„Du bist ganz schön professionell.“
Was außerhalb der Branche wie ein Kompliment klingt, kann im Paysex plötzlich fast wie ein Vorwurf wirken. Aber warum eigentlich?
Neulich habe ich in einem Blog gelesen, dass sich ein Kunde darüber beschwert hat, eine Dame sei „zu professionell“ gewesen. Das hat mich nachdenklich gemacht.
Denn wenn man den Begriff ganz nüchtern betrachtet, ist daran zunächst einmal überhaupt nichts Negatives. Professionell bedeutet, eine Tätigkeit beruflich und gegen Bezahlung auszuüben – und im alltäglichen Sprachgebrauch außerdem: sachkundig, souverän und fachlich versiert.
Und wenn ich ehrlich bin: Ja. Ich bin eine Professionelle.
Ich übe meine Tätigkeit gegen Bezahlung aus. Ich bin angemeldet, zahle Steuern, achte auf Verhütung, gehe regelmäßig zu Gesundheitskontrollen und lege großen Wert auf Diskretion, Zuverlässigkeit und einen respektvollen Umgang.
Was genau davon sollte nun negativ sein?
Interessanter wird es, wenn man sich anschaut, was manche Männer mit dem Begriff meinen.
Ein Beispiel aus meinen eigenen Kontakten:
Kunde: „Kannst dich sehen lassen. Bist du eine Professionelle?“
Ich: „Definiere ‚Professionelle‘.“
Kunde: „Naja, hauptberuflich, Zuhälter usw.“
Ich: „Unter dieser Definition: Nein, ich bin keine Professionelle.“
Und genau da liegt für mich das Problem.
Ich kann durchaus verstehen, dass ein Kunde wissen möchte, ob eine Frau freiwillig arbeitet und ob Zwangsprostitution oder Menschenhandel eine Rolle spielen. Diese Frage ist absolut nachvollziehbar und auch wichtig.
Aber ob die Frage „Bist du eine Professionelle?“ dabei wirklich hilft?
Ich bin mir da nicht so sicher.
Denn jemand kann hauptberuflich Escort sein und trotzdem selbstbestimmt arbeiten. Und umgekehrt sagt eine Berufsbezeichnung allein noch nichts darüber aus, unter welchen Umständen jemand arbeitet.
Vielleicht sollten wir deshalb weniger darüber sprechen, ob eine Frau eine „Professionelle“ ist – und mehr darüber, was wir mit diesem Wort eigentlich meinen.
Für mich bedeutet Professionalität jedenfalls nicht, dass Nähe, Wärme oder Persönlichkeit fehlen.
Im Gegenteil.
Ich finde, man kann sehr professionell sein und trotzdem herzlich. Geschäftlich und dennoch menschlich.
Professionalität bedeutet für mich nicht Distanz. Sie bedeutet, den eigenen Beruf ernst zu nehmen.
Und vielleicht ist genau das etwas, worauf man stolz sein darf.
Wie seht ihr das?
Was versteht ihr unter dem Begriff „Professionelle“ – und warum hat er für euch eine positive oder negative Bedeutung?
Und besonders an die Frauen unter euch: Würdet ihr euch selbst als „Professionelle“ bezeichnen? 💬

Das ist mal ein guter Blog und ein wichtiges Thema. Mir ist Professionalität sehr wichtig. Ich gebe dir Recht, das es überhaupt nichts negatives haben sollte und jede DL sollte mit Stolz verkünden: " wenn es dir gefallen hat dann weil ich ein Profi bin. " So mache ich das als Unternehmer auch.
Sogar im Urlaub mag ich es professionell! Professionell gut!