Nun bin ich für ein paar Tage mit Freunden im Urlaub und muss sagen: ihr fehlt mir jetzt schon. Ich liebe meine zwar sehr seltenen aber um so schöneren Treffen mit euch. Die allermeisten von euch sind verheiratet - und das ist auch gut so. Gut für beide Seiten, denn es wird klar formuliert, dass man sich eine schöne gemeinsame Stunde macht und danach jeder seiner Wege geht. Ich liebe meine „Kunden“ auch nicht — und werde es auch niemals tun. Es ist eher wie einen guten Bekannten treffen oder zum Lieblings-Italienischer gehen: ehrliche Freude (bei den meisten), die Zugewandtheit ist aber zeitlich begrenzt.
Ich bin wirklich dankbar für euch. Mit vielen pflege ich schon fast ein freundschaftliches Verhältnis. Ich kenne eure Sorgen, eure Familienthemen, Vorlieben… Anfangs hatten einige von euch ein schlechtes Gewissen ihrer Partnerin gegenüber. Und indem wir darüber sprachen, wurde vielen bewusst: wenn ich als Mann versuche, meiner Partnerin körperlich treu zu sein, kann es passieren, dass ich mir selbst untreu werde, meine eigenen Bedürfnisse dauerhaft hintenan stellen muss.
Und das ist doch der Punkt. In unserem Alter (Ü 50) möchten einige Frauen nur noch sehr wenig oder gar keinen Sex mehr. Das ist ja erstmal auch total in Ordnung. Aber was passiert dann mit dem Mann? Ich meine, ausschwitzen kann er „es“ ja nicht. Ich frage mich: Was hat es denn bitte mit echter Liebe zu tun, wenn ich meinem Partner verbiete, woanders - diskret und unkompliziert - Sex oder Berührungen zu spüren, nur weil ich als Ehefrau es selbst nicht mehr oder viel weniger brauche? Was ist denn daran Liebe? Das ist wie duschen dürfen, aber bitte ohne nass zu werden.
Und deshalb glaube ich, dass GERADE der Sex mit SDLs eine Ehe, eine Beziehung retten kann.
Denn solange der Mann zu uns kommt, ist die Wahrscheinlichkeit viel geringer, dass er sich - frustriert wegen des fehlenden Sexes - eine neue Partnerin oder eine dauerhafte Affäre sucht. Und: da SDLs (hoffentlich) nur geschützte Praktiken anbieten, können die Männer ihre Frauen zu Hause später auch nicht mit irgendwelchen Warzen, Viren oder Krankheiten anstecken.
Viele haben angst, den langjährigen (Ehe-) Partner zu verlieren, den sie lieben. Das verstehe ich. Aber ich glaube, den Menschen an seiner Seite wird man viel eher verlieren, wenn man ihn zwingt, körperlich treu zu sein, ohne ihm eine Alternative für sein Bedürfnis anzubieten. Treue finde ich wichtig. Aber Treue ist in einer Beziehung das, was beide Partner gemeinsam als solche definieren.


Kann ich so unterschreiben.
Sehr schön geschrieben. Ist auch genau meine Meinung.
Sehe es wie Error. Ich glaube dass nur ganz wenige Ehefrauen ihrem Ehemann den Gang zur SDL verzeihen würden. Im Gegenteil: sie sehen es als noch schlimmer als eine Affäre an. Mag unlogisch klingen. Die Ehefrau beansprucht das Monopol auf Sex, selbst wenn sie selber keinen Sex mehr möchte. Leider kann man darüber mit ihr nicht verhandeln.