Ich denke inzwischen muss jeder schon vom Schicksal des Notre Dames mitbekommen haben.
Als großer Fan von großartiger Architektur und Kunstliebhaber, finde ich so etwas sehr sehr schade und da ich gerade mal vor drei Wochen erst in dem Gebäude war, kam mir die Nachricht so unglaubwürdig vor. Unfassbar wäre wahrscheinlich das passenderes Wort.
Nun, als ich Dienstag früh gewöhnlich wie immer die Nachrichten laß, musste ich nachdenken. Eine französische Milliardär Familie bot 200 Millionen für die Wiederaufbau an. Keine Stunde später eine Andere eben mal 100 Millionen..... bis heute sind es schon eine Milliarde zugesagt worden? Echt jetzt?
Interessant. Und es gibt Menschen die es bejubeln? DAS ist irgendwo ein Armutszeugnis. Oder Dummheit kann man es auch nennen.
Es brennt direkt und indirekt bereits permanent auf der Welt, wo es dringend Geld benötigt wird um das Problem zu lösen. Kinder sterben massenweise in Afrika, weil sie nichts zum essen haben, ODER AUCH, weil Firmen ihre Existenzgrundlage, dass Trinkwasser vor der Nase abzapfen. Hektarweise brennen den Urwald in Brasilien und in Indonesien ab, um darauf Futtermittel Soya für den deutschen Viehzucht und Palmöl anzubauen. Wir erleben JETZT GERADE den sechst größter Massenaussterben von Arten und mit jedem einzelnen Art rücken wir näher an die Ausrottung unserer eigene Rasse...... und binnen Stunden werden/können Millionen, gar eine Milliarde locker gemacht werden FÜR EINEN HAUS?!
Von wegen Haus, da wohnen höchstens die Kirchenmäuse drin. Nicht einmal einen Nutzen hat das Gebäude. Also ich will niemanden auf die Füße treten, aber hier stimmt was nicht mit den Werten.
Wie habt ihr diese Nachricht verfolgt?
Ich habe ein bisschen mit dem Gedanken gespielt, wie ich dieses Geld aufteilen würde. Ich würde nur das Nötigste in das Gebäude hineinstecken um es nicht Oben offen zu lassen. Und dann na Bitte! Der Vatikan hätte schließlich das Vermögen es komplett wieder aufzubauen....wenn sie es wollten.
Den Rest da einsetzten wo es am meisten brennt.
Nebst die Oben schon Erwähnte, auch in Bildung von Mädchen, sowohl in den Entwicklungsländern, aber auch hierzulande, dass wir uns a) nicht unkontrolliert weiter vermehren durchs Wissen b) ungewollte Schwangerschaft nicht austragen müssen, sondern Recht auf kostenlose Abtreibung haben und nicht zu letzt sie sich gegen gewalt schützen können, bspw Orte zu schaffen, wo sie gehen können.
Das wir eines Tages keine Zwangprostitution mehr haben, sondern Frauen WENN, dann sich freiwillig dafür entscheiden. Ich persönlich wurde zwar nie ernsthaft von Typen versucht worden in solchen Situationen getrieben zu werden, aber im Laufe der Jahre genug gesehen. Es gibt also eine Menge mehr Flächen in unserer Gesellschaft, wo es viel mehr brennt. Was weitaus wichtiger wäre, als einen Symbol zu retten. Mit diesen Gedanken wünsche ich euch allen sehr schöne Ostertage.


Das Gebäude gehört dem Staat, der Vatikann hat damit nur insofern zuntun, als seine Priester und Bischöfe dort Messen halten - der eigentliche Zweck der Kirche. Ich sehe auch, dass es unendliches Elend in der Welt gibt. Das wird auch bekämpft: Der Armutsindex ist in den letzten zehn Jahren erheblich gesunken. Siehe auch private Initiativen wie Die Bill-und-Melinda-Stiftung. Notre Dame ist ein Symbol für Frankreich und die Welt. Es ist wert, erhalten zu werden. Gott sei Dank konnten die meisten Kunstwerke gerettet werden. also beides tun: Armut bekämpfen und unser kulturelles Erbe erhalten.
