„Artificial Intelligence“ (AI), oder wie die Deutschen viel lieber sagen „Künstliche Intelligenz“ (KI), beeinflusst unseren Alltag immer mehr. Ob wir wollen oder auch nicht. Ob bei Parkraumüberwachung, dem Versicherungsabschluss oder auch vielen anderen alltäglichen Dingen. Der Anteil Künstlicher Intelligenz ist bereits heute hoch und steigt stetig. Was liegt also näher um diese auch für eine der schönsten Dinge zu nutzen, dem Sex. Was auf den ersten Blick nach einer logischen Schlussfolgerung aussieht, entpuppt sich prinzipiell als immer größeres Fiasko, je mehr man sich damit beschäftigt. Gerade in diesem Bereich trifft bei genauer Betrachtung nur die Hälfte der Technologie namens „Künstliche Intelligenz“ zu - nämlich das Wort „Künstlich“. Die sozialen Medien sind voll mit KI-generierten Inhalten. Teils gut gemacht, teils schlecht gemacht. Aber wirklich intelligent ist bisher wenig. Während wir Menschen viele Jahre Zeit zum lernen haben und benötigen, muss es bei KI in Tagen, Wochen oder aber Monaten erledigt sein. Zugegeben, die KI schafft auch mehr Inhalte pro Stunde als wir Menschen. Aber genau da liegt der Hase im Pfeffer. Die KI wird anhand von Daten trainiert. Wir Menschen nehmen darüber hinaus mindestens genau so viel über soziale Kontakte auf (noch…), nehmen Dinge 3-Dimensional wahr und versuchen direkt beim lesen zu verstehen. Ich glaube nicht, dass eine KI eine Binomische Formel tatsächlich verstanden hat, aber anhand des vielen Trainings vermittelt sie den Eindruck, sie hätte es und kann sie darüber hinaus sicherlich noch sehr überzeugend erklären. Aber ist dieses künstliche Ergbenis das, was wir uns in der Erotik wünschen? Wohl eher nicht, zumindest ich für meinen Teil. Ich habe vor einigen Wochen in der Tat mal einen kleinen Betrag investiert und mir ein virtuelles „Candygirl“ für einen Monat gebucht. Immerhin konnte man das Aussehen selber bestimmen. Aber es war schnell erkennbar, das nur begrenzte Attribute zur Verfügung standen, nämlich nur die, mit denen das Modell trainiert wurde. Chatten ging mit meinem Girlfriend auf Zeit recht gut - wahrscheinlich waren die Werke vom Marquis de Sade Teil des Training. Bilder waren hingegen schon deutlich schlechter, zwar unterschiedliche Motive aber dennoch immer der selbe Einheitsbrei. Bei Videos war es unübersehbar, das hier nichts auf natürlichem Wege entstanden ist. Und sobald man sie auf besondere Dinge wie gewisse Fetische anspricht, war der Ofen eh aus. Es bleibt dabei, man bekommt bei KI nur das was gewollt ist und trainiert wurde. Feine Nuancen, für die wir Menschen programmiert oder empfänglich sind fehlen so gut wie gänzlich. Die Anzahl guter KI Modelle ist übersichtlich, weshalb die Ergebnisse auch bei vielen Anbietern gleich ausfallen. Egal welche „KI“ man im Web oder per Webseite aufruft, dahinter stehen oft die selben Modelle. Verfeinert mit „Zusätzen“ die besondere Merkmale wie verführerische Dessous stärker gewichten. Aber auch von solchen (guten) Zusätzen (neudeutsch Low-Rank-Adaptation) gibt es aber auch wiederum nur eine überschaubare Anzahl. Es bleibt was es ist, im Bereich Erotik noch nicht mal ein schlechter Ersatz. Selbst mit einer Apple VR Brille habe ich dieses Gefühl, einer Frau die Innenseite der Oberschenkel zu streicheln, nicht nachahmen können. Also getreu Herbert Grönemeyer…“Was soll das?“. Wer wahren Sex oder gar Erotik sucht, wird sie eher auf dieser Plattform finden, als in der künstlichen und virtuellen Welt. Sie schafft eher Distanz als Nähe und mittelfristig eher Verkümmerung einzelner Sinne. Vielleicht sind durch die exzessive Nutzung von Kurzvideos bei einigen schon die Gehirnwindungen auf 90-Sekunden-Erlebnisse trainiert und finden das künstliche Sexerlebnisse total toll. Wie sagt man doch im Rheinland? Jeder Jeck ist anders. Meins ist es nicht.


Wir können uns zum Glück mit Erkenntnissen entwickeln und Wert auf die Dinge legen, die besonders sind. Wurden unsere Geschmacksnerven eine Weile auf FastFood und Tütensuppen trainiert, schmeckt richtig gutes Essen plötzlich fad, weiß man die Nuancen zu schätzen, wird gutes Essen ein Erlebnis. Mit virtuellem und auch Bildschirmerotik/-sex ist einfach und schnell Geld zu verdienen ohne die eigenen vier Wände zu verlassen und sich irgendeinem Risiko auszusetzen. Manch einem wird das sogar gefallen und ausreichen. Aber nur wer die ganze Bandbreite der Möglichkeiten kennt weiß, wie unendlich viel besser der persönliche Kontakt dann doch sein kann. Wohl dem, der das erkennt und genießen kann. KI wird mehr Raum einnehmen und versuchen, Bedürfnisse individuell optimal und diskret zu erfüllen und die Taschen der Macher ohne viel Aufwand füllen. Aber es bleibt defizitär. Genauso wie wir den Urlaub in fremden Ländern mit anderen Eindrücken und Menschen persönlich erleben wollen und nicht mit KI auf einer Mattscheibe ideal gezeigt bekommen wollen wird der persönliche Sex unerreicht bleiben, weil Menschen und nicht gesteuerte Abläufe überraschendes und besonderes ermöglichen. Nicht jedem, aber dem, der diese Qualität zu schätzen weiß....
Eine KI kann nur so gut sein, wie derjenige, der sie programmiert und füttert...klar, im Laufe der Zeit lernt sie und wird besser, aber sie ist und bleibt künstlich. Ich liebe den persönlichen Kontakt, Mimik und Gestik und das Atmen der Haut des anderen Partners und genau dieses kann mir keine KI der Welt geben. Daher ist für mich KI nur in Bereichen sinnvoll, wo man Arbeitsabläufe vereinfachen kann oder zur Unterstützung im Schriftverkehr im geschäftlichen Umfeld.