Wenn das Wort Escort fällt, denken die meisten sofort an das Eine: Sex gegen Geld. Ein einfaches Geschäft. Dienstleistung gegen Entlohnung.
Aber wer die Branche kennt, weiß auch die Realität sieht oft ganz anders aus.
Sehr viele Männer buchen nicht nur wegen der körperlichen Komponente. Sie buchen Zeit. Zuhören. Verständnis. Einen Ort, an dem sie keine Erwartungen erfüllen müssen, keine Stärke vorspielen müssen und einfach sie selbst sein können.
Ist Escort also im Grunde oft mehr Seelenarbeit und emotionale Dienstleistung als reines Vergnügen? Und warum tun wir gesellschaftlich immer noch so, als ginge es dabei nur um das Eine?


Nur um das eine ...Nein, denn wir sind hier auf der emotionalen Schiene..hier ist nicht nur der GV gefragt, sondern auch zuhören und verstehen. Euer "Job" erfordert so viel mehr und ihr versteht es ( größtenteils..)
Männer buchen Escorts auch wegen der diskretion. Keine Kopfschmerzen danach, keine Liebes-Gedöns, kein ewiges Geschreibe. Treffen, die Zeit miteinander verbringen und genießen, die Wege trennen sich danach bis auf ein evtl. Wiedersehen. Auch Männer brauchen Nähe, eine kleine Auszeit von zu Hause, Arbeitsalltag...einfach abschalten. Escorts ist nicht nur Sex sondern viel mehr.
Ich würde sagen, beides. Sex ohne Nähe ist so fad wie ein Workout im Gym. Erst das Menschliche, die Emotion bereichert stumpfe Kopulation um den Faktor Individualität und Wertschätzung, macht aus biologischem Trieb ein Event mit Interaktion, an das man sich gerne zurückerinnert. Natürlich macht die Plattform daraus eine bezahlte, unkomplizierte, unverbindliche und akzeptierte Gemeinsamkeit, scheinbar einen Interessenausgleich mit Geld. Das ist der größte Vorteil, kein Gerede um den heißen Brei, keine indirekten Balzrituale, ehrliche Kommunikation um Wünsche und Möglichkeiten. Dazu eine Vielfalt, die sonst so gesellschaftlich nicht akzeptiert wäre. Es kommen Konstellationen zustande, die auf normalem Wege wohl nicht erreichbar wären. Gefangen in einer monogamen Beziehung mit den Bedürfnissen und Erwartungen eines einzelnen Menschen mit dessen Grenzen kommt eine Entwicklung und Erkenntniss eigener Bedürfnisse und Möglichkeiten sehr oft nicht zustande, vieles ist durch eigene und partnerschaftliche Grenzen und Möglichkeiten nicht erlebbar. Ein wenig traurig ist nur, daß so wenig Konsens in Partnerschaften für die Bedürfnisse und Wünsche des anderen besteht und sehr häufig ein Absolutheitsanspruch besteht. Meine Partnerin hat mich nach meiner Scheidung in eine offene Beziehung geführt, wie ich sie bis dato nicht kannte. Gemeinsame Swingerclubbesuche, ihr Ex ist ein guter Freund geworden, es bestehen gewisse Freiheiten untereinander. In ein enges Korsett in monogamer Beziehung möchte ich eigentlich nicht mehr zurück....
Wir alle, die wir hier auf KM aktiv sind, haben sicherlich bis zu einem gewissen Punkt ein konventionelles Leben geführt. Ob nun in einer monogamen Beziehung mit Kind und Kegel, oder in dem bekannten 9-to-5-Job (Dolly Parton: 9 to 5). Irgendwann hat jede/ jeder von uns den Entschluss gefasst, der biederen Langeweile des Alltags zu entfliehen. Die Motive dafür sind sicherlich individuell unterschiedlich. Ich habe für mich die Entscheidung getroffen, dem Narrativ meiner bürgerlichen Existenz zu entfliehen und in dieses herrliche Paralleluniversum einzutauchen. Auf diesem Wege habe ich bezaubernde Damen mit unterschiedlichen Biographien kennengelernt. Manches Rendezvous war leicht und verspielt. Andere wiederum wurden zu langen Gesprächen, die viel länger dauerten als ursprünglich geplant. Es geht somit nicht nur um Sex, sondern auch um die emotionale Komponente der wechselseitigen Zuwendung. Meine Damen: Ich schätze die Achtsamkeit, mit der ihr mir begegnet, Euer Einfühlungsvermögen, Euren Esprit und Eure Intuition. Es ist immer wieder ein tolles Erlebnis, wenn zwischen der Dame und mir dabei eine besondere Verbindung entsteht. Das viel mehr als nur Sex gegen Geld.