Ja, ich schätze dafür Prominente sehr wie Bill&Melinda Gates, oder Leonardo Di Caprio, Robert Redfords und eine Reihe andere, dass sie ihr Geld da einsetzen, wo es am meisten brennt. Natürlich nicht nur. Di Caprio zum Beispiel gehört der einen von 200 weltweit größte Kunstsammlung. Aber ein Teil davon setzt wieder dafür ein, um von das Geld der versteigerten Kunstwerke Umweltprojekte zu unterstützen. Denn eins ist für diesen Menschen klar: sollten wir es nicht schaffen die Klimawandel in den Griff zu bekommen, die Massenaussterben von Arten und leider gibt es noch eine Menge von anderen Menschen verursachte Katastrophen, es wird uns in 100 Jahren nicht mehr geben. Dann wäre es vielleicht doch sinnvoller Prioritäten zu setzen und die komplette Wiederaufbau von dieses Gebäude zu vertagen. Uns läuft die Zeit davon. Mittlerweile die ganze wissenschaftliche Szene ist einig, dass die nächsten zehn Jahren werden entscheidend. Ein kulturelles Erbe ist scheiß Dreck Wert, wenn unsere Enkelkinder, oder vielleicht deren Enkelkindern nicht mehr überleben werden. Ich bin Atheist und gebe nicht viel Wert an religiösen Werten, aber als Kind aus reine Neugier den Bibel durchgelesen. Da steht drin, wir schreiben Tausend, aber keine Tausende. Na bitte. Ist es was wir wollen?
Bin da voll und ganz deiner Meinung @Schmetterling. Ich hatte sofort die gleichen Gedanken, das diese Spenden sinnvoller eingesetzt werden könnten. Möchte den Grossspendern jetzt nicht unterstellen das sie nur für Kunst und Kultur spenden, wahrscheinlich auch noch in anderen Bereichen. Glaube aber nicht in dieser Höhe. Nichts gegen Kunst und Kultur. Bin absoluter Fan von feiner Architektur. Gerade von Jahrhunderte oder Jahrtausende alten Bauten. Kein Kenner oder Fachmann aber Geniesser Und genau wegen ihrem Alter sind diese Gebäude etwas besonderes für mich. Die Pyramiden, das Kolosseum, das Parthenon, chin. Mauer, Angkor Wat usw. Erzählen sie doch eine Geschichte, ihre ganz eigne aber auch die von den Menschen die daran gearbeitet haben, die durchaus auch, beim Bau, gestorben sind oder die darin gelebt haben. Von ihrer Zeit, den Techniken und der Lebensweise der damaligen Epoche. Ich halte mir dabei immer vor Augen das diese Meisterwerke mit den damaligen technischen Möglichkeiten gestaltet und erbaut wurden. Davor habe ich den allergrössten Respekt. An einigen Gebäuden wurde Jahrhundertelang gebaut. Das ist dann weg... Dieser Hauch der Geschichte, die Ausstrahlung, der Charme geht mit einem Wiederaufbau, für mich, vollends verloren. Hat dann nichts mehr mit einem kulturellem Erbe zu tun. Neubau trifft es für mmoderne Werkstoffe (Stahl) und neue Techniken, Computer und Werkzeuge zum Einsatz kommen. Sieht aus wie Notre Dame, ist aber nur noch ein seelenloser Zombie. Totes soll tot bleiben. Als Museum gerade noch gut genug... In Berlin haben wir ja auch so ein tolles Beispiel, das Berliner Stadtschloss. Braucht kein Mensch, die ausgegeben Gelder dafür schon eher...
Tja. Kulturen kommen und gehen. Gebäude werden gebaut, die irgendwann wieder zerfallen. Nix ist für die Ewigkeit, nur die Veränderung. Arten kommen und gehen. Davon ist der Homo Sapient eine der relativ neuere Arten. Aus irgendeinem Grund hat die Evolution uns ein größeres Gehirn entwickeln lassen, aber es wirklich benutzen tun wir nur bedingt. Nur soweit unsere Nase reicht. Und unsere gerade aktuelle Interessen. Wir wissen zwar jetzt schon was wir alle tun müssten, nämlich auf tierische Produkte zu verzichten, unsere Wünsche nach Großfamilie, großes Auto, großes Haus.....Hauptsache wir fühlen uns toll. Die Erde wird den Menschen überleben, dass dürfte uns schon im Klaren sein. Die Frage ist, wieviele andere Arten nähmen wir in den Abgrund mit? Arten die seit 400 Millionen Jahren durchs Meer kreuzen. Und wann? Vor zehn Jahren haben Wissenschaftler uns als Spezies 1000 Jahren prognostiziert. Heute korrigieren sie schon auf 100. Emotional können wir mit 1000 Jahren nichts anfangen. Aber mit 100? Es ist die Generation Z der schon hereinfallen wird. Kinder die heute im Windeln uns anlächeln. Unsere Kinder und Enkelkinder. Aber ja, wir flicken lieber ein Dach für die nächsten Generationen. Echt jetzt? Für wem?
