Achtung! Dieses ist der 3. Teil meines Blog "Cineastische Meisterwerke, die mich verführen"!
Bitte zum Verständnis unbedingt vorab Teil 1 und 2 lesen...
Denn das ist ja das Wunderbare am Kino:
Es erlaubt uns ein "Eintauchen in völlig andere Welten"...und das gilt und auch gerade für die Erotik.
Ich habe es immer so erlebt...und daran merkt man auch, daß ich zur "späten Boomer-Generation" gehöre...daß ich im Film Dinge, Fantasien, herrliche leidenschaftliche "Fluchten" geniessen konnte, von denen man "damals" privat oder im Kollegen-Kreis niemals zu sprechen gewagt hätte!
So eine Initialzündung habe ich auch bei zwei Filmen erlebt, die zum ersten Mal im Mainstream-Kino sexuelle Obsessionen rund um das Thema BDSM zeigten:
"Damals" eine erotische Revolution!
Meine erste Begegnung mit dem Thema war "Die Geschichte der O"!
Ich hatte das Buch schon heimlich gelesen - diese Geschichte von Pauline Reage, die es selbst im sexuell-liberalen Frankreich erst unter Pseudonym veröffentlichte, weil sie gesellschaftliche Ächtung fürchtete...
Ich hatte die "Geschichte der O" Ende der Achtziger Jahre zum ersten Mal in Händen.
Ich erinnere mich noch genau: Das Taschenbuch lag tatsächlich auf einem Krabbeltisch bei Hertie - im Sonderangebot.
Ich kannte es vorher nicht - und auch nicht den Film, der ja schon in den Siebzigern im Kino startete.
Ich sah dieses Buch - Cover:
Eine nackte junge Frau...mit verbundenen Augen. Und war wie elektrisiert.
Von meinem kleinen Taschengeld habe ich es gekauft.
Auch wenn ich nicht genau wußte, warum es mich so ansprach...
Aber ich wußte auch : DAS darfst du den Eltern nicht zeigen...
Ich hätte es auch Ende der Achtziger Jahre nicht gewagt, in der Familie "offen" über Erotik und Fantassien zu reden...denn das war ein absolutes Tabu-Thema!
Ich habe meinen "erotischen Buch-Schatz" also gut versteckt und habe es immer wieder heimlich "rausgeholt"...
Und ich wußte:
Irgendwie ist das einfach schön!
Nur beim Lesen schon dieses herrliche Kribbeln zu spüren...auch wenn ich natürlich persönlich in dem jungen Alter wirklich keinerlei Erfahrungen mit BDSM hatte...aber es einfach heimlich zu lesen:
Das war schon so auf- und vor allem erregend!
Und dann den Film zum ersten Mal im Kino zu sehen...
Was für ein Erlebnis...
Es war ein kleines sehr privatimes Off-Kino in einer lauschigen Parallelstraße des Kurfürstendammes.
Eigentlich ist der Film ja schon von 1975...und dann wird er im Rahmen einer "cineastischen Erotik-Matinee" Ende der Achtziger Jahre tatsächlich wieder gezeigt.
Meine Chance, meine Fantasie auf der Leinwand wahr werden zu lassen...
Als ich die Bilder und die Geschichte meiner Heldin "O" zum ersten Mal im Kino sehe, dazu den sehr attraktiven und damals noch sehr jungen Udo Kier als dominierenden "Herren...war ich schon im so erregt, daß ich mich tatäschlich während der Vorstellung "diskret selbst entspannt habe"...
Und war dann tatsächlich "danach" mit mir selbst im Zweifel:
"Ist es in Ordnung, so gegen alle anerzogenen Normen zu verstoßen?
"So etwas zu tun - im Kino"?
"So was macht doch eine anständige Frau nicht?!?"
Oder:
"Wow"!
"Da ist etwas ganz Anderes in mir, was mich selbstbewußt und sexy genießend macht...und wen kümmern eigentlich bürgerliche Normen, wenn es soviel Spaß macht...einfach Liebe, Lust und Leidenschaft" auszukosten?"
Ich ging aus dem Film...draußen tobte das normale Leben...und ich dachte nur:
"Was war das??? Das war irgendwie richtig verrucht!
Ich habs tatäschlich mit mir selbst und der "Geschichte der O" "getrieben"....und es war einfach gut!
Bin ich ein verdorbenes Luder?"
Viele Jahre später habe ich mir den Film nochmal angeschaut...aber inzwischen war er nicht gut gealtert:
Alles viel zu lang hingezogen, hölzerne Dialoge und die Geschichte der O war irgendwie im Setting der Siebziger "stehen geblieben"...
Das gilt für meine zweite Kino-Begegnung mit BDSM hingegen nicht...
Fortsetzung folgt...

