Ich wurde vorgestern von einem Mann kontaktiert, der mir 3000 euro für eine BDSM-Session anbat. Als quasi erste Information (was ER seinerseits kannte, waren meine Bondage-Werke, aber wir hatten vorher keinen Kontakt gehabt). Hooo, dreitausend euro!!! -hat der kleine Teufel in meinem Gehirn sofort angefangen, zu rumpeln. Na gut, soviel Geld, aber warum? Möchte er eine besonders lange Session? Ja, das möchte er. Bei ihm zuhause (dh 1000 Kilometer davon, wo ich sonst bin). OK. Ohne ins Detail zu gehen, haben wir zwei Tage damit verbracht, dass er mir mehr und mehr erniedrigende Fragen gestellt hat, und mich ausserordentlich genervt hat. Er sei missvertraulich und wolle nur sicher gehen, dass ich, mit meiner Adresse, Firmendaten, Bankkontodaten, usw, wirklich existiere, und nicht nach seiner Anzahlung verschwinde. Solche Gedanken sind natürlich vollstaendig in Ordnung, aber wie es ausgeführt wurde, hatte mehr mit einem Verhör zu tun, als mit irgendetwas anderem, und der Ziel war offensichtlich nicht, dass wir eine, für uns beiden beruhigende Lösung finden, sondern, dass er mich irgendwie beim Lügen erwischt.
Am Ende ich habe die Kommunikation gestoppt, aber so schlecht hatte ich mich seit langem nicht gefühlt... Seit wann eigentlich? -Stellte ich mir die Frage. Seit einem anderen Mal, als viel Geld "auf dem Spiel" waren. 600 euro versprochen (den Kunden kannte ich schon, aber zu eine tatsaechliche Session ist es nie gekommen); sofort in den letzten TGV, Marseille-Paris ("nur" 900 Kilometer); endlose Hin-und Herschreiberei per SMS im Zug; ich sag ihm dass ich bis meinen Ankunft keine Schreiberei mehr für nötig halte; er antwortet nicht mehr. Und ich stehe mitten in der doofsten Stadt der Welt :-P, natürlich ohne Geld und ohne Rückfahrtzug mehr... Solche Geschichten sind natürlich laecherlich, und mit ein wenig Menschenverstand sind sie einfach zu vermeiden. Dann wieso passiert es, dass ich in solchen Situationen ab und zu wieder reingehe? Warum lasse ich mich von "normalen 1-Stunden-Date-Kunden" so tiefgründig nie nerven? Solche Geschichten erlebe ich ungefaehr 1-2-Mal im Jahr. Anscheinend ist es bei mir ein Bisschen wie eine Auffrischungsimpfung... gegen Naivitaet und der sog. Geldgeilerei. Für Realismus.
(Warum aber andere Leute soetwas für nötig halten??? Hassen sie Sexarbeiterinen, bzw Frauen im allgemeinen? Oder wollen sie naivitaet bestrafen?)


Nein, aus Frankreich. (Daher ist die Situation natürlich noch "interessanter", da man in meinem Land sexuelle Dienste gar nicht in Anspruch nehmen kann, so handelte es sich um einer reinen Bondage/Forniphilia*-Session -wobei man mir, wenn mann will, am Telefon sehr "tolle" unerwünschte Fragen stellen kann). *menschlicher Möbel
Ich glaube, es ist leider die zweite Variante. Dieser sprach zumindest akzentfrei französisch...
So so Bei viel Geld setzt dann etwas aus das meist den Männern vorgeworfen wird Sowas kommt vor LG kuschel