Also eigentlich sind mir hier alle Blog-Einträge "Latte" und so ziemlich egal. NUR: es ist zwar schon zu einigen Sachen eine Meinung und eigene Ansichten zu haben, ABER dann sollte man auch bitte schön etwas Ahnung von der Geschichte haben und nicht hier Äpfel mit Birnen vergleichen. Deine Beschreibung hier a la "es brennt überall auf der Welt und auch dort hilft das Geld" ... etwas natürlich, aber glaubst du wirklich die gesamten Probleme die du aufgezählt hast lassen sich einfach mit Geld lösen? NO WAY! Niemals! Und deine Glorifizierung der Personen a la Bill&Melinda Gates, oder Leonardo Di Caprio, Robert Redfords und und und ... Oha ... du willst also sagen das diese Personen ihr Geld "besser" anlegen als andere Menschen? Frage dich doch mal lieber warum diese Personen für so gut wie NICHTS so viel Geld bekommen?! Plus äussere deine Gedanken auch mal in Frankreich den Franzosen gegenüber ... Kleiner Tipp am Rande: du solltest dein Testament gemacht haben ... gute nacht ...
Wow! Drei oder Vier der reichsten Familien von Frankreich spenden für ein Nationalsymbol ihres Landes einen kleinen Teil ihres Privatvermögens, und hier bekommen die Kleingeister Schnappatmung… Hätten die Typen sich eine neue Luxusyacht für die Knete gekauft, wäre es den meisten hier egal. Wisst ihr ob die auch für „andere“ Nöte spenden??? Notre Dame ist ein Nationalsymbol von Frankreich, und die Spenden der Extremreichen muss man mehr als Geste sehen, dass sie eben ihr Land nicht alleine lassen bei so einer Tragödie! Guckt mal in einen Spiegel und überlegt euch warum es so etwas NIE in Deutschland gibt! Wir haben hier auch Superreiche! Aber bei der Mentalität hier bleiben die lieber auf ihrem Geld sitzen oder geben es im Geheimen aus… Nicht das noch jemand merkt das man mal was gutes getan hat…
In Deutschland gibt es aber auch bessere Brandschutzbestimmungen als in Frankreich. Was den Hunger in der Welt betrifft, so wäre gar nicht viel Geld nötig, damit kein Mensch mehr an den Folgen von Mangelernährung stirbt. Unsere GEZ Gebühren dürften ausreichen, oder der Klingelbeutel des reichsten eingetragenen Vereins der Welt. Okay der Verein ist als extrem geizig bekannt, deswegen werden dort auch einfache Angestellte und Arbeiter weit unter Tarif bezahlt. Die Würdenträger werden aus Steuergeldern finanziert und verdienen sehr gut. Wobei ich diese Sache nie verstanden habe, eigentlich sieht das Grundgesetz doch eine strikte Trennung von Staat und Kirche vor. Deswegen treibt der Staat bestimmt auch die Steuern für diese Vereine ein. "Nur die halbe Welt ist Teflon und Asbest".
Zur Information: Die Priester und Bischöfe werden in Deutschland vom Staat bezahlt, weil dieser im Zuge der Sakularisierung massiv Kirchenvermögen entschädigungslos enteignet hatte. Seit vielen Jahren versuchen die beiden Seiten, dies endlich zu entflechten.
