Ich geb’s zu: Ich habe schon so einige Pornos gesehen. Mal aus Neugier, mal aus Langeweile, mal aus… naja, nennen wir es “recherchierendem Interesse”. Und jedes Mal kam irgendwann der Moment, wo ich dachte: „Also bitte, wer macht denn sowas im echten Leben?“
Da steht sie in High Heels und perfekt geschminktem Gesicht im Supermarkt – kauft Bananen – und plötzlich wird daraus die Szene eines 20-Minuten-Films mit fünf Stellungswechseln, ohne dass auch nur einer jemals sagt: „Moment, mein Bein schläft ein.“ Oder: „Stopp, mein Hund guckt uns an.“ Ganz zu schweigen von einem „Sorry, ich muss noch schnell aufs Klo.“
Ich mein, ich liebe Sex. Und Fantasien. Und auch mal ein bisschen “drüber”. Aber manchmal frage ich mich schon: In welchem Universum haben diese Drehbuchautoren ihr erstes Mal erlebt? Ich hoffe für sie, dass es nicht tatsächlich bei Pizza und Paketzustellung geblieben ist.
Trotzdem – ich will fair bleiben – Pornos haben mich durchaus auch positiv beeinflusst. Zum Beispiel hab ich durch sie ein paar Dinge entdeckt, von denen ich nicht mal wusste, dass ich sie gut finde. Ich hab gelernt, offener über Wünsche zu sprechen. Und vor allem hab ich gelernt, zu unterscheiden: Was ist Inszenierung – und was ist echter, schwitziger, manchmal leicht peinlicher, aber so viel schöner echter Sex.
Denn im echten Leben gibt’s Pausen. Da gibt’s Gelächter, Verwirrung, manchmal auch einen Tritt ins Gesicht beim Stellungswechsel. Und ja – da gibt’s auch Unsicherheiten. Die Realität ist nicht perfekt ausgeleuchtet. Sie riecht manchmal komisch und endet nicht immer mit einem symmetrischen Orgasmus. Aber genau das macht’s doch aus, oder?
Ich erinnere mich an ein Date, bei dem alles hätte perfekt laufen sollen – Candle-Light, Wein, Flirten… und dann fiel ihm ein, dass seine Katze ins Schlafzimmer gepinkelt hatte. Wir haben gelacht, das Bett neu bezogen – und dann war’s irgendwie sogar noch besser. Ganz ohne Pizza-Boten.
Also: Haben mich Pornos beeinflusst? Klar. Sie haben mir eine Bühne gezeigt – aber das echte Theater findet trotzdem bei mir daheim statt. Mit ungebügelter Bettwäsche, echter Nähe und dem Mut, einfach mal zu sagen: „Du, das mit dem Handstand… lassen wir vielleicht heute lieber.“


Die besten Geschichten.... schreibt immernoch das Leben ; P