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Meine Gedanken zum BDSM #1

Wir schreiben den 04.02.21, 9 Uhr 52. Heute mag ich mal das Thema BDSM thematisieren, auch wenn ich weiterhin hier vorwiegend schöne Dates im zärtlichen Bereich genießen möchte - BDSM verlangt in meinem Verständnis ein gewisses Vertrauen, eine gewisse Eingespieltheit.

Devot, dominant, dazwischen?
Zunächst einmal sind die Begriffe schwer zu klären. Devot ist, wer einem dominanten hörig (auch wenn nur in einem bestimmten Setting) ist. Wer dessen Befehle befolgt.
Ist der dominante nur dominant, weil er sich mit seinem Willen, mit seiner Kraft, mit seiner Strenge durchsetzt? Oder weil da ein devoter ist, der seine Befehle befolgt? Muss Dominanz angeboren, erlernt, eine Haltung, Ausstrahlung sein? Muss das devote Gegenüber eine Haltung der Demut, des Gefallen-Wollens besitzen?

Oder ist das Ganze gar nicht so wichtig? Und an diesem Punkt kommen wir zum Thema Renitenz. Stammend vom lateinischen "Renitens" - "widersetzend" - lässt sich auch erahnen, was damit gemeint ist. Gemeint ist der oder die Sub, der der "Will to please", die sexuelle Tendenz zum Gehorsam fehlt. Verkapptes "Shades of Grey" also. In gewissen Kreisen munkelt man, die devote Sub sei eine, die sich beim Sex, beim Spielen im Sinne von BDSM nicht fallen, nicht gehen lassen kann.
Andererseits erfreut sich die sogenannte Göre, bzw. "Brat" etwa in Großbritannien größerer Beliebtheit als hier.
Hier wiederum beginne ich mal aus meiner persönlichen Sicht zu sprechen und oute mich mal. Spiele ich mal mit dominanteren, nicht aber devoteren Menschen als mich, bin ich eine Brat. Ja, ich kann tatsächlich ganz lieb sein. Aber das spielen als Göre hat eine gewisse Tiefe, deren Anziehung ich mich nicht ganz verwehren kann. So sehr ich deren Existenz in der Vergangenheit schon in meinem Kopf durchanalysiert habe. Eine Herausforderung, die bewältigt werden muss ist für mich die falsche Herangehensweise - dabei wird das Gegenüber weniger als Subjekt, sondern mehr als Objekt, mit dem etwas gemacht werden muss, das "kleingekriegt" werden muss gesehen.
Es fühlt sich für mich anders an. Das Spielen mit einer Auseinandersetzung oder mit irgendeiner Form von Ungehorsam zu beginnen, an (körperliche) Grenzen zu kommen. Es hilft, im Augenblick anzukommen, im im BDSM Bereich viel beschworenen "Subspace". Auf mich hat das etwas wie einen "Seelenreinigenden Effekt". Wie ein Sturm, der alle Emotionen auf einmal freisetzt und im nächsten absolute geistige Klarheit und Präsenz hervorruft. Dieses Gefühl des Kleinseins... das möchte ich gar nicht ohne die Gewissheit dessen, dass da jemand ist, der stärker, aber nicht unbeherrscht ist. Das hat in meinen Augen seine ganz eigene Geborgenheit und Romantik.

Und ja, es ist anstrengend, wenn du als Dom jemandem klar sagst, was derjenige zu tun hat, und Sub alles in Frage stellt. Allerdings ist das ja gerade das spannende im BDSM-Bereich - jeder ist anders, die eine Sub ist immer berechenbar und zuverlässig, und die nächste das komplette Gegenteil. Die "O" (Eine weit verbreitete Buch/Filmreihe von 1954 über eine "gehorsame" Sub) wie eben auch die Göre haben so ihren eigenen Reiz. Zu beiden gibt es passende Gegenstücke.

Finde dein Text sehr bereichernd um ein Knisterndes BDMS treffen (nicht beginnen ) sondern gerne auch mit dir zu vollfùhren. Magst du ? Gruß Gurkenfranz

5. Feb 2021Antworten

@Gurkenfranz - Danke, allerdings betone ich, dass ich Intimität in dem Kontext wichtig finde, und meine Treffen daher gern vorwiegend im zärtlichen Bereich genieße. Zu groß sehe ich da die Gefahr, Spielball von jemandes Laune zu werden. Zudem spielen da eben noch andere Faktoren und Anforderungen an die Person des Doms mit hinein. Etwa gefesselt zu werden, käme für mich in dem Kontext nicht in Frage. Geschweige denn Handlungen jemandem zuzusichern, die über ein paar Schläge auf den Hintern (eben harter Sex/leichtes SM) hinausgehen. @DevTamara - spannend. Ich denke, Shades of Grey hat vor allem den Kreis der Menschen, die sich als Dom oder Sub bezeichnen, erweitert... darunter eben auch viele "Möchte-Gern-Doms/Subs). Freut mich sehr für dich, dass du das passende Deckelchen gefunden hast. Viel Glück euch beiden!

6. Feb 2021Antworten

Das ist das schönste und tiefgehensde was ich seit langem gelesen habe.ich bin selbst auch devot und genau so wie du es beschreibst fühle ich. Es auch sehr schwer eine Dame zu finden die so etwas anbieten. Entweder zärtlich oder dominant. Eine Mischung aus beiden scheint es leider nicht zu geben. Danke für diesen schönen Bericht

6. Feb 2021Antworten
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