Ich für meinen Teil habe es in meinem Leben nur drei mal erleben dürfen... drei mal hat mich der Pfeil das Amors getroffen... und das ist alles schon so lange her. Ich habe es vergessen, wie das war. Der Alltag verdrängt einiges. Der Alltag sorgte zumindest in meiner Partnerschaft dafür, dass ich mich über die Jahre mehr mit PornHub usw. beschäftigt habe, als mit einer/meiner Frau. Die Gründe kennen sicher viel von Euch hier aus unterschiedlichsten Beweggründen, die ich heute nicht diskutieren möchte.
Vielmehr geht es mir um das, was wir hier wollen, können, dürfen. Wie moralisch oder unmoralisch das ist.. oder?
Als ich erstmals auf KM gestoßen bin hab ich mich auf all die geilen Aussagen gestürzt, die mir die Vision vergegaukelt haben, dass meine PornHub Phantasie hier real ausgelebt werden kann. Ich habe bald festgestellt: Porno kann ich nur für mich. Porno geht mit mir nicht, wenn ich mich mit einer Frau treffe, die theoretisch aus Brazzers, Realitykings oder anderen Bezahlpornoseiten geflohen ist... grins (Achtung: das gilt nur für mich!!!!). Schnell hab ich gemerkt... ich kann das gar nicht... ich bin völlig fehl am Platz. Die Enttäuschung war jedes mal gewaltig.
Trotzdem habe ich eine große Sehnsucht nach echt ausgelebter Sexualität... meine Erfahrungen machte ich dann schnell auch mit Frauen, die sich offener und persönlicher dargestellt haben. Und auf einmal wurde es anders... ich konnte feststellen, dass es auch dann ein schönes Treffen war, wenn es nicht perfekt geklappt hat, weil der zwischenmenschliche Aspekt funktioniert hat... Hand aufs Herz... in wie vielen Partnerschaften hat es wirklich gut geklappt mit der gemeinsamen Sexualität... also ich habe das nur sehr wenige Male erlebt.
Aber was bedeutet das für mich und meine eigene Moral? Aufeinmal war es doch ganz nett... aber ich bin fremd gegangen... uuups
Dann passierte etwas für mich völlig unvorstellbares: mit einem Date hat es so krass gepasst, dass mir Hören und Sehen verging... es war wie mit meiner ersten großen Liebe nur das gleich beim ersten Date. Ich war so überwältigt, dass ich mich völlig verlohr. Und ich brauchte einige Wochen um das aufzuarbeiten und es für mich einzuordnen.
Aber das ist ja auf einmal noch viel krasser! ... also ich äh... verliebe mich in einen Date und liebe trotzdem meine Frau? Hä??? Kann das, darf das?
Und ich habe viiiiel gelesen und bin immer noch dabei.
Hier also mein aktuelles Fazit... das sich sicher noch verändern wird:
Wir, unsere Gesellschaft, setzen Treue immer mit sexueller Treue gleich. Wir heiraten und haben eine "Hochzeitsnacht"... hoffentlich ne einzigartige. Wir heiraten aus Liebe vor allem aber aus sexueller Liebe. Wir sind untreu, wenn wir mit anderen Partnern Sex haben... kann Treue nicht noch viel mehr sein? Ich stehe zu meinem Partner. Er ist mein Fels in der Brandung. Wir teilen viele Gemeinsamkeiten und den größten Teil unseres Lebens. Unsere Kultur unsere Geschichte reduziert uns und unsere TREUE auf die sexuelle Treue.
Was meint Ihr? Wie steht Ihr dazu? Ich freue mich über viele anregende Kommentare.
Herzliche Grüße, der PSSST.