@KoelnDuesseldorfer "Frage dich doch mal lieber warum diese Personen für so gut wie NICHTS so viel Geld bekommen?!" _______ Tja, dann haben diese Personen alles richtig gemacht, würde ich mal behaupten. Als wenn das nicht jeder machen würde, Geld für nichts zu bekommen, wenn er nur könnte. Naja, Neid ist auch eine Form der Anerkennung. "... äussere deine Gedanken auch mal in Frankreich den Franzosen gegenüber ... Kleiner Tipp am Rande: du solltest dein Testament gemacht haben ..." ________ Achso läuft das also in Frankreich, andere Meinung oder Einstellung und ab zur Guillotine? Unsinn, oder kennst du die Ansichten von jedem der fast 70 Mio. Franzosen? _________ @Baecker69 Andere Einstellungen oder Kommentierer als kleingeistig zu bezeichnen zeugt wirklich von wahrer "gross"-geistigkeit. Das ist typisch deutsch und für mich mehr als kleingeistig. "Wir haben hier auch Superreiche! Aber bei der Mentalität hier bleiben die lieber auf ihrem Geld sitzen oder geben es im Geheimen aus… Nicht das noch jemand merkt das man mal was gutes getan hat…" _______ Warum muss man sowas an die grosse Glocke hängen? So ganz uneigennützig werden die französischen Grossspender auch nicht gehandelt haben. Werden schon ihren Nutzen daraus ziehen. Kenne das französische Steuersystem nicht, kenne ja nicht mal das deutsche, kann mir aber vorstellen, dass es Abschreibungsmöglichkeiten, es ähnlich wie bei uns, gibt. Also spendet dann indirekt doch jeder. Vin mir aus sollen sie mit ihrem Klon glücklich werden.
Es ist kleingeistig, wenn man nicht die Symbolik hinter der ganzen Aktion versteht! Es geht nicht um eine alte Kirche oder ähnliches. Es geht um eines der wichtigen Denkmäler von Frankreich. Es hat alle Unruhen überstanden, egal ob Revolution oder den WW2. Darum ist die Hütte den Franzosen so wichtig. Wenn bei uns der Kölner Dom so brennen würde, würde es dich nicht irgendwie glücklich machen, wenn die Familien BMW, ALDI oder LIDL massiv spenden würden? Für mich wäre es ein Zeichen, dass das eigene Land uns seine Geschichte den Superreichen eben nicht egal ist.
Hallelujah! Das ist hier mal ein richtiger „Nachtisch“ für den Magen nach einem gesunden Frühstück in der schöner Altstadt von Saint-Malo. :D Aber es zeigt für mich nur, dass wir Menschen sehr unterschiedlich sind und unterschiedliche Werte und Interessen haben. Ich spende oft und gerne, aber ich würde für den Wiederaufbau von Kölner Dom auch nur in Rahmen geben. Dafür öffne ich gerne mein Portmonee für Organisationen für Seenotrettung (als begeisterter Wassersportler nicht ganz uneigennützig natürlich), für Rettung von Spezies wie Haie, Löwen, Elephanten..... last but not least für Kinder, wobei das nur persönlich. Für Familien die ich kenne. Und ich reiche es nicht beim Finanzamt ein um es abzusetzen, ich muss dafür nirgends namentlich erwähnt werden. Ich erwarte dafür nix. Das mit dem Testament habe ich nicht ganz verstanden, denn a) wie kommt das Thema hierher, b) woher solltest du schon wissen meine familiäre und finanzielle Situation? Dazu werde ich sicherlich nicht hier öffentlich und vor allem schriftlich äußern. :0) Wisst ihr was? Ihr habt alle Recht. Solange es niemanden schadet, darf und soll jeder sein/ihr Geld hintun wo er/sie wolle. Solange ich den Tag mit Blick aufs Meer begrüßen kann, ist zu mindest meine kleine „kleingeistige“ Welt in Ordnung. Und ich liebe es! ;)
