Ich habe eine sehr spezielle Superkraft: Ich kann gleichzeitig Komplimente bekommen und mich trotzdem fühlen wie ein zerknitterter Aldi-Kassenbon.
Body issues sind wild. An manchen Tagen fühle ich mich hübsch, heiß, selbstbewusst.... und an anderen starre ich mein Spiegelbild an wie: „Aha. Interessant. Wer hat denn da nachts heimlich mein Gesicht ausgetauscht?“
Das Verrückte ist, wie sehr Wahrnehmung schwankt. Ich kann geschniegelt aus dem Haus gehen und mich trotzdem „zu viel“ oder „nicht genug“ fühlen. Zu laut, zu weich, zu dick, zu empfindlich, zu irgendwas.
Mein Kopf findet schon kreativ neue Kategorien.
Und irgendwie ist Escort für mich manchmal wie ein kurzer Reality-Check. Nicht dieses Klischee von Luxus und Filmfantasie.
Eher dieses Gefühl, wieder gesehen zu werden. Begehrt zu werden.
Wenn dich jemand ansieht, als wärst du die schönste Frau im Raum, obwohl du vorher zuhause fünf Outfits anprobiert und bei jedem dachtest: „Mutig. Wirklich mutig.“
Natürlich heilt das keine Unsicherheiten. Wäre auch schön billig dann.
Aber es gibt Momente, in denen ich mich wieder weiblich fühle, weich, attraktiv, lebendig. Und manchmal reicht genau das, um die eigene innere Kritikerin kurz zum Schweigen zu bringen.
Diese kleine toxische Stimme, die sonst ungefragt Kommentare abgibt wie ein DSDS-Juror von 2007.
Ich glaube, viele unterschätzen, wie sehr Selbstwert mit Blicken zusammenhängt. Nicht nur mit fremden, sondern auch mit dem eigenen. Und vielleicht lerne ich irgendwann, mich selbst genauso sanft anzusehen wie andere es manchmal tun.
Der Escort ist auf jeden Fall eine super Möglichkeit, dem Ganzen entgegenzuwirken.


Machen Sie sich nicht kleiner als Sie sind. Sie sind bestimmt sehr attraktiv, haben Charme, Sexappeal und Esprit. 💋
Viele Grüße zurück.
Liebe Luna, ich glaube, viel mehr Menschen werden sich in Deinen Zeilen wiederfinden, als Du vielleicht vermutest. Gerade deshalb gefällt mir dieser Text so gut, weil er ehrlich ist und ohne jede Selbstdarstellung auskommt. Besonders der Satz mit dem „zerknitterten Aldi-Kassenbon“ hat mich zum Schmunzeln gebracht, auch wenn dahinter etwas sehr Wahres steckt. Die eigene Wahrnehmung ist manchmal erstaunlich viel strenger als die Blicke anderer Menschen. Mir gefällt, dass Du nicht über Perfektion schreibst, sondern über das Gefühl, gesehen zu werden. Nicht als Rolle, nicht als Idealbild, sondern als Mensch. Wertschätzung, Aufmerksamkeit und ehrliches Interesse können manchmal mehr bewirken als jedes noch so große Kompliment. Und vielleicht liegt genau darin die eigentliche Botschaft Deines Textes: Mit sich selbst gelegentlich genauso freundlich umzugehen, wie man es bei anderen ganz selbstverständlich tut. Danke für diese offenen und klugen Gedanken. Und ganz nebenbei: Dein Humor macht den Text noch ein Stück lesenswerter.