Es ist sonnig und angenehm warm heute früh gewesen, als ich gut gelaunt und mit voller Vorfreude an dem Tag, in die Richtung Stadtwald laufen gegangen bin.
Den Rautenstrauch-Kanal entlang laufend hörte ich von Aerosmith “What it takes” ganz lässig den Text zu, hat mich aber momentan nicht sehr berührt. Es ist gerade nicht aktuell in meinem Leben. Keine Dramas, keine lästigen Nachwehen, ja, es geht mir heutzutage blendend.
Ich bin voll konzentriert und voll motiviert in allen Bereichen meines Lebens.
Ich habe das Lied nicht ganz zu Ende gehört, als ich nach einem Neuen geschaut habe.
“Ah. Das habe ich schon lange nicht mehr gehört.” Dachte ich und drückte auf dem Start von Barbara Streisand “Woman in Love”. Es ist zwar jetzt auch nicht aktuell in meinem Leben, aber jedes Mal bewundere ich ihre großartige Stimme und die Kunst, wie sie es einsetzen kann. Und das Lied, na ja.... welche Single hat niemanden in ihrem/seinem Blickfeld, der sich für einen Versuch Wert darstellt? ;0)
Kaum war es zu Ende, wollte ich das nächstes Lied von ihr eigentlich wegdrücken, weil es ein trauriges Lied ist und passte zu meiner Stimmung nicht ganz. Es ist das Lied: “Papa, Can You Hear Me?”
Ich war schon im Stadtwald und joggte in einer sehr bequemen Tempo, aber als das Lied anlief, musste ich auf Spaziergang-Modus schalten. Ich kämpfte die ersten Zeilen noch gegen meine aufkommenden Gefühle, aber spätestens beim Refrain liefen meine Tränen über meinen Wangen.
Ob das ein Zufall sei jetzt vom Vatertag an ihm so krass erinnert zu werden, weiß ich nicht. Aber eines ist mir beim diesen Lauf klar geworden. Das ich ihn sehr vermisse.
Ich war 26 als mein Vater gestorben ist, nach einer lange, qualvolle Zeit, wo Ärzte ihn wie einen Versuchskarnickel benutzt haben..... (Es ist eine Thema für sich worauf ich jetzt nicht hin will.)
Hätte ich damals schon das Wissen gehabt wie heute, würde er noch sehr wahrscheinlich leben. Aber ich war sehr jung und gerade meine Scheidung hinter mir, mit einem kleines Kind als alleine stehende Mutter. Ich hatte nicht die Kraft und das Wissen wie heute. Aber er fehlt mir. Ich drücke es zwar sehr erfolgreich herunter, das Leben geht halt weiter, aber es gibt Momente, wo es aus mir herausbricht. Meist, wenn ich damit nicht rechne. So wie heute.
Aber weinen ist gut. Es erleichtert die Seele. Weinen ist nie das Zeichen der Schwäche, im Gegenteil.
Mir kamen Jogger und Spaziergänger entgegen und schauten mich mit Fragezeichen im Gesicht an, was mir zwar nicht entgangen ist, hat mich aber auch nicht besonders interessiert. Ich war in meiner Welt, in meiner Kindheit und Jugend, in meinen Erinnerungen versunken. Ich habe an Momente mich erinnert mit meinem Vater, wo ich noch erst Drei war. Und an Gespräche ein zu eins mit ihm auf der Treppe von unserer Lodge, wo wir gerne gesessen und dem Regen und Sommergewitter gelauscht haben.
Mensch war es schön! Und je älter ich werde, umso mehr weiß ich, wie sehr ich mein Vater’s Tochter bin. Wie sehr ich ihm ähnele. Seine Abenteuerlust und Neugier auf alle Fälle, aber auch das handwerklich Geschickt sein und wenn das stimmt, was meine mama so ab und an so nebenbei erwähnt hat, dann war er ein ganz schöner Frauenheld mein Alter! :D Also mein sexuellen Trieb kommt nicht vom Himmel. Und das ganze Blödsinn die mir immer wieder mal so einfallen auch nicht.
Bis ich meine lange Laufstrecke abgelaufen/ab spaziert bin, habe ich mich wieder gut im Griff bekommen. Ich bin einfach dankbar. Dankbar für liebender Eltern gehabt zu haben, bzw. zu haben, meine Ma lebt ja noch, aber allgemein dankbar für mein Leben.
Morgen ist Vatertag. Viele von euch sind Väter, aber alle von uns haben, oder hatten einen Vater. Manche haben ein gutes Verhältnis, manche gar keinen Kontakt, oder nur so Öl lala...... Es ist nie zu spät an einer Beziehung zu arbeiten. Spät wird es, wenn es ihn nicht mehr gibt. Und Vater gibt es nur einen.
Ich kann ihn nicht mehr verwöhnen und ihm zurückgeben was ich als Kind bekommen habe. Aber meine Mutter. Und das tue ich auch.
In dem Sinne, viel Spaß morgen für alle Väter, was auch immer ihr macht. Und wenn ihr ihn noch habt, vergisst nicht euren Alten zu besuchen, oder wenigstens anzurufen. Es gibt nur den Einen.