Unsere Spezies wird es auch in 1000 Jahren noch geben. Es gibt ja jetzt schon Experimene, wie Menschen in einem geschlossenen Gebäude überleben können. Diese Experimente sind zwar für den Mars gedacht, aber sie ermöglichen auch ein Überleben der Menschheit auf einer "kaputten" Erde. Die Frage ist nur, wie viele Menschen diese Möglichkeit haben werden und ob man dann noch von Lebensqualität reden kann. Den Hunger kann man sicherlich mit Geld beseitigen - kurzfristig. Aber langfristig wohl kaum. Ich sehe das Hauptproblem darin, dass Männer Sex haben wollen und dass Frauen Kinder haben wollen. Jedes junge Paar möchte sich vermehren, und in manchen Kulturen (z.B. Indien) sind Kinder Voraussetzung für gesellschaftliche Anerkennung. Selbst bei uns in Mitteleuropa wird immer noch ein Bevölkerungswachstum angestrebt. Meiner Meinung nach kann man den Hunger nur durch radikales Umdenken dauerhaft bekämpfen: den Pillenknick und den demografischen Wandel positiv sehen. Junge Paare, die selbst kaum genug zu essen haben, sollten sich überlegen, ob es nicht besser wäre, auf Kinder zu verzichten, als ihren Kindern solch ein Leben zuzumuten (Voraussetzung wäre allerdings eine staatliche Alterversorgung). Und das wichtigste: Emanzipation. Jede Frau, die statt Kinderkriegen andere Gebiete der Selbstverwirklichung findet, ist ein Segen für die Menscheheit. Wir müssen uns gesundschrumpfen, damit die Ressourcen (Nahrung, Wasser, Luft, Wohnfläche etc.) wieder für alle reichen. Aber wenn ich sehe, wie eine 70-jährige Inderin sich künstlich befruchten lässt, um endlich gesellschaftlich anerkannt zu werden oder wie eine gewisse erzkonservative Partei eine höhere Geburtenrate propagiert, damit die Deutschen nicht aussterben, dann kann ich nur froh sein, dass ich schon so alt bin und das nicht mehr erleben werde, wohin das alles führen wird. Zurück zu Notre Dame: man muss nicht religiös sein, um anzuerkennen, dass Religionen sehr zur Entwicklung unserer Zivilisation beigetragen haben. Gerade der Sakralbau mit seinem Bestreben, immer höhere Hallen mit immer größten Abständen zwischen den Stützpfeilern zu entwickeln, hat zu wichtigen Erkenntnissen in der Baustatik geführt. Dazu die Entwicklung des größten Musikinstrumentes, der Kirchenorgel, und vom Buchdruck ganz zu schweigen.
Genauso sehe ich es auch. Und ich bin gerade auf dem Rückweg von Le Mont Saint-Michel, ein noch älteren Bauwerk der damaligen Gläubiger Gemeinschaft und ich fand es sehr beeindruckend. Um ehrlich gesagt noch viel mehr spirituell Anregend in seinem einfach gehaltenen, Roman und früher Roman Style. Es wäre mir persönlich eher ein Ort zum Beten, wenn ich an den Göttern glauben würde. (Und wenn die unzähligen Touristen nicht gäben.) Der Gotik und besonders die Neugotik ist auch sehenswert, aber viel zu unruhig. Vielleicht brauchten der damaligen Menschen mehr visuelle Darstellung, wie Jesus, oder Maria ausgesehen sein soll? :D Mich würden die vielen Details ablenken vom Wesentlichen. Aber was die Akustik von diesen Bauten angeht, es ist wirklich was für die Seele....wenn einen gut spielt. Zurück zum Notre Dame, vor drei Wochen habe ich den Glück es anhören zu dürfen. Ja, es schon schön. Daran zweifelt auch niemanden glaube ich. Der Grund meines Blogs war eigentlich nur die Wertigkeit. Aber gut. Es ist und bleibt wie es ist: wir Menschen sind verschieden. Ich bleibe dabei, dass FÜR MICH (obwohl ich großer Fan der Antike und seine Bauwerke bin), die Lebenden mehr Schützenswert sind. Und für mich, meine Seele gibt nichts mehr Ruhe und innere Zufriedenheit, als mit Haien zu tauchen, oder generell schöne Riffen zu sehen die noch im Takt sind. Erst danach kommt gutem Sex. Betonung ist auf Gutem. ;)
