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Karl O. Arsch von Nebenan

Karl O. Arsch von Nebenan

Jeder, wirklich jeder hat so jemanden in Nachbarschaft, im Viertel, auf dem Dorf, im weiteren Bekannten/ Kollegenkreis in Verein/en und Gemeinde. So jemanden, der nach eigener Einschätzung so ein bisschen (oder auch viel mehr) alles glaubt zu sein, zu können, jemand der von allem ein bisschen (oder auch viel mehr) kennt und kann. Je nachdem wann, wo und wie(viel) er es braucht, damit es ihm möglichst große Vorteile bringt, ihm möglichst (an) genehm ist, und ihn möglichst gut dastehen lässt.
So jemanden, der in Wahrheit und bei näherem Hinsehen meistens aber nichts weiter, nichts und niemand anderer ist als schlicht und einfach eine geistig unbewaffnete, bildungsresistente, verbal inkompetente, kognitiv suboptimierte, parasitäre Nebenexistenz.
So jemanden, der bei seinen Mitmenschen unter dem Namen Karl Arsch bekannt ist.
Nun, dieser und damit mein persönlicher Karl Arsch wohnt in meiner Strasse in auf der anderen Seite etwas die Straße rauf. Also quasi nebenan.

Es war der 23. Dezember gegen 18 Uhr, als ich das erste Mal mit Karl Arsch von Nebenan in Kontakt kam. Ich saß gerade beim Friseur, waschen, schneiden, Farbe, etc., schon im November hatte ich mir diesen Termin kurz vor Weihnachten machen gemacht, als Karl Arsch grußlos den Salon betrat.
Er erkundigte sich bei der Friseurin nach einem Termin für Ihn noch vor Weihnachten, mit Färben gegen die langsam ergrauenden Haare. Im vollbesetzten
Salon grinsten alle, und hier und dort hörte man ein leises kichern. Die Friseurin versuchte ruhig, freundlich, gelassen, professionell und ernst zu bleiben und erklärte Karl Arsch, dass sein Wunsch doch etwas sehr knapp und kurzfristig sei und da höchstwahrscheinlich nichts zu machen sei. Die Kollegin könnte aber in ein paar Augenblicken, wenn sie mit dem Föhnen der Kundin fertig sei, ja noch einmal nachsehen. Karl Arsch bekräftigte nur, dass es dringend sei, da er „für die Feiertage und eine Frau gut aussehen wolle. Aus dem Hinterzimmer kam gerade die Auszubildende mit einem Besen nach vorne und warf ein, dass ihr eben Frau Müller telefonisch krankheitsbedingt morgen früh den Termin um 8 Uhr abgesagt hätte. Somit könnte man den Herrn ja doch noch bedienen. Gesagt, getan. Karl Arsch lies sich den Termin, obwohl seiner Meinung nach sehr früh am Morgen, geben und erkundigte sich wegen des Färbens, nach eventuellen Gefahren für sein Haupt durch Inhaltsstoffe, weil und warum die Friseusen beim Färben ja Handschuhe trügen.
Dann verlies er ohne Dank und Abschiedswort den Salon. Kaum war die Tür zu ging unter den anwesenden Gänsen das große Geschnatter los.
„Ein unmöglicher, unhöflich Mensch, der nicht mal die Tageszeit kenne“ sei das, meinte die eine. „Typisch, immer so spontan ohne jede Weitsicht und dann noch mit Extrawünschen“ meinte eine andere. Immer ist alles dringend, jetzt, gleich, sofort viel ebenso, wie das verwunderte, „Pah, der und gut aussehen“ und die Frage: „Eine Frau? - der ist doch verheiratet!“ Bis hin zu einem „Ach, der ist immer so und dafür Viertel ja mehr berüchtigt, als berühmt.
Und so wurde, wie beim Friseur üblich, der Klatsch über Karl Arsch aufgefrischt. Man könnte es tratschen oder lästern nennen oder aber erörtern von Tatsachen.
Ich erfuhr, das Karl Arsch zum Beispiel beim Bäcker, Metzger in der Straße und beim Fischhändler um die Ecke sehr gerne die jeweiligen Fachverkäuferinnen sehr laut tadelte, wenn er ,ob an der Reihe oder nicht, mitbekam, dass diese es wagten Ware entweder ohne Handschuhe zu berühren und einzutüten oder zwischen zwei Kunden die Handschuhe nicht auszuziehen oder zu wechseln beziehungsweise, den Kunden abzukassieren, Geld entgegennahmen, Wechselgeld herausgaben mit und gleich darauf den nächsten Kunden zu bedienen, ohne Handschuhe zu tragen, oder diese gewechselt zu haben. Auf dem Wochenmarkt sei es noch schlimmer. Wie mehrere Damen im Salon bestätigten. Ebenso viele hätten aber auch gesehen, wie Karl Arsch beim Straßenfest im Sommer mehrere Teller mit Grillwurst vom Grillstand zu den Tischen brachte, wobei eine Wurst auf die Straße viel. Karl Arsch hätte die Wurst aufgehoben, auf den Teller zurückgelegt und, am Tisch angekommen, diesen Teller, der Frau ihm gegenüber hingestellt.
