
Ein Mann, der seine Erfahrungen gesammelt hat, gilt gerne als selbstbewusst, erfahren und interessant.
Eine Frau, die genauso offen mit ihrer Lust, ihren Wünschen und ihrer Sexualität umgeht, wird dagegen nicht selten ganz anders beurteilt.
Warum eigentlich?
Warum darf ein Mann wissen, was ihm gefällt, während eine Frau sich dafür manchmal noch immer erklären muss?
Warum wird männliche Erfahrung bewundert und weibliche Selbstbestimmung so häufig kommentiert?
Vielleicht sollten wir langsam damit aufhören, weibliche Lust nach anderen Maßstäben zu bewerten als männliche.
Denn Selbstbestimmung ist keine Frage des Geschlechts. Und schon gar keine Frage des Alters.
Mich interessiert eure Meinung:
Ist das tatsächlich noch immer gelebte Doppelmoral oder hat sich unser Denken inzwischen verändert?
Ich bin gespannt auf eure Sichtweisen.

Ich denke, in den letzten Jahrzehnten hat es sich geringfügig geändert
Ich sehe keinen Unterschied und mache für mich persönlich auch keinen daraus. Wir bewegen uns aber in einem Diskurs der Geschlechterdifferenz, die hormonellen, körperlichen, soziokulturellen, ethischen, entwicklungsbiologischen, moralischen und historischen Entwicklungen folgt. Ein Anfang für Veränderung ist gemacht. Tatsächlich folgen wir aber immer noch einer wirkmächtigen, herrschaftsdurchtränkten sozialen Realität. Die biologische Realität ist weitgehend unbestritten und hat mit Chromosomen, Hormonen und Merkmalen zu tun. Die soziokulturelle Realität ist wohl durch Macht und Verhalten entstanden und wandelbar. Mal schauen, wie wir uns da weiter entwickeln...
Mich stört es, dass nicht nur Unterschiede im sexuellen Bereich gemacht werden. Nein, auch im Beruf. Warum wird eine Frau plötzlich von anderen Seiten behandelt, nur weil sie studiert hat, ihren Doktor hat und sogar eine Firma führt? Und abends geht sie ihrem Hobby nach? Daran ist doch nichts verwerfliches. Also ich mag Frauen mit Erfahrung.