@ Alle Was uns jetzt wichtig sein sollte ( Kommentar aus der Mainpost ) Notre-Dame nach dem Feuer – schon zeichnet sich eine Diskussion darüber ab, ob es nicht Wichtigeres gäbe, was man mit den Spendengeldern für den Wiederaufbau tun könnte. Diese Diskussion war vorhersehbar: Wie kommt es, dass binnen weniger Stunden über eine halbe Milliarde Euro für den Wiederaufbau einer "alten Kirche" gespendet wird, während Menschen hungern, ohne Obdach sind, aus ihrer Heimat vertrieben oder umgebracht werden, Krankheiten wüten, Kriege toben? Missstände also, denen oft mit Geld abgeholfen werden könnte, stünde es denn in ähnlicher Fülle zur Verfügung. "Kein Stein ist mehr wert als ein Menschenleben", schreibt ein Facebook-Kommentator. Und die Zeitung "Die Welt" versteigt sich zu der These, dass der "Bauwahn der Kirche" in und um Paris im 12. und 13. Jahrhundert so viele Ressourcen band, dass das Mittelalter möglicherweise 100 Jahre länger dauerte als nötig. Immer wieder wird "Wichtigeres" benannt, das man mit all dem Geld machen könnte. Es werden Unglücke aufgelistet, die weit weniger Mitgefühl erregten, bei denen aber hunderte Menschen starben oder sonstwie zu Schaden kamen. Notre-Dame ist natürlich ein historisch bedeutsames Bauwerk, Notre-Dame ist aber viel mehr Der verheerende Brand der Kathedrale Notre-Dame de Paris und die bereits anlaufenden Planungen für die Rekonstruktion werfen also wieder einmal die Frage auf, was uns warum wieviel wert ist. Das katastrophal beschädigte Baudenkmal, so wird allenthalben gebetsmühlenartig wiederholt, sei ein nationales Symbol Frankreichs. Hier hätten historisch bedeutsame Ereignisse stattgefunden, Trauungen, Beisetzungen oder etwa die (Selbst-)Krönung Napoleons zum Kaiser. Mindestens dieser letzte Punkt dürfte den allermeisten Franzosen herzlich egal sein, und die Orte für Krönungen oder Beisetzungen sonstiger wichtiger Häupter waren ohnehin die Kathedralen von Reims beziehungsweise Saint-Denis. Die weltweiten, oft hochemotionalen Reaktionen zeigen vielmehr, dass sehr viele Menschen ein sehr persönliches Gefühl des Verlusts empfinden – ob sie Franzosen sind oder nicht, ob sie Katholiken sind oder nicht, ob sie Europäer sind oder nicht. Notre-Dame ist natürlich ein historisch und kunsthistorisch bedeutsames Bauwerk, ein Denkmal und ein Symbol. Notre-Dame ist aber viel mehr. Notre-Dame zählt zu den Orten auf der Erde, die untrennbar mit der Menschheitsgeschichte verbunden sind. Die unverzichtbare und unschätzbar wertvolle Zeugnisse dessen sind, wo wir herkommen. Wie die Höhlenmalereien von Lascaux. Wie die Pyramiden der alten Ägypter oder der Maya, die Hagia Sophia, die chinesische Mauer, die Akropolis von Athen, die Kaaba in Mekka, die Tempel in Angkor Wat. Und viele mehr. Missstände können unterschiedlichste Ursachen haben, oft sind es politische, strukturelle, historische Es ist deshalb völlig unsinnig, marode Schwimmbäder (zugegeben ein Extrembeispiel, aber ein authentisches) gegen Notre-Dame aufzurechnen. So wie das Aufrechnen von Dringlichkeiten ganz allgemein sehr selten sinnvoll ist. Missstände können unterschiedlichste Ursachen haben, oft sind es politische, strukturelle, historische. Und dass auch sehr viel Geld sehr oft nicht sehr viel ausrichtet, sieht man an den überschaubaren Effekten etwa von Entwicklungshilfe oder mancher Subventionen. Branddirektor nach Notre-Dame: Kirchenbrände sind schwer zu löschen Vielleicht aber kann diese Diskussion, so mühsam und vergeblich sie sich anfühlt, doch eines bewirken: Dass wir uns klar machen, was uns wirklich etwas bedeutet. Dass wir einerseits unser kulturelles Erbe mit neuer Wertschätzung hüten. Schließlich ist allein die Tatsache atemberaubend, dass da ein Bauwerk viele 100 Jahre und viele Aufstände, Revolutionen und Bilderstürmungen überlebt hatte. Und dass wir andererseits die Katastrophe von Notre-Dame zum Anlass nehmen, endlich all die Missstände anzupacken, die wir inzwischen als mehr oder weniger unabänderbar hinnehmen. Das eine tun, ohne das andere zu lassen, also. Vielleicht profitiert davon ja irgendwann sogar das ein oder andere Schwimmbad. Dem ist nichts hinzuzufügen
@ Thomas: Gut kommentiert. Hinzufügen mag indessen jeder, was er will.
