Achtung! Dieses ist der 2. Teil meines Blogs
"Aktuell: Ich glaub es geht schon wieder los"!
Bitte zum Verständnis vorab unbedingt den 1. Teil lesen...Merci...
Denn:
Hochgezogene Augenbrauen und herablassend-diskriminierende Behandlung bei der Anmeldung sind noch das Geringste...obwohl auch das schon für viele Menschen wirklich kränkend und seelisch belastend ist...
Aber es geht noch schlimmer:
Wer es wagt, sich offen und ehrlich zur Sex-Arbeit zu bekennen...muss immer noch mit Existenz-bedrohenden Folgen rechnen:
Viele Banken lehnen auch 2023 eine Kontoeröffnung für Sex-Arbeitende ab!
Viele Vermieter agieren ähnlich:
"Ups - eine Prostituierte?
So was gibts in unserem "ehrenwerten Haus" nicht"!
Viele Steuerberater:
"Oh no...solche Aktivitäten überstützen WIR nicht noch durch Beratung"!
Potentielle Arbeitgeber: "Sex-Arbeit im Lebenslauf...und sie wagen es wirklich, sich hier in diesem seriösen Rahmen zu bewerben?"
Und seid versichert:
Das sind keine "Kann-sein-Fälle", sondern viele reale Erfahrungen von mutigen Menschen aus dem Erotik-Business, die es gewagt haben...sich zu bekennen...
Also: Liebe Politkerinnen!
Hört auf, UNS mit irgendwelchen Verbotdiskussionen, die uns vermeintlich schützen sollen, wieder zurück ins gesellschaftliche Abseits zu drängen!
Und UNS zu benutzen, um Euch politisch zu profilieren...denn ja...in diesem Jahr gibt es ja mal wieder zwei sehr wichtige Landtagswahlen...
Aber vielleicht solltet IHR in Eurer Wahl-Profilierungsphase noch zur Kenntnis nehmen:
Die meisten Wähler/innen unterstützen NICHT das sogenannte "schwedische Modell"!
Die letzten Umfragen von Allensbach ( 2020 ) und Emnid ( 2014 ) zeigen auch über die Jahre ähnliche Zahlen:
Rund 52% der Befragten sind gegen ein Verbot der Sex-Arbeit, 30 % unentschieden Und nur rund 15% waren explizit für ein Sexkaufverbot.
Und die Mehrheit der Befragten sagte ebenso deutlich, Kontakt mit Sex-Arbeiterinnen sei "Privatsache"....aber genauso wichtig sei es, daß der Staat aktiver gegen Menschenhandel und Zwangsprositution vorgehe....
Dieses Land ist also toleranter, als IHR meint!
Also, hört endlich auf, uns zu DISKRIMINIEREN!
Lernt ENDLICH zu unterscheiden zwischen selbstbestimmter Sex-Arbeit und Menschenhandel!
Redet mit UNS, nicht über uns!
Und vor allem:
Helft denen, die wirklich Hilfe brauchen...damit sie eben den Menschenhändlern nicht ausgeliefert sind!
Das ist aber nur möglich, wenn man auch diese Menschen ( in der Mehrzahl ebenso Frauen ) nicht mit Stigmatisierung "zurück ins Dunkel drängt"...
Sondern sie - genauso wie uns - mit Achtung und Respekt UNTERSTÜTZT...
Ich hoffe...
Alles Liebe!
Marie-Rose

