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Sex heute und früher

In den letzten 100.000 Jahren hat sich die Anatomie des Menschen kaum verändert. Wenn wir Sex heute genießen, dann war das auch bei unseren Höhlen bewohnenden Vorfahren so. Darüber sind Forscher sich einig. Denn so wie unser Körper uns sagt, was wir gerne essen würden oder wann wir schlafen gehen wollen, so sagt er uns auch, wann wir Lust haben. Sex war also schon immer ein Vergnügen - und nicht nur zur reinen Fortpflanzung da.
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Die Geschichte des Sex
Übergroße Geschlechtsteile in der Steinzeit

Natürlich ist es fast unmöglich zu beweisen, ob die Menschen Sex vor 50 Jahren oder vor 50.000 Jahren mehr genossen als wir heute. Sicher ist: Die Beschäftigung mit Sex war schon früh Teil der menschlichen Kultur - das beweisen viele archäologische Funde. Bei Kunstwerken und Malereien wurden die Geschlechtsteile oft übergroß und eingefärbt dargestellt - ein Zeichen für ihre große Bedeutung. Ein berühmtes Beispiel für steinzeitliche Sex-Kunst: die sogenannte „Venus von Willendorf“. Die Kalkstein-Skulptur ist ungefähr 25.000 vor Christus entstanden und hat riesige Brüste, ein ausgeprägtes Gesäß und eine deutlich erkennbare Vulva - auf ein Gesicht verzichtete der unbekannte Künstler.
Freizügigkeit in der Antike, Sexfeindlichkeit im Mittelalter

In antiken Hochkulturen, wie zum Beispiel Griechenland, waren Prostitution und Homosexualität gesellschaftsfähig. Bekannte Philosophen und Staatsmänner bekannten sich offen zu ihrer Vorliebe für knackige Jünglinge.
Weit weniger liberal ging es im Mittelalter zu: Besonders die Religion bestimmte die geistige Haltung gegenüber den fleischlichen Begierden. Sexualität sollte nur dazu dienen, Nachwuchs zu zeugen, Wollust galt als schlimmes Laster. So wurde Männern und Frauen eine tiefe angst vor der Sünde eingeimpft - was mit Sicherheit hemmende Auswirkungen auf das Sexleben hatte. Doch nicht nur die Furcht vor der ewigen Verdammnis stellte damals ein Hindernis da, das die Freude am Sex schmälerte. Das Mittelalter waren tausend Jahre, bestimmt von Elend und Krankheiten und unsexy Gerüchen. Alles nicht gerade lustfördernd.
Die industrielle Revolution als Wendepunkt

Erst in der Mitte des 19. Jahrhunderts, mit der industriellen Revolution, wurde ein großer Schritt in der Geschichte des Sex gemacht wurde. Mehr und mehr Menschen drängten jetzt zusammen, in räumlich beengten, kulturell gemischten Nachbarschaften. Trotzdem stand man Sex noch misstrauisch gegenüber. Sex-Handbücher für junge Männer kamen auf den Markt, in denen eindringlich vor den Gefahren der Masturbation gewarnt wurde.
Ohne Sex bekommt man Neurosen

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts verhalf Sigmund Freud mit seiner Psychoanalyse dem Sex zu einer neuen Rolle. Seine These: Sexualität ist ein natürlicher Trieb - wer diesen unterdrückt, bekommt Neurosen. Auch in der Zeit des Nationalsozialismus ging man relativ liberal mit Sex um. In den 50ern und 60ern folgte ein konservativer Rückschritt, Sex wurde wieder zum Tabu, über das man nicht sprach und das man nur in der Ehe zu haben hatte. Erst Ende der 60er-Jahre erreichte die gesellschaftliche Liberalisierung der Sexualität ihren Höhepunkt. Eine große Rolle spielte dabei die Einführung der Pille. Endlich konnten Frauen Spaß am Sex haben ohne die angst vor einer unerwünschten Schwangerschaft.

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