Sonntag, der 7. Mai am frühen Nachmittag vor dem Tor meines Elternhauses.
„😄 Es gibt doch nicht, dass sie ausgerechnet jetzt abgeschlossen haben!“ Dachte ich, während ich versuche den Schloss irgendwie aufzukriegen. Bis jetzt konnte ich meine Überraschungsbesuch so gut geheim halten, es kann doch nicht an einem Schloss scheitern. Ich rief mein Bruder an. Beim ersten Versuch ging er nicht dran, aber zwei Minuten später. „Mutter ist nicht neben Dir hoffe ich. Sage ihr bitte nicht, dass ich hier bin, aber könntest du bitte mir das Tor aufmachen?“
Es dauerte 3-4 Sekunden bis er registrierte, was ich ihm sagte. Auch ihn habe ich nicht eingeweiht, dass ich zum Muttertag nach Hause komme. (Wir haben eine Woche vor dem Deutschen Muttertag.)
„Sie wird sich sehr freuen.“ Sagte er, als er mich empfing.
Unsere Mutter schlief noch und ich wollte sie nicht wecken. Es kommt nicht auf die Stunde an. Sie legt sich am frühen Nachmittag immer für ein Stündchen hin. Wir plauderten leise auf unserer Terrasse bis sie endlich wach wurde und mein Bruder hörte wie sie aus ihrem Zimmer kam. Er ging vor mir hinein.
Sie erzählte noch mein Bruder kurz, dass sie so gut geschlafen habe, als er ihr sagte: „Ich habe eine Überraschung für Dich.“
Mutter schaute noch verwundert, als ich hineinkam und sie umarmte:“Alles Gute zum Muttertag!“ Sagte ich und in den Augen meiner Mutter entdeckte ich Tränen. Sie war überglücklich.
Selbstverständlich freute sie sich riesig über die schöne Orchidee in schönem Ziertopf was ich ihr geschenkt habe und die Lindt Schokoladen, aber es wäre alles nicht nötig. Hauptsache bin ich da.
Dann rief mein Sohn sie auch an zu gratulieren und war ihr Tag schon perfekt.
Das Wetter war herrlich warm und ich wollte sie nicht bei der Arbeit aufhalten, also ging ich mit auf dem Feld und hilf mit. Barfuß, weil es mir einfach gut getan hat ohne Schuhe zu laufen. Ich liebe es! Das einfaches Landleben.
Gestern wollte ich auch wieder mithelfen und mit meinem Bruder die Bewässerungsanlage zusammengebaut und für die Hühner Unkraut gezupft.
Es war nur ein kurzer Besuch, aber immerhin. Meine Mutter war auch nicht darüber entsetzt, dass ich eigentlich schon zwei Tage in der Stadt war, bevor ich sie besuchte. Schon recht nicht, nachdem ich erzählt habe, wieviel Kilometer ich herumgeschlendert bin. 32 Km in zwei Tagen. Das ist nichts mehr für sie. Aber ich brauchte ein bisschen Heimat mal wieder.
Die Straßen wo ich früher lebte. Wo ich sehr viel meiner Jugend verbracht habe. Meine Wurzeln. Das Essen. Die Sprache. Es hat mich mit Stolz erfüllt die schönste Perle der Donau jemanden zu zeigen, auch, wenn es unmöglich ist in eineinhalb Tag die ganze Stadt zu zeigen. Über 2000 Jahre Kultur und Architektur braucht mehr Zeit. Aber ein bisschen von den Highlights wenigstens.
Der schönste Moment war jedoch die Perlen in den Augen meiner Mutter zu sehen. Ich wusste genau wie sie sich fühlt. Stolz. Sie hat alles richtig gemacht. Es gibt keine Entfernung die uns trennen könnte, und das ist ihr zu verdanken.
In Deutschland ist nächsten Sonntag Muttertag.
Wenn du noch Eine hast, vergiss es nicht ihr zu gratulieren! Egal wie deine Beziehung zu ihr ist. Viele Menschen kommen und gehen in unseren Leben, aber von einer Person gibt es nur die Eine: die Mutter.
Eine von den Wenigen die wirklich zählen. 🥰