Ich kann das sehr gut nachempfinden. Meine Mutter starb an Brustkrebs, als ich 16 war. Mein älterer Bruder starb mit 52 Jahren an Speiseröhrenkrebs. Mein Vater lebt noch und ja, ich habe ein sehr gutes Verhältnis zu ihm. Natürlich werde ich morgen ganz besonders für ihn da sein, da er den Verlust eines Sohnes auch bis heute nur schwer verkraften kann. Ich versuche halt, ihn zu unterstützen und für ihn da zu sein. Das ist das Mindeste, was ich für Ihn machen kann und ich mache es gerne!
Na ja, ich bin kein Kind von Traurigkeit und wir lachen auch viel zusammen, wenn ich mal bei meiner Familie bin. Oder über FaceTime reden.... Aber es ist gut, wenn auch noch Momente gibt die tief unter der Haut gehen. So etwas kann man aber schlecht planen. Heute früh hat mich es voll erwischt, aber seitdem habe ich Mittagsschlaf gemacht und alles wieder gut. (Guten Sex hilft dabei auch, aber dafür braucht man noch ein Zweiten. )
Sex alleine geht auch, ist aber längst nicht so erfüllend. Ich hoffe, Du findest den "zweiten" dazu. Viel Glück bei der Suche.
Beziehung suche ich momentan nicht. Aber über einen geilen und unkomplizierten Escort-Date würde ich mich heute Abend in der Tat freuen.
Hast Du wirklich ein paar gute Gedanken drin im Blog. Es ist schon ein Geschenk, so viel Positives über die nächsten Angehörigen sagen bzw. schreiben zu können. Egal was auch passiert, es werden IMMER die eigenen Eltern bleiben. Eine gute Beziehung zu ihnen ist kein Selbstläufer, sondern kann richtig viel Arbeit bedeuten. Auch wenn das Verhältnis nicht so optimal ist, immer im Hinterkopf behalten, dass, gerade im fortgeschrittenen Alter, von einem auf den anderen Moment alles vorbei sein kann und es keine Möglichkeit mehr gibt, irgendetwas zu klären oder aus der Welt zu räumen. Zumindest für mich wäre das kein angenehmes Gedankenspiel.
Hey, Ja heute ist Vatertag und ich kämpfe jedes Jahr damit? Mein Vater ist vor vier Jahren , ein Jahr nach der Diagnose Lungenkrebs gestorben. Die Zeit von der Diagnose bis zum Tod waren so ziemlich die bewegendste ich habe mich bis zum bitteren Ende um meinen Vater gekümmert und das schlechter werden seines Zustandes Stück für Stück begleitet. Dabei hatten wir uns erst 3 Jahre vorher wieder angenähert da wir zuvor 12 Jahre gar keinen Kontakt hatten. Ich kann das nur zu gut verstehen das du diese emotionalen Momente hast da ich diese auch habe und sehr wahrscheinlich immer haben werde.
Tja. So ist es halt. Nicht um sonst sagt der Spruch: “Das Blut wird nicht zu Wasser.” Ich brauche zwar 1200 Km Abstand von meiner Mutter, weil wir beide sehr starke Persönlichkeiten sind, aber ich bin es froh sie immer noch zu haben. Entfernungen sind heute nicht mehr die selben, wie selbst vor 20 Jahren. Man rechnet in Flugstunden, oder in Zeitverschiebung. Ich mache unglaublich gerne exotische Reisen, die natürlich etwas kosten, dennoch plane ich jetzt mein Budget jedes Jahr so, dass ich a) genug Zeit mit meiner Mutter verbringen kann (physisch, nicht nur über FaceTime) , aber auch mit ihr was unternehmen kann. Mal muss ich auch mit einigen Dingen finanziell einspringen.... Ich bin einfach dankbar es machen zu können. Dieses Jahr zum Beispiel wird sie zum Geburtstag eine Überraschung bekommen, ein Opernbesuch in eine der schönsten Operas von Europa. Mit Shoppen für sie davor und Essen gehen mit der Familie. Sowas taugt zwar rein rechnerisch auf der Liste der Aufgaben auf, aber in Wirklichkeit sind es Investitionen. Und zwar die Besten. ;0) Ich weiß wie leicht es ist gerade in der engster Familie Drama zu haben. Hatten wir auch. Aber ich bin sehr froh darüber eine schlaue Mutter zu haben, dass sie immer wieder es geschafft hat den Kontakt kontinuierlich aufrecht zu erhalten. Und jetzt bekommt sie es von uns zurückgezahlt indem WIR sie verwöhnen.
Leider für meinen Vater schon zu spät.
Ja so ist es manchmal man erkennt es zu spät und kann dann nichts mehr machen, zumindedtens war es bei meinem Vater so, Bis 2 Wochen vor seinem Tod hat er nichts zum Ernst seiner Lage gesagt und mich zum Schutze glauben lassen das es wieder gut wird. Selbst auf dem sterbe Bett hat er noch Rücksicht genommen.