Das alltägliche Hamsterrad der bürgerlichen Verpflichtungen scheint uns oft keinen Raum mehr zu lassen für Fantasien, Spiele, einfach mal etwas wagen...mit Herzklopfen, Risiko und auch erotischem Selbstbewußtsein!
"Nine to five" funktionieren...immer perfekt im Job, flexibel, mobil, eingespannt in die bürgerliche Effizienz-Maschine, damit "man(n) oder "frau" die Miete zahlen kann und sich ein kleines Stück bürgerliches Glück leisten kann - was zugegebenermaßen für Viele auch immer schwieriger wird!
Und natürlich bin auch ich Teil dieser "Wirtschafts-Verwertungs-Maschinerie" - auch wenn mein Job in der so locker erscheinenden, coolen Medienwelt manchmal mehr nach Spaß als nach Arbeit aussieht! Alles nur der "schöne Schein", glaubt mir!
Auch die "schöne, weite Welt der Presse" ist nicht anders!
Die Coolness und "haha-wir sind alle gut drauf"-Show ist meist nur ein einziger großer Hype!
Dahinter tobt brutaler Konkurrenzkampf, Mobbing, "jeder fürsich"-Eliten-Mentaltät...und alles gut getarnt mit der Fassade selbsternannter Gutmenschen!
Auch deshalb wächst natürlich der Drang beim einzelnen Individuum, sich ab und an eine kleine - gerne auch erotische "Auszeit" zu nehmen - in eine andere Rolle zu schlüpfen, etwas zu riskieren, einfach ganz andere Seiten an sich... ( und Anderen ) kennenzuleren!
Sicher auch etwas, aus dem sich diese ganze geheime Parallelwelt hier speist...
Auch ich bin im bürgerlichen Leben die "Brave-Angepaßte"...die die guten alten preusssischen Tugenden vertritt:
Eher konservativ-bieder angezogen, pünktlich und ja - manchmal auch ein bißchen pedantisch, immer freundlich zu den Kollegen und Kolleginnen...aber natürlich würde ich nie wirklich "Persönliches" preisgeben! Meine Gefühle - meine Privatsache!
In meiner Firma würde wohl auch niemand denken, was ich mir so ab und zu "leiste!"
Ja - und ich gestehe - das macht den Reiz eines partiellen Doppellebens ja gerade auch aus - so wie es die wunderbare Erotik-Göttin Catherine Deneuve in dem Film von Luis Bunuel "belle de jour" 1967 "auslebt!"
Ein Film, der mich schon als "kleines Mädchen" sehr inspiriert hat...auch wenn ich natürlich nicht wirklich zwischen Realität, Surrealem und bürgerlichem Alltag in diesem cineastischen Meisterwerk unterscheiden konnte!
Trotzdem wußte ich: "Haben wollen"!
Was diese Frau sich in "belle de jour" im Geheimen "leistet", wie sie ihre engen bürgerlichen Konventionen für ihre erotischen Träume sprengt, tagsüber heimlich in einem Pariser Edelbordell aufregende Männer trifft, das war für mich ein "Schlüsselerlebnis", daß auch mir mit langer Anlaufzeit die Türen in andere geheime Welten ge-und eröffnet hat!
Ein Schritt, mit dem ich lange - aus bürgerlichen Ängsten heraus - gehadert habe, ob ich es wirklich wagen soll!
Denn natürlich ist der Kopf voller Ängste, Klischees, Moralapostel-Indoktrinationen über die "guten Mädchen"...und die "bad girls", die nicht in den Himmel kommen...sondern überall hin!
Klingt doch erstmal gut...dieser Klassiker-Spruch der Achtziger-Jahre-Feministinnen...aber mit bürgerlichen Ängsten im Kopf konnte das ja auch meinen..."in der Gosse landen!"
Ein gerne strapziertes Bild, um Frauen mit eigenbestimmten Lebens-und Erotik-Vorstellungen davon abzuhalten, SELBST zu entscheiden, wie sie leben, lieben...und vor allem geniessen wollen!
Nun denn: Ich habe es nie bereut, nach zugegebenermaßen Jahrzehnte währender "Bedenkzeit" doch diesen Schritt gewagt zu haben! Und mir dieses kleine, geheime Doppelleben einfach zu gönnen!
Und IMMER wieder Neues zu wagen - denn es gibt noch soviele erotische Dinge, die mich fordern und herausfordern - Herzklopfen inclusive!
Gerade jetzt - wo es auch abends und nachts draußen wieder so herrlich warm ist!
Sich in Berlin, direkt vor dem Brandenburger Tor, mitten auf dem Kurfürstendamm vor der Gedächtniskirche oder in einem lauschigen Park im gutbürgerlichen Wilmersdorf in sündigen Dessous fotografieren zu lassen...das ist für mich definitiv der ganz große ( erotische ) Kick!
Ich wußte bisher garnicht, daß ich auch die (S)-Exhibitionistin so stark in mir geniesse!
Letztes Wochenende habe ich es für ein kurzes Probeshooting direkt vor dem Brandenburger Tor und mitten auf dem Tauentzien Samstag abends gewagt - also wenn wirklich noch viel Verkehr (!sic!) ist! Sich dann in defintiv sündiger Wäsche ablichten zu lassen...ich gestehe: Herrlich!!!
Es war erstmal nur ein "Test"---test,test, test...in nur zwei Outfits...in zehn Minuten hingehaucht...aber mein Herzschlag irgendwo von 0 auf 200 in fünf Sekunden...gefühlt! Auf-an-erregend!
So und jetzt warte ich auf Abends-Außen-Temperaturen von 25 Grad!
Potsdamer Platz, Brandenburg Gate, Schloss Bellevue, Ku(h)-Damm - ich komme - und dann in den heissesten Dessous und very hot high heels! Damit auch Ihr Mannsbilder noch mehr "ins Schwitzen kommt!"
Es wird mir eine Ehre und Freude sein!
Alles Liebe!
Marie-Rose


Buuuum! Wunderbar schonungslos offen und ehrlich - DANKE! Du bist nicht alleine Marie-Rose.
@ marie rose Selbstverständlich kann die Erotik und der Sex ein Ausgleichsventil sein um Druck abzulassen der die Heutige neoliberale Wettbewerbsgesellschaft in immer weitergreifenden Ausmaß produduziert-Wachstumswahn.
Zum Wettbewerbsdruck kommt ein Wiedererstarken einer restriktiven Sexualmoral, die zB natürliches "Balzverhalten" als verwerflich denunziert. Das geht bis in die Sprache. @Marie-Rose: Deshalb sind deine Aktionen erfrischend befreiend.
...das Leben ist endlich..deshalb ist es nie zu spät das Leben in vollen Zügen zu genießen.. und sich weiter zu entwickeln, auch in sexueller Hinsicht, kann nie verkehrt sein...erotische Grüße nach Berlin..