Eine weitere Salonbesucherin, wusste als Bürokraft der nahen Kfz- Werkstatt zu berichten, dass sich Karl Arsch erkundigt hätte, ob und wie man Airbags deaktivieren könne. Damit diese nicht einfach so aufgingen, durch elektrische Funkimpulssignale. Und das er sich im Warteraum der Werkstatt, während des Reifenwechsels immer über Gurtpflicht, Handyverbot am Steuer und die dafür drohenden, hohen Geldbußen und Punkte lautstark echauffierte. Er sei ja schließlich ein mündiger Bürger, dem man nichts vorzuschreiben hätte, da er ja Autofahren könne und nur immer die anderen dies nicht könnten.
Frau Schmitz unter der Trockenhaube warf ein, dass Karl Arsch ja geradezu widerlich sei, da er ständig auf den Boden spucken würde und vor zwei Wochen hatte Sie gesehen, wie Karl Arsch sich beim Niesen erst die Hand vorhielt und wenig später. Den Vorsitzenden vom Taubenzüchterverein, der um die Ecke kam eben jene Hand zur Begrüßung reichte. Magda, die Reinigungskraft vom Sportverein fügte hinzu, dass Karl Arsch sich bei den Fußballspielen nach dem Toilettenbesuch ja auch nicht die Hände waschen würde.
Gina vom italienschen Eiscafe in der Straße witzelte, dass Karl Arsch Deo bestimmt für etwas aus der römischen oder griechischen Mythologie halten würde. Ihre Nachbarin pflichtete ihr heftig nickend bei und ergänzte: „Und Dusche hält er dann für eine Wassernymphe“.
Die alte Frau Stein schaute von Ihre illustrierten hoch und meinte, Karl Arsch würde ja auch immer und überall mit ausgefahrenen Ellbogen lang und durchgehen und sich auch vordrängeln. Eine bekannte aus dem Seniorenklub war ihm mit Rollator nicht schnell genug, da hätte er sich auf dem Bürgersteig an Ihr vorbei gedrängt um sie zu überhohlen, dabei sei sie gestolpert, habe sich aber noch mal fangen können. Ihr Rollator rollte jedoch auf die Straße und vor einen LKW. Ihr nichts passiert, außer einem Schrecken, LKW - nicht ein Kratzer, der Rollator – nur noch Schrott. Und Karl Arsch sei einfach weiter gegangen.
Mittlerweile war ich fertig hatte bezahlt, dass Geschnatter ging aber noch weiter und ich war mir sicher, heute würden die Ihre Ladenschlusszeiten deutlich überziehen.
Ich hatte seit dem Nachmittag um 16 Uhr frei, eben wegen des Friseurtermins. Ich ging noch beim Metzger und Gemüsehändler eine Bestellung abholen, beim Bäcker eine Bestellung für morgen früh aufgeben. Und noch in den riemarkt. Um halb neun Abend wollte ich mich mit meinen besten Freundinnen, wie jedes Jahr am 23. Dezember zu holländische/ belgischen Pommes und anschließend zu Glühwein/ Punsch auf dem Weihnachtsmarkt oder Cocktails im Irish-Pub treffen zu unserer kleinen Weihnachtsfeier. Da wir Mädels zwar alle von hier stammten, aber etwa die Hälfte eben nur zu solchen Anlässen, wie Weihnachten zurückkam. Mussten natürlich die neuesten Neuigkeiten ausgetauscht werden. Ich erzählte Ihnen natürlich auch von dem eben erlebten beim Friseur. Und alle meinten, sie würden Karl Arsch kennen, oder jedenfalls sehr ähnliche Individuen. Meine Freundin sagte mir, ich würde über kurz oder lang wieder mit Karl Arsch zu tun haben.
Gegen Mitternacht löste sich unsere Runde auf, wir wünschten uns Frohe Weihnachtstage und jeder ging bis zum nächsten Treffen seiner Wege und nach Hause. Auch ich freute mich auf schöne Tage im Kreise meiner Familie und mit meinem Partner. Bis zum 27. hatte ich keine Termine mit Kunden gemacht. Ich wollte nur noch nach Hause, Sachen zu ende Packen und vorbereiten, damit ich morgen Mittag losfahren konnte für Heilig Abend und 1.Weihnachtstag bis Nachmittags bei meiner Familie und den Rest bis 26. abends bei meinem Partner.
Ich war mit packen fertig und schon im Pyjama, als mein Smartphone mir einen E-Mailnachricht ankündigte, dass ich auf einem anonymen Internet-Sexportal von einem interessierten Kunden eine Nachricht erhalten hatte.

