In den letzten Monaten gab es die ersten Stimmen, eine Hoffnung, das Weihnachtsfest könne eventuell doch statt finden.
In den letzten Wochen jedoch wurde klar: kannste knicken! (oder doch nicht?)
Sätze wie:
"Weihnachten fällt dieses Jahr aus"
"Da verschwindet doch die Lust an Weihnachten"
"Da kommt keine Stimmung auf"
"Man kann dieses Jahr Weihnachten nicht feiern"
"Ne, dieses Jahr feiern wir nicht. Aber hoffentlich nächstes Jahr"
"Weihnachten feiern ist dieses Jahr verboten"
"Warum sollte ich das dieses Jahr feiern?"
und ähnliche.....
...gibt es zuhauf. Ob im direkten Gespräch mit Menschen oder als Kommentare und Äußerungen im Internet.
Ich saß da. Lauschte diesen Sätzen im letzten Gespräch. Erhob die Augenbrauen. Ich konnte mir ein Schmunzeln nicht verkneifen. Ein amüsiertes Grinsen. Ja, ich kann es nicht anders sagen. Ich war amüsiert.
Macht es doch deutlich, dass der Sinn dieser wertvollen Zeit verloren gegangen ist.
Gerade die allseits bekannte Situation sollte den Gedanken in uns wach rufen: "Jetzt erst recht!" Ist es doch umso notwendiger, dass wir diese Zeit feiern.
Seit langer Zeit feiere ich jedes Jahr die Rauhnächte. Was in meiner Familie stets Brauch war. Seit wenigen Jahren durch Impulse erweitert. Und jedes Jahr freue ich mich erneut auf diese Zeit.
Die 12 Nächte zwischen Weihnachten und dem 6. Januar.
Die Lücke zwischen dem Sonnen- und dem Mondkalender. Eine Zeit, die als mystisch gilt. Die Natur und der Mensch ist auf Rückzug eingestellt.
Die Arbeit wurde früher in dieser Zeit niedergelegt, sich auf das Seelenleben konzentriert. Die Zeit genutzt zur inneren Einkehr und um neue Kräfte zu sammeln. Den Ahnen gedacht und der Natur gedankt und deren Wohlwollen für das kommende Jahr erbittet.
Bräuche, die leider zunehmend in Vergessenheit geraten sind.
Das letzte Jahr hat von uns allen sehr viel gefordert. Für mich nahezu mehr als nur ein kollektiver Wink mit dem berühmten Zaunpfahl.
Deswegen möchte ich dir ein kleines Geschenk machen und lade dich ein, zwei kleine alte Rituale auszuprobieren:
1.Schreibe 13 Wünsche auf 13 kleine Zettel und falte sie zusammen. Ab dem 24/25.12.20 verbrenne jeden Abend einen Zettel, ohne ihn zu öffnen. Der 13. Zettel bleibt übrig. Öffne ihn am 6. Januar. Für die Erfüllung dieses Wunsches bist du selbst zuständig.
2. Schreibe jeden Abend, beginnend mit dem 24.12.20, jeweils 10 Dinge auf, für die du dankbar bist. (Es können Dinge aus dem Bereich Gesundheit/Körper, Arbeit und Erfolg, Geld, Beziehungen, Leidenschaften, Glück, Liebe, Leben, Natur, Materielle Güter,... sein)
Mit diesen Worten wünsche ich dir eine besinnliche Weihnachts-/Rauhnachtszeit.
Jetzt erst recht! <3
(It's a kind of magic...*singt* .. IT'S A KIND OF MAAGIIC!)


@Versuchung36 Ich habe doch auch nichts anderes behauptet :) ;)
@Sexyhobbymaus: Danke dir :)
Hast du richtig gut geschrieben. Geht unter die Haut. Wir lassen uns nichts nehmen....jetzt erst recht.
Gut geschrieben, interessante Gedanken - hmm, Weihnachten hat vom Ursprung her ja wohl etwas mit dem Christentum zu tun und wurde ziemlich überlagert durch "Familie, Geschenke, (Fr)Essen etc". Vielleicht nutze ich die erzwungene Ruhe an Weihnachten mal, um mal etwas Richtung Ursprung zu graben - weiß nur noch nicht wie. Und "Rauhnächte" gibt es nur in einem Teil der Republik, im Süden z.B. ist das völlig unbekannt. Liegen ja interessanterweise wie Lückenfüller genau zwischen Weihnachten und Heilige drei Könige.
@Klaus100: Danke für deine Worte :) Meine Familie kommt ursprünglich aus dem Ausland. Und da kennt man sie. Bei uns war das früher immer Brauch. Kaum einer kennt noch den Ursprung des Weihnachtsbaums. Alle tun es. Aber kaum einer weiß, warum man einen rein stellt.
@Valerie815 Hmm, nachdem die Rauhnächte wohl germanischen Ursprungs sind und die entsprechenden Gedanken und Rituale wohl besonders im Alpenraum noch verbreitet sind, könnte man jetzt rätseln, wo Deine Familie ursprünglich herkommt :-) Aber lassen wir das lieber Von Deinen beiden Ideen (siehe oben) finde ich die zweite die schönere, aber auch anstrengendere. 10 Dinge, für die man dankbar ist und das 12 Abende lang, gar nicht so einfach. Da wird manchem schnell der Stoff ausgehen, wir sehen ja meistens eher die negativen Dinge. Aber genau deshalb spannend. Die erste Idee gefällt mir nicht so, weil ich was gegen die Symbolik mit der Zahl 13 habe. Aber ich gebe zu, 13 sich selbst erfüllbare Wünsche, auch nicht so einfach.
Mal ein alter vertrauter Gedanke der in den heutigen Generationen immer mehr an Bedeutung verliert ... Thumbs up!!!