Im Sommer 2019 war ich auf einem sex positiven Festival. Für mich galt beim Sex schon immer: Kein Schutz, kein Spaß. Ich fühlte mich auf der sicheren Seite. Aus Neugier besuchte ich dort jedoch spontan einen Workshop über sexuell übertragbare Infektionen (STIs) und der wurde zum echten Augenöffner.
Mir wurde klar: Kondome bieten hervorragenden Schutz, aber eben keine hundertprozentige Garantie gegen jede Infektion. Dazu kommt, dass viele STIs völlig symptomlos verlaufen. Mit diesem Wissen im Gepäck machte ich kurz darauf meinen allerersten STI Test bei einer Teststelle: blutabnahme, Urinprobe und Abstriche (oral, vaginal, anal). Ich war tiefenentspannt und rechnete fest mit einem negativen Ergebnis.
Doch wenige Tage später kam der Anruf. Das Ergebnis: Ich hatte Tripper (Gonorrhoe) und das absolut symptomlos.
Nach dem ersten kurzen Schreck stellte sich eine riesige Erleichterung ein. Ich war unglaublich froh, mich getestet zu haben, denn ohne diesen Test hätte ich die Infektion unwissentlich weitergegeben. Nach einer gezielten Behandlung war das Thema erledigt.
Seit dieser Erfahrung hat sich meine Einstellung grundlegend verändert: Ein vollständiger STI Test gehört für mich seitdem fest zum Terminkalender.
Leider begegnen mir immer noch viele Missverständnisse. Viele glauben etwa, eine blutspende reiche als STI Check aus, doch blutspendedienste testen nicht auf Infektionen wie Chlamydien oder Tripper, für die Abstriche nötig sind.
Für mich steht fest: Sex macht erst dann wirklich Spaß, wenn man sich miteinander sicher fühlt. Sich testen zu lassen hat nichts mit Misstrauen zu tun, sondern zeigt Respekt, Selbstliebe und Reife. Wir haben nur dieses eine Leben und Verantwortung zu übernehmen ist einfach verdammt sexy!

Selbst ich als Mann lasse mich regelmäßig testen, nicht nur für meine Gesundheit, sondern natürlich auch für die der Partnerinnen auf Zeit, für mich eine Selbstverständlichkeit.