Wir sind die, die wir numal sind! Wir entwickeln uns hoffentlich im Laufe unseres Lebens durch Lernen und Erfahrungen, unsere Erkenntnis wächst und macht uns im Idealfall zu kompletteren Menschen. Nur sehr selten ist zu einem Zeitpunkt X abzusehen, ob der in diesem Moment ideal erscheinende Partner tatsächlich im Laufe unserer Entwicklung immer weiter zu uns passt, ob wir uns im Laufe ergänzen, eine Entwicklung, auch wenn sie uns nicht gefällt, zulassen und den Partner dabei unterstützen oder durch Auflagen einschränken. Vieles, was uns nicht gefällt, wäre aber zu gewissen Situationen für unseren Partner toll für seine/ihre Entwicklung und es wäre bei Liebe konsequent, den eigenen Partner nicht durch eigene Einschränkungen oder Ressentiments zu beschränken. Egal, ob das kognitiv, emotional oder sexuell wäre, eine Unterstützung in der Erweiterung einer Erkenntnis sollte ohne eigene Unzulänglichkeiten wie Geiz, Eifersucht, Besitztum oder Macht ermöglicht werden, wenn es ideal sein soll. Hier kommt auch P6 ins Spiel, wo man sich der Situation bewußt ist, Sex gegen Geld ist gesetzt, falsche Erwartungen oder Gefühle werden eher nicht geweckt, man kann sich im Rahmen der abgesprochenen Grenzen austoben, ohne emotionale Leichen zu hinterlassen. Aber natürlich geht man fremd, tut man übrigens für kulinarische Genüsse in einem Restaurant auch, wenn man nicht zu Hause ißt. Die Frage ist eigentlich nur, ob man jemanden dabei verletzt oder nicht, ob man jemanden hintergeht oder nicht oder warum man das evtl. tun muss, um ihn/sie nicht zu verletzen. Eifersucht und Alleinstellungsmerkmale sind höchst egoistische Macht- und Besitzansprüche, die den Partner in seiner/ihrer Entfaltung zu bestimmten Dingen limitieren. Sind sie überwunden, ist ein Abenteuer nur eine kurze Zeit mit jemandem anderem ohne Konsequenz für die Beziehung. Liebe bedeutet den Menschen in all seinen Facetten und in seinem Denken zu mögen und zu unterstützen, nicht nur in seiner/ihrer "sexual Attraction". "Sexy isn´t about Boobs or Butts. It´s about the way you walk, the way you talk and the way you think". Deswegen wäre es aus meinen Augen kein Beinbruch oder kein Betrug, wenn sich meine Partnerin mal auf jemanden anderes einlassen wollte für rein sexuelle Kontakte zur Bereicherung ihrer Erkenntnis. Aber was ist Moral? Das, was die meisten für richtig halten oder das, was uns in Gesetzen und Glaubensanleitungen als richtig erdacht wurde oder uns zu gefügigen Schafen macht, die beliebig lenkbar sind wie Lemminge....? Selbstredend braucht es Grenzen des guten Geschmacks und der Abwendung von Sodom und Gomorra zur maßvollen Interaktion untereinander um niemandem Schaden zuzufügen oder zu überfordern. Im Idealfalle sind wir aber bei immer besserer Erkenntnis immer besser in der Lage, unseren Horizont zu erweitern ohne anderen dabei Schaden zuzufügen indem wir immer besser verstehen, was uns als Menschen ausmacht, antreibt und besser macht.
Mit demThema habe ich mich mal befasst, intensiv sogar. Viele verwechseln da "Sex mit vielen" mit "Liebe zwischen vielen". Einfache Frage - Wäre es für dich also auch in Ordnung ,wenn deine Frau und Freundin andere Männern eben dir hat? Das ist oftmals der Knackpunkt. Vieleicht ist " Promiskuität" passender, für das was du meinst?
Ein großes und spannendes Thema. Ich denke, über nichts wird so oft gesprochen, wie über das Thema Treue und Beziehung. Ich bin allerdings nicht sicher, ob immer mit der eigenen Frau...frei nach dem Motto "Nachtigall ick hör Dir trapsen..." die Frage, seitens der Frau wird sein..warst Du mir schon untreu oder warum die Frage..Erklärungsnöte vorprogrammiert...nicht jede Frau möchte ja mit anderen Männern schlafen...von Eifersucht mal ganz zu schweigen...Es ist und wird immer eine Gratwanderung bleiben.
Menschliche Treue sag ich immer. Körperliche Treue ist was anderes