Ich selber habe mich in meinen Anfangsjahren nicht getraut Sessions anzunehmen, die länger sind als 2 Stunden. Im ersten Jahr bin ich nicht über eine Stunde Spielzeit raus gegangen.
Warum?
Ich hatte wirklich angst, dass ich die Zeit nicht voll bekomme.
Damals hatte ich ja auch noch eine ganz andre Spieldynamik. Ich meine, dass ich oft viel zu schnell agiert habe in den Sessions, und auch zu viel Inhalt in die Stunde gepackt habe.
Mittlerweile kann ich aus einer großen Ruhe heraus auch eine Stunde lang nur Analspiele machen. Wenn es gut läuft, dann geht das sogar noch länger. Da werden dann bewußte Pausen von mir eingebaut, in denen ich etwas leicht Verdauliches anderes spiele, um den Kopf und den Körper ein wenig weg zu bringen vom Analthema. Danach ist die Offenheit (ähm… das meine ich eigentlich gar nicht doppeldeutig) wieder da, und es kann gemütlich weitergehen.
Die Langsamkeit ist etwas, das ich erst lernen mußte.
Ich dachte immer, dass es meinem Gegenüber langweilig wird, wenn ich nicht viel Aktion mache.
Dass der arme Mensch gar nicht hinterher kommt, habe ich erst gemerkt, als ich mehr angefangen habe selber passiv zu spielen. Ich bin auch immer nicht hinterher gekommen. Und Stress hat man ja auch so genug, den will man ja in der Session nicht.
Aber Langsamkeit ist ja nicht gleich Langsamkeit. Also, ich bin wirklich sehr präsent auch wenn ich „nichts“ mache. Die Hand auf den Brustkorb legen kann nach einem anstrengenden Part genau richtig sein. Manchmal kuschele ich auch einfach nur. Aber oft ist das in diesen Phasen schon fast zu viel Nähe.
OK, es gibt auch Menschen, die brauchen das Zackige und sind manchmal wie ungeduldige Kinder, die der mama am Ärmel zupfen…
Diese Sorte Mensch ist seltener als die Erstgeannte.
Und da ich ja selber auch sehr viel von diesen Power-Menschen in mir habe, kann ich das gut nachvollziehen und auch gut umsetzen.
Mit denen kann man oft auch gut lachen in der Session oder sich über weitere Inhalte austauschen. Ja, bei denen ist eine andere Art von Tiefe, denn sie sind nicht still in das Geschehen versunken, sondern diese Menschen haben eine aufgeregte Neugier. Ich lade sie immer ein, mitzugestalten. Das gelingt mir mittlerweile sehr gut.
Vor 10 Jahren hätte ich das niemals gekonnt.
Ja, ich merke wirklich den Unterschied.
Vor 10 Jahren war ich noch viel mit mir selber beschäftigt, ob ich denn alles gut mache und was das mit mir macht. Mittlerweile habe ich das Gefühl, dass eigentlich nichts mehr kommen kann, was mich total aus dem Sessionzusammenhang bringt.
Und das heißt nicht, dass ich alles schon gesehen und erlebt habe. Nein, es kommt immer wieder was Neues, aber das ist jetzt eher eine erfreuliche Nuance und keine schwierige Herausforderung, wie es früher für mich war.
Ja, und eben die Tatsache, dass ich mittlerweile die Themen, die ich früher in einer Stunde gemacht habe auf 3 Stunden verteile.
Es gibt eben auch Dinge, die wirklich Zeit brauchen oder für die man sich Zeit nehmen könnte und sollte.
Ich kann mich mittlerweile ganz locker 2 Stunden nur mit facessitting beschäftigen.
Na, da mache ich natürlich nicht nur Facessitting, sondern es geht in der Regel um Tease&Denial.
Also, mein lebendes Spielzeug immer wieder soweit erotisieren, dass es kurz davor ist. Und dann wieder fallen lassen…
Und dabei steigert sich das Ganze immer mehr…
… bis kurz vor dem Wahnsinn. Äh, OK, das kann durchaus mal so empfunden werden, aber wer mich kennt weiß ja, dass ich gerne bei der Wahrheit bleibe. Also, es sollte schon sehr geil werden….
Melkmaschinenspiele kann ich auch stundenlang machen….
Es gibt noch so Einiges, was ich gerne breit ausweiten mag…