Na gut. Dann soll es so sein. Ich werde jedenfalls keinen Cent für ein Gebäude spenden. Nicht einmal, wenn es um die Notre Dame geht. Ich spende weiterhin dafür wovon ICH überzeugt bin, dass es wichtiger sei. Für den Erhalt der Artenvielfalt und für die Ozeane. Hauptsächlich für Haie. Denn eins ist sicher: sterben die Haie aus, sie werden uns mit ins Grab ziehen. Wir KÖNNEN NICHT ohne ein funktionierendes Ökosystem überleben und die Haie kontrollieren das Ökosystem der Ozeane. Wir haben die letzten 30 Jahren die Bestände dermaßen dezimiert, dass viele Arten schon auf der Rote Liste stehen. Ich weiß, vielen hier mögen es nicht einmal wissen, was für eine Liste ich hier meine. Noch weniger interessiert es, noch weniger wissen überhaupt was von diesen Tieren, außer falsche Blödsinn was die Medien verbreiten. Viele lassen sich Botox spritzen und wissen nicht einmal, dass es ein Haiprodukt ist. Oder Lippenstifte. Schillerlocke, Fish&Chips....übrigens es ist hochgiftig. Nun, hiermit möchte ich diesen Blog hier zu schließen und bedanke mich für das „mitreden“.
Da fällt mir ein, dass mir vor wenigen Jahren ein Berufskollege, der noch als Kapitän zur See fährt, ganz aufgeregt aus Cape Town eine SMS geschickt hat: Hat doch tatsächlich ein Hai einem seiner Fillipinos beim Aussenbordsmalen vom Floss aus in den Hintern gebissen... (Ich wusste nicht, das Botox vom Hai kommt. Ich dachte immer, dazu würden Bakterienstämme in Tanks gezüchtet.) Na, alle wieder da vom Ostermarsch?
Squalen ist der Grundlage vieler Kosmetik immer noch. Der Name der Stoff von den lateinischen, Squalus heißt auf Latein Haifisch. (Wobei Haie sind keine Fische, aber viele wissen es auch nicht. ) Der Leber der Haie enthält sehr viel Squalen. Dieser Stoff macht den Lippenstift so geschmeidig und es spielt auch in menschlichen Stoffwechsel eine Rolle. Nun, da man keine Menschen opfern kann für Kosmetik..... wird dafür unsere Ökosystem geopfert. (Wobei das vom Menschen opfern fällt mir gerade ein: es wird schon gemacht. Googlet mal die Themen Organspende in China. Und es wird bald durch deutschen Politiker importiert. Wir sollen alle automatisch Organspender werden in Kürze. Wie DAS wohl mit dem christlichen Werte unter einem Hut kehren lässt? Damit werden einige bald Milliarden verdienen. Ohne mich! Ich bin vorher hier weg. )
Hier zeigt sich halt ein perverses Ergebnis eines recht freizügigen Kapitalismus: Es gibt inzwischen einfach zu viel Geld in zu wenig Händen. Auf der anderen Seite: Die armen Reichen wissen ja schon lange nicht mehr, wohin mit all dem schnöden Mammon und so ist das Ganze ja ein nettes Investment, bei dem sicherlich neben einem Messingschild irgendwo an der Wand der Kirche, ein ewig gutes Image am edlen Spender*in hängenbleibt. Und das Geld ist ja auch nicht verloren, sondern es gelangt über den Geldkreislauf direkt in die Taschen vieler Firmen und Arbeitnehmer. Dass nun aber gleichzeitig auch viele Franzosen leicht angesäuert die Stirn in Falten legen, weil Geld an allen Ecken und Enden fehlt und hier plötzlich die Quellen nur so sprudeln, das darf man ruhig verstehen und auch anerkennen. Ein soziales System, das vom Goodwill einiger weniger Spender abhängt, das ist im Prinzip das Letzte und der - gerade Frankreich so bedeutende Dreiklang aus Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit wird hier ziemlich in den Allerwertesten getreten.
@weber1 Amen. Du sprichst mir aus der Seele!