Seit Jahren fällt mir immer wieder auf, dass Männer mich anrufen und vorsichtig anfragen, ob sie auch zu mir kommen dürfen, trotz deren Problemen.
Dann frage ich ja immer erst einmal nach, was für Probleme sie denn haben. Und sehr oft kommt dann, dass sie Behinderungen haben, weswegen sie schon das eine oder andere Mal abgelehnt wurden.
Wenn ich dann direkter werde und ich bin ja nun einmal keine Medizinerin, Krankenschwester oder Ärztin, dann kommen Dinge heraus, wo ich immer nur trocken frage: "Wo ist denn das Problem?"
Ob es nun extreme Übergewichtigkeit betrifft, oder auch wirklich gesundheitliche Einschränkungen durch Krankheiten, die eben keine Erektion zulassen, oder eben Krebspatienten, wo einiges operiert wurde und sie dann anders funktionieren. Wo eben auch Männer mich ansprechen, weil sie Dialysepatienten sind, oder blutverdünner nehmen müssen... Nun, wo eben sehr auf die Gesundheit geachtet werden muss, da kann ich immer nur sagen:
"Ich bin dankbar, dass ich nicht diese Einschränkungen habe."
Einzig ist sicherlich das Problem, dass ich komplett immobile Männer nicht in meinen ersten Stock tragen kann, aber glücklicherweise haben wir da schon gemogelt und anstelle meines Studios den Küchentisch genutzt.
Natürlich nimmt man Rücksicht auf Einschränkungen, da ich ja nicht körperlich schaden will. Aber z.B. ein sehr, sehr lieber Besucher, der eben nur einarmig ist und stark übergewichtig, muss doch nicht als Seiltänzer einsetzt werden oder aber Klimmzüge machen. Der Mensch hat ja zum Glück noch viele andere Möglichkeiten.
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Wie kann es sein, dass Menschen aufgrund deren Körperlichkeit abgelehnt werden?
Ich habe keinen Verkehr mit ihnen, aber sind die Menschen dann Menschen zweiter Klasse?


Ja super, diese Praxis sollte evtl. einmal jeder erleben! Durch viele ehemalige Angestellte mit Handicap habe ich es gelernt, aber ich muss auch zugeben, dass ich damals schon eine gewisse Strenge lernte: Die Einschränkungen achte ich, aber wenn es dann in Richtung Faulkrankheit ging, machten dann nur dem Probleme, der es eben ausnutzen wollte. Am meisten lachte ich damals über einen jungen Helfer, der 100% geistig behindert war, der mir sagte, er könne zwar lesen und schreiben, bräuchte aber für eine DinA-4 Seite eine Stunde. Also meinte ich dann, dass er einmal den Telefondienst übernehmen sollte, als kein anderer im Büro war. Er möge mir doch Namen und Telefonnummer aufschreiben, dass ich mich danach drum kümmern konnte. Als ich dann wiederkam, war er stolz, er hatte 2 Telefonate geführt. Und er zeigte mir den Zettel und dann grinste ich: er schrieb in Spiegelschrift. Aber: er hatte es genial erfüllt. Von daher: es geht alles, wenn man nur will und sich bemüht.
Hier sollte doch mal jeder in sich gehen - gibt es nicht Momente, wo man denkt, oh, ein anderer hilft ja schon. Aber nicht zu helfen, wo Hilfe benötigt wird, ist ein Unding. Menschen, die, in welcher Weise auch immer, eingeschränkt sind, kann man helfen. Man muss es nur wollen. Und hieran scheitert es leider allzu häufig. Die Gesellschaft hat sich in diesem Punkt leider zurück entwickelt. Sehr schade.
@Sunshine: natürlich muss man auch das akzeptieren, wenn eine Frau es nicht will. Eben Angebot und Nachfrage. Aber generell finde ich es toll, dass ihr es auch so seht: es gehört eben zu jedem dazu
Sehr geehrte Lady Jane,auch ich bin ein Mensch mit körperlichen Einschränkungen. Erstens habe ich ein paar Kilo zu viel auf den rippen. Nach zwei Operationen im leistenbereich läuft bei mir nichts mehr.mein kleiner Freund gehoert wirklich zu den ganz kleinen. Aber diese Einschränkungen haben die damen die mich besucht haben, auch mehr als einmal, auch die die nicht bei kaufmich sind nicht gestoert,die sehen zwar und wissen zwar davon. Dennoch haben diese damen mich immer sehr glücklich gemacht.dafuer an all die damen ein grosses Danke schoen von ganzem Herzen. Es muss an meinem guten Charakter liegen. ICH moechte an all die damen ein grosses Dankeschön aussprechen, die auch Freude in das Leben der Menschen bringen die mit Einschränkungen zu kämpfen haben.
@TheBruce74: schön, auch einmal diese Seite hier zu lesen! Danke auch dir!
Sehr geehrte Lady Jane. Aber ich habe dann immer ein schlechtes Gewissen und das Gefuehl, dass ich so gemein bin. Es ist so ungerecht von mir. Da ist auf der einen Seite eine wunderbare schoene Dame Lady Frau und auf der anderen ich der Mensch mit meinen Einschränkungen. Es ist auch eine sehr Grosse Leistung der damen Ladies Frauen die mich ertragen und aushalten. Doch die damen sagen mir immer ich sei ein freundlicher netter sympathischer Mensch. Ich hätte einen sehr guten Charakter.
@LadyJane: Ich kenne das genau, da ich selbst "schwer krank/behindert" bin - wobei ich diese Bezeichnungen eigentlich unpassend finde, da viele Betroffene irgendwann lernen mit einer Einschränkung umzugehen und sich in diesem Sinne nicht krank fühlen. Leider ist es nicht so, dass auch jede SDL damit umgehen kann und aufgrund eigener negativer Erfahrungen finde ich es wichtig, so etwas vor einem Treffen offen anzusprechen. Gerade in dem Bereich den Du, liebe LadyJane, abdeckst ist es wichtig um ein Treffen auch entsprechend danach planen zu können. @NastyCat: Deine Einstellung finde ich Spitze!