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Begehren in einer Partnerschaft
Begehren in einer Partnerschaft

Es ist doch immer dasselbe: Man ist verliebt, hat wunderbar innigen Sex und eine echt gute Zeit. Es folgen Verlobung, Heirat und irgendwann wird der Sex weniger. Das schleicht sich ganz unbemerkt ein und das gegenseitige Begehren lässt nach. Erst werden die Abstände größer, dann kommt eine Flaute. Es folgen Versuche, etwas zu ändern, und meist bleibt ein Mann zurück, der Lust hat, darum betteln muss und irgendwann nur noch zu besonderen Anlässen Sex bekommt. Vielleicht im Urlaub, in Hotels oder sogar nur noch an Geburtstagen oder Feiertagen. Die Frau scheint damit häufig vollkommen zufrieden zu sein. Dass auch Schwangerschaften, körperliche Veränderungen und seelische Belastungen eine Rolle spielen können, ist natürlich logisch. Aber gehen wir einmal von einem Paar ohne solche zusätzlichen Belastungen aus.

Das Wort „Begehren“ beschreibt es eigentlich ganz gut. Nach allem, was mir Männer erzählen, scheint ihr Begehren häufig einem ganz unmittelbaren sexuellen Trieb zu folgen. Bei Frauen beobachte ich dagegen oftmals, dass sie etwas ergründen, sich neu entdecken und vor allem selbst wieder begehrt fühlen wollen. Das Begehren des eigenen Mannes haben sie schon zur Genüge aufgesogen. Es bietet keinen besonderen Kick mehr, ist nichts Neues und im Laufe der Beziehung ist die körperliche Vereinigung irgendwann kein „Wow“ mehr, sondern nur noch ein „Kennichschon“.

Eine Frau betrügt nach meiner Beobachtung seltener als ein Mann. Sie findet sich mit dem Zustand eher zurecht und erklärt das Thema für sich irgendwann für erledigt. Und was macht der Mann? Weil er ja eine ansonsten gesunde Ehe führt, seine Frau nicht verletzen möchte und sie schließlich liebt, lässt er sich seine eigene Sexualität gleich mit abschalten. Vielleicht hat man auch eine gemeinsame Familie mit Nachwuchs aufgebaut. Ihr kennt die ganzen verständlichen Antworten, wenn man jemanden fragt, weshalb er überhaupt noch mit seiner Partnerin zusammen ist.

Und hier komme ich wieder zu meiner Frage: Müsste die Frau an dem Punkt, an dem sie selbst merkt, dass sie keine Lust mehr auf Sex hat, ihrem Mann nicht die Freiheit geben, sich diese Erfüllung außerhalb der Beziehung zu suchen? Wäre er dadurch nicht ausgeglichener, glücklicher und vielleicht sogar ein besserer Partner und Freund? Klar, die Frau hat dann womöglich angst, dass er sich in eine Geliebte verliebt und bei ihr bleibt. Aber wäre dieses Risiko nicht besser, als gemeinsam bis zum Lebensende in einer sexlosen Beziehung dahinzudarben?

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