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Visual_Pleasure
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Die Geldübergabe als Romantik-Killer – oder: Die Metatheorie zu meinem Köln-Event

Ich hatte im Dez. drei Hypothesen zu den Voraussetzungen, Sexarbeit mit Genuss konsumieren zu können, formuliert:

Und zwar hatte ich behauptet, wer den Konsum von Sexarbeit genießen möchte, müsse entweder die Fähigkeit haben, die Geldübergabe, die dem Sex vorausgeht, schnell zu vergessen; oder müsste gerade die in dem Akt des Kaufens (hier: des Kaufens von Sex) liegende Machtausübung genießen; oder müsse das bloße Anliegen haben, pragmatisch bestimmte sexuelle Handlungen zu erleben (also Sex OHNE Girlfriend-Illusion):

kaufmich.com/Visual_Pleasure/blog/Koennte_ich_mich_in_eine_Kundin_verlieben_

Nun ist bekannt, dass Sexarbeit vor allem von Männern konsumiert wird. Die allermeisten Frauen scheinen – zum Guten oder Schlechten – jene Fähigkeit oder Bereitschaft zu vergessen (Hypothese 1), jenes Machtausübungsbedürfnis (Hypothese 2) und jenen Pragmatismus (Hypothese 3) nicht zu haben.

Für das Event, das ich in nächster Zeit in Köln, Bielfeld, Bremen, Hamburg und Hannover vor allem für potentielle Kundinnen anbiete, habe ich daher überlegt: Wie kann ich den ‚kalten Schauer’ (*), der in der Geldübergabe liegt, möglichst minimieren? Wie kann ich den Bruch zwischen dem Modus des Juristisch-Ökonomischen (Vertragsschluss und Bezahlung) und dem tendenziell ‚romantischen’ Charakter der Dienstleistung möglichst minimieren?

Und beim Nachdenken über diese Frage bin ich auf die Idee gekommen, die Geldübergabe in das erotische Spiel zu integrieren: „Du kommst als Postbotin zu mir und klopfst an die Tür meines Hotelzimmer und sagst: ‚Ich habe hier eine Wertsendung für Sie und benötige eine Empfangsquittung.’ Ich sage: ‚Dann kommen Sie bitte herein. Ich müsste zunächst den Inhalt überprüfen.’ – Du übergibst mir den Briefumschlag mit meinem vereinbarten Honorar. Ich zähle nach und behaupte: …“ (kaufmich.com/Visual_Pleasure/blog/Fuer_Postbotinnen___Kundinnen)

Ich bin selbst gespannt, ob mir dieser ‚Szeanrio-Trick’ Kundinnen einbringt… (bisher gab es hier zwei Anfragen und eine weitere bei einem anderen Portal, aber noch keine verbindliche Buchung…) – und während des Abwartens würde ich gerne von den Kolleginnen, die außerhalb der Sexarbeit bisexuell oder lesbisch sind, erfahren:

Habt Ihr schon mal Kolleginnen gebucht? Wie war es für Euch Sexarbeit zu konsumieren statt zu leisten? War es ein Erlebnis, das Ihr wiederholen möchtet, oder hatte sich das für Euch eher nicht gelohnt?

(*) „Die Bourgeoisie hat in der Geschichte eine höchst revolutionäre Rolle gespielt. Die Bourgeoisie, wo sie zur Herrschaft gekommen, hat alle feudalen, patriarchalischen, idyllischen Verhältnisse zerstört. Sie hat die buntscheckigen Feudalbande, die den Menschen an seinen natürlichen Vorgesetzten knüpften, unbarmherzig zerrissen und kein anderes Band zwischen Mensch und Mensch übriggelassen als das nackte Interesse, als die gefühllose ‚bare Zahlung’. Sie hat die heiligen Schauer der frommen Schwärmerei, der ritterlichen Begeisterung, der spießbürgerlichen Wehmut in dem eiskalten Wasser egoistischer Berechnung ertränkt.“ (https://marxists.org/deutsch/archiv/marx-engels/1848/manifest/1-bourprol.htm)

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