Ich habe heute einen Topblog gelesen, den ich dort kommentiert habe.
kaufmich.com/MissMia_LadyGia/blog/Alltag_einer_Domina___?_ver=0
Hier nochmal mein Kommentar:
Ich erkläre den "normal bürgerlichen" Menschen mein Tun folgenderweise:
Als Erfüllungsgehilfin biete ich eine Projektionsfläche für persönliche intime Fantasien, die im Rahmen meiner Grenzen stattfinden. Extreme Wünsche, die meine toleranzgrenze überschreiten, kommuniziere ich mit einem höflichen "Nein Danke". Ansonsten stelle ich mich gerne (und natürlich für eine angemessene Bezahlung) als Komplizin für sexuelle Fantasien zur Verfügung.
Menschen (ich arbeite auch mit Frauen, Paaren und Transidentitäten), die meine Dienste in Anspruch nehmen, begegne ich grundsätzlich mit Respekt. Schliesslich werden hier geheime und oft auch bis dato unausgesprochene Wünsche kommuniziert.
Ein Urteilen über womöglich pathologische Hintergründe wage ich mir nicht anzumassen, sollte ein Wunsch mir jedoch zu extrem oder auch schädlich erscheinen, muss ich für mich persönlich entscheiden, ob ich eine Möglichkeit der Umsetzung sehe, oder lieber ablehne. Ich denke nicht, dass es mir zusteht, über "Extrem", "Normal" oder gar "Geisteskrank" zu urteilen. Schliesslich bin ich Sexarbeiterin und nicht Therapeutin.
Oftmals ist es ganz hilfreich, sich die als extrem empfunden Wünsche im grösseren, gesellschaftlichen Kontext anzusehen. Beispiel strapon, oder Feminisierung:
Passiver Analverkehr ist für viele Männer dank Prostata ein sehr lustvolles Erlebnis, aber gesellschaftlich tabuisiert. Homophobie und Stigma kommen da zu tragen. Wie oft höre ich: "Herrin, ich find es total geil, wenn sie mich in den Ar*** fi****, aber wissen Sie, ich bin nicht schwul". Das ist für diese Männer total wichtig, sich da in diesem Moment zu distanzieren. Ich persönlich finde es traurig, denn eigentlich sollten wir in einer Gesellschaft leben können, in der das Ausleben solcher Fantasien nicht stigmatisiert und tabuisiert wird, und Homophobie ein absolutes Fremdwort ist.