Ich klickte auf den Link in der E-Mail und lies mich zu meinem Profil und der Nachricht weiterleiten:

Dort lass ich so etwas Ähnliches wie:

#######

Ich bin Karl A., X Jahre jung, gesund und sehr gut ausgestattet.
Da ich verheiratet bin habe ich kein Bild im Profil, bin aber kein Gesichtselfmeter.
Ich sehe, du wohnst in der gleichen Straße wie ich.
Meine Frau wird morgen den ganzen Tag für Abends vorbereiten
und im Haushalt zu tun haben. Sie wird Abends müde sein und früh ins Bett wollen, da sie am 1. Weihnachtstag früh aufstehen muss um vorzubereiten und zu kochen, wenn die Familie kommt.
Könnte ich morgen Abend, wenn meine Frau im Bett ist noch spontan zu dir rüberkommen und 1 bis 2 schöne Stunden verbringen mit schönem, sinnlichen Sex, GV, AV, OV. Ich mag es gefühlsecht und bin kein Freund von Gummis.
Die 1-2 schönen Stunden mit dir, würde ich mir gerne selbst zu Weihnachten schenken. Und was darf ich dir dafür an TG in einer Weihnachtskarte unter deinen Tannenbaum legen?
Hast du noch unzensierte Fotos für mich?

###########

Da war er, mein nächster Kontakt mit Karl Arsch von Nebenan. Früher als gedacht und erhofft.

BusenstarANKE

Danke für die witzige Story - habe richtig vor mich hingelacht. Ja, solche Karl Arsch's kennen wir Alle. Bei solchen Typen weiß ich, warum ich Single bin *grins*

14. Jan 2016Antworten
BusenstarANKE

@PaulHorst: Damit meine ich nur betreffende Karls. Die bestätigen mich in meinem Singelinedasein. Stelle Dir nur mal vor so einen Menschen 24 Stunden am Tag um einen rum - schrecklich! Bei mir sind die spätestens nach einer Stunde wieder weg *smile*

14. Jan 2016Antworten
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