
..unvergessene Jahreszeiten
Nach einem gefühlt ewigen Sommer ziehen nun langsam die ersten Herbststürme über uns hinweg. Und sicher bin ich nicht die Einzige, die während des Altweibersommers ein wenig Melancholie ereilt.
Gern denke ich da an meinen ersten Kuss zurück – süßer als alle, die danach kamen, und so herrlich unschuldig.
Es war ein Sommer, der unvergessen blieb. Ein langer, heißer Sommer, angefüllt mit Jungmädchenfantasien. Der letzte, bevor ich den Weg des Erwachsenwerdens beschritt.
Romantik auf einer PaySex-Seite? Ja, warum nicht? Ich glaube, das beißt sich keineswegs.
Doch nun zu meiner Geschichte einer unvergessenen Jahreszeit.
Dass auch dieser Sommer irgendwann in den Indian Summer und schließlich in den Herbst mündete, ist sicher nicht verwunderlich. Und doch ist es ausgerechnet jenes Jahr in den 80ern, das mir immer wieder vor Augen steht, wenn sich hierzulande die Blätter färben.
Ein Junge aus meiner Klasse schwärmte für ein unscheinbares Mädchen mit langen blonden Zöpfen, Zahnlücke und Brille. Tatsächlich fehlten wohl nur noch die Sommersprossen, um das Bild des sprichwörtlich hässlichen Entleins zu vervollständigen, das ich damals war.
Es war ein schier endloser Sommer. Die Maisfelder standen in voller Reife und wir streiften durch sie hindurch, spielten Verstecken, gingen schwimmen und taten all die Dinge, die Kinder in einem solchen Sommer eben tun.
Er steckte mir auf dem Heimweg Gänseblümchen ins Haar. Gott, war mir das peinlich! Und als er begann, unsere Initialen mit Kreide auf Wände und Wege zu malen, hatte ich vor allem eine Sorge: Was, wenn meine Eltern das sahen?
Und doch war es wunderschön.
Wir teilten in jenem Sommer so viele Wege. Bis er sich schließlich ein Herz nahm und ich meinen ersten Kuss bekam.
Süßer als alle, die danach kamen, und so herrlich unschuldig.
Vielleicht war es genau dieser Kuss, der das Ende einer Zeit besiegelte, in der alles noch neu und aufregend war.
Auch dieser Sommer mündete unweigerlich in den Herbst, und unsere Wege trennten sich, wie so häufig im Leben.
Geblieben ist die Erinnerung an einen unvergessenen Sommer. An Gänseblümchen, Kreidezeichnungen und reife Maisfelder. An meinen ersten Kuss.
Und an ein kleines Entlein, das noch gar nicht ahnte, dass einmal ein Schwan aus ihm werden würde.
...

Bist du nicht neugierig, was aus ihm geworden ist? Manchmal findet man Menschen, im Internet, die man nicht angezeigt bekommen will 😉