Mal ein Thema, was mit P6 jetzt nicht furchtbar viel zu tun hat...
Wir leben im Prinzip in einer Welt, in der Fehler selten erwünscht sind. Überall dort, wo produziert wird (Autoteile, Waren, Handwerk...), kosten Fehler oft wirklich viel Geld. Resultat dessen ist, dass es immer härter wird, Fehler zuzugeben, desto mehr Verantwortung du trägst. Lügen war allerdings nie gut für die menschliche Psychohygiene. Wir befinden uns daher in einer Sackgasse.
Mittlerweile finde ich es doch recht wichtig, sich die Unternehmenspolitik des eigenen Arbeitgebers gut anzuschauen. Einige wenige gibt es, die in meinem Augenwinkel eine Fehlerfreundliche Arbeitsatmosphäre schaffen.
Interessant finde ich, wie unterschiedlich positiv oder auch negativ besetzt Worte sein können, die zum größten Teil dasselbe ausdrücken
Habt ihr euch mal Gedanken über die Worte "Kritik", "Resonanz" und "Feedback" gemacht? Das eigene Verhalten kritisch, aber nicht "zu selbstkritisch" zu hinterfragen, hilft dabei, sich weiterzuentwickeln. Das Leben und das, was ich darin leiste, ist ein Fluss. Ich möchte nicht, dass das irgendwann zum Stillstand kommt.
Die Sätze:
"Darf ich dich kritisieren?"
"Möchtest du ein Feedback?"
"Hättest du gerne etwas Resonanz?"
Meinen dasselbe. Kommen allerdings völlig unterschiedlich herüber.
Mit Kritik verbinde ich hauptsächlich Negatives. Kritik kritisiert, deckt negative Vorkommnisse auf.
Feedback ist oft eher neutral besetzt. Für mich kommt darin sowohl Positives als auch Negatives vor. Ebenso wie Resonanz.
Menschen blocken seltener ab, bzw. nehmen eher eine positive Haltung ihnen gegenüber an, wenn eine "Rückmeldung" derart gestaltet wird.
Welche Erfahrungen habt ihr gemacht - sind die Worte völlig anders oder ähnlich für euch besetzt?


In dem Moment wo ich mir selbst einen Fehler eingestehe, oder anderen gegenüber einen Fehler eingestehe, schaffe ich erst die Grundlage, diesen Fehler nicht zu wiederholen. Ich nehme meinem Gegenüber auch sehr viel Angriffsfläche, weil es ja darum gehen sollte auf einem Fehler herum zu reiten, sondern einfach nur darum ihn anzusprechen, um es beim nächsten mal besser zu machen. Leider gibt es immer mehr Unternehmen die Aufgrund ihrer miesen Struktur, fehlender Strategie und auch aus wirtschaftlichen Gründen eine sehr hohe Fehlerquote produzieren. Es gibt keine Qualitätskontrollen die übernimmt der Kunde, die ganzen Zertifizierungen und der Papierkram brauchen immer mehr Zeit und die eigentliche Arbeit muss immer schneller werden, bis halt gar nichts mehr geht. Dann wundern wir uns warum ausgerechnet dieses Unternehmen Insolvenz anmeldet, aber nichts hat mehr Arbeitsplätze auf dem Gewissen als Gier, oder nennen wir es Gewinnmaximierung.
Aus meiner Sicht würde ich dem Inhalt des Blogs zustimmen! Das Wort "Kritik" ist von Hause aus negativ besetzt. "Positive Kritik" beispielsweise wäre für mich ein Widerspruch in sich! Da würde eher positives Feedback oder positive Resonanz passen! Letztgenannte Begriffe sind von ihrer Grundaussage neutral gehalten und können in beide Richtungen Rückmeldungen erhalten. Eine der Königsdisziplinen ist für mich SELBSTkritik, d. h. Fehler nicht ausschließlich bei anderen zu suchen, sondern Willens und in der Lage zu sein, bei sich zu schauen, worin der eigene Anteil besteht. Das sollte aber auch nicht ins Extrem abgleiten, sich für alles die Schuld geben, weil es sonst pathologische Züge annehmen würde.
@Sensibelchen Ich denke, auch "Selbstkritik" sollte immer mit einer wohlwollenden Haltung gegenüber sich selbst einhergehen. Vielleicht hilft es ja, die "Kritik" dem Verhalten zuzuordnen, und sie nicht als (Be)Wertung der Person zu sehen.
Der größte Fehler besteht mMn darin Kritik mit Schuld in Verbindung zu bringen. Es geht doch im wesentlichen darum festzustellen was falsch bzw. Verbesserungsfähig ist. Es nützt nichts jemandem zu sagen "du" musst besser werden wenn niemand weiß "was" besser sein sollte.
Ich sehe es so ähnlich wie Auxilius. Wenn ich Mist gebaut habe, spreche ich es lieber gleich selbst an und ja, damit nimmt man Wüterichen den Wind aus dem Segel. ;-) Niemand ist perfekt. Oder auch.. Nobody ist perfect! ;-) *** Wenn du die Arbeitswelt ansprichst - ja klar, im Zuge der Arbeitsoptimierung wird ganz gerne Personal eingespart. Dadurch können bei enger Zeitvorgabe auch Fehler passieren, da durch die knappe Zeit immer ein gewisser Druck besteht und das Stress verursacht der ab einem gewissen Level das Adrenalin hochschießen lässt und somit bei dem Mensch die Denkfähigkeit einschränkt und Fehler somit leichter möglich werden. Nicht umsonst gibt es den Spruch - Ich bin an/auf der Arbeit und nicht auf der Flucht. ;-) Klar, der Ton macht die Musik. Kritik ist eigentlich erstmal neutral, da es positive wie auch negative gibt. Da Kritik aber zumeist negativ genutzt wird und positive Kritik als Kompliment wahrgenommen wird, ist das Wort negativ behaftet. Feedback finde ich neutral oder auch "sag mir mal deine Meinung dazu". Resonanz finde ich auch neutral.
Zitat "Wenn ich Mist gebaut habe, spreche ich es lieber gleich selbst an und ja, damit nimmt man Wüterichen den Wind aus dem Segel. ;-) Niemand ist perfekt" Da gehörst du (leider) zur aussterbenden Spezies. Die meisten suchen die "Fehler" bei anderen. Oder versuchen ihre Verfehlungen mit den Verfehlungen von anderen zu rechtfertigen. Das Wort Kritik, oder wenn etwas kritisch ist, ist das schon negativ zu bewerten.
Kritik ist die einzige Möglichkeit, mich mit anderen Augen zu sehen....
@Platon...ist nicht jedem gegeben..
Es ist einfach, sich mit der Materie plastisch auseinanderzusetzen... niemand ist jederzeit zu 100% reflektiert.
Meine Erfahrung ist eher, dass bei Pay6 allzu oft Selbstkritik geübt wird. Hin und wieder kann ich nicht "kommen", weil irgendwie das Timing, die Stimmung oder sonst was nicht passte. Die Damen sind dann immer tief zerknirscht und meinen, sie hätten einen schlechten Job gemacht und versagt. Es ist dann manchmal etwas mühsam, der Dame klar zu machen, dass ich das Date trotzdem sehr genossen und eigentlich nichts wesentliches vermisst habe.