... seitdem ich "neu" in Berlin bin und leider leider ist in dieser Zeit der Berliner Dialekt (der zugegebenermaßen MANCHMAL etwas derb klang) verloren gegangen.
Hörte ich anfangs noch oft "Ick schnall det eenfach nich!" oder "Du bist ja so kleen!" sagen so hat es heutzutage Seltenheitswert einen Ur - Berliner zu treffen (Zuzugsrate sei Dank) der dann auch noch in der Lage ist bzw. den Schneid hat offiziell zu berlinern ;-)
Witzigerweise trauen sich die vielen Sachsen - Touris denen man ständig in der Stadt begegnet offen zu sächseln; sie nehmen echt kein Blatt vor den Mund ;-))))
Ich finde MIT dem Berliner Dialekt geht ein Stückchen Berlin verloren --> auch das Wort "Schrippe" suche ich in letzter Zeit beim Bäcker neben Baggels und Kornspitz vergebens (dabei waren die echt lecker - so knusperig)
Tröstend kann man sagen dass Berlin dafür zur Kunst-Hochburg Deutschlands mutiert ist und als hippste Stadt Europas unter den Jugendlichen gilt ;-)
Wäre trotzdem toll wenn Berlin auch noch ein bisschen Berlin bleibt und nicht gesichtslos im Reigen Londons oder Paris als "eine der Großstädte" versinkt.
Jessika


In Großstädten wird allgemein immer weniger Dialekt gesprochen. Dafür Denglish immer mehr oder Türkisch-Deutsch. Dialekte haben auch den Nachteil der Ausgrenzung der Zugezogenen. Das merkt man besonders im Süden. Berlin konnte wohl lange seinen Dialekt bewahren, weil es eine "Walled City" war. Jepp, Berlin ist die hippste Stadt in Europa. Und auch die Hauptstadt der Prostitution. Beides hat was miteinander zu tun, denn beides braucht Freiheit und Toleranz.
@ Baerbelbusch: Das ist schön dass Dir Köln gefällt ;- In köln wid - glaub ich - der Dialekt noch sehr ausgeprägt gesprochen & der Kölsche Dialekt - der ist einfach nur niedlich
Tja, es leben heute keine 20% der Einwohner, die 1989 in Berlin gemeldet waren, noch in der Stadt. Anders wäre der Regierungsumzug gar nicht möglich gewesen, wo hätten die denn hingesollt? Deshalb feiern ja nun auch die rheinischen Politiker ihren Karneval. Sowat jab et nich.Aba, det macht nüscht, det jehört zu der Stadt. Hattet immer jejeben. Momper sagte mal in den 80ern: "Die Sprache der Hausbesetzer ist schwäbisch."
@ soft-lady: Den Küsten - Dialekt mag ich auch sehr --> merkt man auch bei Dir wenn ich mit Dir telefoniere und finde es total schön ;-)))) Überhaupt sind die "Küsten-Leute" immer sehr beruhigend & entspannt - mrkt man schon im Zug Richtung Ostsee dass die Schaffner ab Mc Pom nen Gang runterschalten
Bin gebürtiger Berliner und Mitte der 90er nach NRW gezogen. Zuerst in den Kölner Raum. Die Menschen dort sind sympathisch und auf 3 Sachen lassen sie nichts kommen. Auf ihr Kölsch, den Eff Zeh und natürlich den Karneval. Unglaublich wie die besonders in der Jeckenzeit saufen können hehe, auch die Mädels. Das "trink ma eene mit" gibts dort wirklich. Jetzt bin ich paar Jahre im Ruhrpott. Ich mag Essen sehr und wahrscheinlich geh ich hier nicht mehr weg. Was mir gut am Ruhrgebiet gefällt, du fährst aus der einen Stadt raus und bist sofort in der nächsten drin. Für ein Großstadtkind genau das richtige. Das einzige was ich hier im Westen ein wenig vermisse ist die Fassbrause, die es in Berlin in jeder Kneipe gibt. Hier gibts wohl auch ein Getränk in Flaschen welches sich Fassbrause nennt, aber das ist nur eine schlechte Kopie. Die Echte gibts nur im Berliner Raum. Berliner Currywurst ist das zweite was mir manchmal fehlt, aber die gibt es immerhin in einem Imbiss in Bochum und in einem in Düsseldorf. Meinen Berliner Dialekt habe ich die ganzen Jahre über behalten. Weder den Kölner noch den Ruhrpott Slang habe ich angenommen. Beim Bäcker bestelle ich Schrippen und Pfannkuchen. WWenn die Frage kommt "meinen Sie Berliner?" sage ich immer: "Nee Berliner bin ick, ick möchte bitte Pfannkuchen".
@Nadine6666 Pfannkuchen werden hier in NRW auch so genannt. Die Berliner sagen dazu Eierkuchen. Andere Beispiele: NRW sagt Mett, Berlin sagt Hackepeter und was in NRW die Frikadelle ist, dazu sagt der Berliner Boulette.