinrichtung gegenüber. Leider bleibt in dieser *geldorientierten* Leistungsgesellschaft zunehmend weniger Raum für soziale Kompetenz. Allein Du selbst kannst dafür sorgen, dass es Dir gut geht. (in gesellschaftlicher Akzeptanz zwischen geldfixiertem Egoismus !) Leider *klappt* dies emotional nicht ohne mind. 1 anderes Individuum... Aber da geht's mir genauso wie Dir. (und HIER könnten wir beide mehr füreinander MACHEN - statt zu labern - als der andere z.Z. glaubt ! ;-) ) Werde(?)/ bleib´ unbedingt gesund und gib´ gerade hier gut auf Dich 8.. gglG j.